Brevet – Frühjahrsbegegnung 2016

Das war sie also, meine erste Frühjahrsbegegnung. Letztes Jahr hatte mir noch eine starke Erkältung kurz vor dem Termin einen Strich durch die Rechnung gemacht, dieses Jahr hatte ich mehr Glück und hatte es trotz unzähliger angeschlagener Bürokollegen geschafft, mich nicht anstecken zu lassen. Für mich stand die Langstrecke auf dem Programm, schließlich wollte ich sehen, was mein Wintertraining auf der Rolle so gebracht hat.
Nach einer kurzen Ansprache von Michael, in der er auch noch mal an Helmut erinnerte und dass es ohne seine Beharrlichkeit wohl keine der beiden kürzeren Strecken gegeben hätte, setzten wir uns in Bewegung. Schon nach 3 Kilometern gab es für mich den ersten unplanmäßigen technischen Halt. Es war aber nicht der schleichende Plattfuß, den ich am Start vermutet hatte, da mir der Vorderreifen etwas schlapp vorkam. Ich hatte nur vergessen, das Smartphone zur Trackaufzeichnung von der Trikot- in die Satteltasche zu verfrachten. Das anschließende Aufschließen auf eine der vorderen Gruppen sorgte dann jedenfalls dafür, dass zumindest die Muskulatur nicht mehr kalt war.
Im Gegensatz zu meinem ersten Brevet, dem Herbsterlebnis 2014, war das Tempo am Anfang dieses Mal moderat und angenehm. In Bleckede schrumpfte das Fahrerfeld etwas, da die Teilnehmer an Helmuts Hunderter hier abbogen, um über die Elbe zu setzen. In kleinerer Gruppe ging es für den Rest weiter bis zur Fähre in Neu Darchau, wo wir unsererseits auf unsere Überfahrt warteten. Für das sonst in Neu Darchau fast obligatorische Eis zur Pause war es heute allerdings doch noch etwas kalt. Nur ein paar Grad weniger und wir hätten die Räder einfach zu Fuß ans andere Ufer schieben können. Während wir warteten drehte die Fähre noch einige Pirouetten auf der Elbe, Gerüchten zufolge zu Ehren eines 88jährigen Geburtstagskindes. Michael hatte die Bezahlung der Fähre bereits im Vorfeld organisiert, so dass wir theoretisch nur noch unsere Handzettel für die Kontrollstation abstempeln lassen mussten. Praktisch reichte es aber schon aus, in der Gruppe als Rennradfahrer unterwegs zu sein. Da ich keine Punkte sammle und mir die Kontrollen daher egal sind, habe ich nichts stempeln lassen, wurde aber auch nicht nach dem Zettel als Ticket gefragt.
Auf der anderen Elbseite teilte sich die Gruppe dann erneut. Die 150km-„Mini“-Runde bog Links ab und machte sich bereits wieder auf den Weg zurück. Wir fuhren auf der Langstrecke erst mal weiter mit leichtem Wind im Rücken elbaufwärts bis Strachau, wo wir unseren größeren Richtungswechsel vollzogen. Ab dort ging es grob Richtung Norden und Mecklenburg weiter. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke machten wir in Lübtheen eine Viertelstunde Mittagspause. Der Bäcker dort hatte nicht mehr viel in der Auslage, weil er in wenigen Minuten Feierabend machte. Zum Glück gab es im Supermarkt direkt daneben eine Backstation, die für mich ein frisches Käsebrötchen und eine Käselaugenstange bereithielt. Nach dem Mittag ging es weiter Richtung Wittenburg. Leider behielt der Wetterbericht recht und der Wind begann aufzufrischen. Anfangs war das noch nicht so schlimm, da er meistens nur von der Seite kam. Ab Wittenburg fuhren wir dann aber wieder mehr Richtung Nordwest und somit ziemlich genau gegen den Wind. Seit der Pause war unsere Gruppe auf 7 Fahrer geschrumpft und jeder brachte sich nach seinen Kräften vorne im Wind ein. Ich habe natürlich mal wieder vergessen, nach allen Namen zu fragen, aber vorne rechts fuhr die meiste Zeit Patrick, der meinte, das Training gebrauchen zu können. Dagegen hatte natürlich niemand etwas einzuwenden und so wechselten wir vorne häufig nur auf einer Position.
Nach 155km gab es in Dutzow, etwas nördlich vom Schaalsee, den letzten großen Richtungswechsel. Ab jetzt ging es grob Richtung West/Südwest und somit wieder zurück Richtung Aumühle. Bis hierhin lief es erstaunlich gut, aber auch bei mir begannen die Kräfte langsam etwas nachzulassen. Die wellige Landschaft Mecklenburgs forderte nun ihren Tribut. Ein Fahrer unserer Gruppe hatte bereits seit Lübtheen Probleme mit Krämpfen, so dass wir zwischendurch immer mal wieder kurze Pausen einlegten. Auch die 15 Minuten Pause bei der letzten Kontrolle in Mölln halfen ihm aber nicht und so entschloß er sich ca. 30km vor dem Ziel, alleine eine längere Pause zu machen. Von da an fuhren wir also zu sechst weiter und kamen in dieser Gruppe dann auch kurz nach 17 Uhr wieder in Aumühle an. Für mich ging es nach kurzer Verabschiedung direkt auf 4 Rädern weiter nach Hause. Wer wollte, konnte aber im Vereinsheim auch noch duschen und bekam ein Reis-Curry zur Stärkung.
Nachdem ich anfangs skeptisch war, ob ich mir so eine lange Strecke so früh in der Saison und bei so niedrigen Temperaturen antun will, muss ich im Rückblick sagen: Zum Glück habe ich es getan. Strecke und Wetter waren super, teilweise kam sogar die Sonne durch. Und so kalt wie befürchtet war es mit 5 Lagen Kleidung auch nicht. Nur für Hände und Füße muss ich mir noch etwas überlegen, die waren trotz Handschuhen und Schuhüberziehern am Ende doch recht durchgefroren. Was meine Fitness anging, war ich positiv überrascht, dass ich die ersten 150km problemlos durchfahren konnte. Auch zum Ende hin hatte ich keine Probleme mit Krämpfen wie bei meinen ersten Brevets. Es war sogar noch soviel Kraft da, um am kleinen Schlussanstieg in Friedrichsruh noch einmal richtig Gas zu geben. Das Wintertraining auf der Rolle scheint wohl doch nicht so schlecht gewesen zu sein, auch wenn da natürlich nie diese Distanzen zustande kommen.

Strava - Frühjahrsbegegnung 2016

USA Roadtrip – Tag 19 – M*A*S*H

Freitag, 24. Mai 2013

Von Ridgecrest nach Los Angeles

Heute stand die letzte Etappe des eigentlichen Roadtrips an. Das Ziel hieß Los Angeles, genauer gesagt Yorba Linda, wo wir noch ein paar Tage mit der (entfernten) Verwandtschaft verbringen wollten. Eigentlich also eine kurze Fahrt, auf direktem Weg gerade mal 2,5 Stunden. Natürlich nahmen wir nicht den direkten Weg und so ging es nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel (aufmerksame Leser erinnern sich) zuerst von Ridgecrest zum Malibu Creek State Park.

Für uns hatte das ganze eher den Charakter einer Pilgerreise, denn wir sind beide große Fans der Fernsehserie M*A*S*H. Durch Zufall war ich schon vor mehreren Jahren auf einen Geocache gestoßen, der am ehemaligen Drehort versteckt war. Und der befindet sich in ebendiesem Park. Die Fahrt selbst war recht ereignislos. Spannend wurde es erst gegen Ende, denn je mehr wir uns dem Großraum L.A. näherten, desto breiter und voller wurden die Straßen. Das waren wir nach 2 Wochen in mehr oder weniger Einöde gar nicht mehr gewohnt. Trotz des vielen Verkehrs war das Fahren aber auch hier immer noch angenehmer als in einer durchschnittlichen deutschen Großstadt.
Malibu Creek State ParkAm Park angekommen entrichteten wir beim Park Ranger unsere 10 Dollar Eintrittsgeld (State Parks sind ja nicht in der National Park Jahreskarte enthalten) und versuchten, einen möglichst schattigen Parkplatz zu finden. Danach ging es zu Fuß auf die ungefähr 4km lange Wanderung zum Drehort. Anfangs waren die Wege noch gut gepflegt, später ging es dann aber teilweise auf echten Trampelpfaden entlang ausgetrockneter Flussbetten weiter.
MASH WegweiserMan fühlte sich direkt in einige Folgen der Serie hineinversetzt, die außerhalb des Camps spielten. Jeden Moment hätte ein Nordkoreaner hinter einem Baum hervorkommen können. Dank regelmäßiger Wegweiser war das ehemalige Camp aber trotzdem leicht zu finden und wir erreichten es kurze Zeit später ohne in einen Hinterhalt geraten zu sein.
MASH AmbulanzAls wir aus dem Wald auf die Lichtung kamen, wurden wir direkt von dieser erstaunlich gut erhaltenen Ambulanz begrüsst. Sie war zwar komplett entkernt, aber von außen noch gut erhalten. Gut möglich, dass die Fans, die sich für den Erhalt des Areals einsetzen, auch hier Hand angelegt haben. Ein Stück weiter stand eine weitere Ambulanz, die aber in einem ungleich schlechteren Zustand war.
MASH Ausgebrannte AmbulanzIm Hintergrund sieht man auch den rekonstruierten Wegweiser aus dem Camp, an dem jede Figur aus der Serie einen Pfeil mit dem Namen seines Heimatorts angebracht hatte, der nach Hause zeigte. Zur besseren Orientierung für den Besucher hatte man noch ein Schild mit einem Übersichtsplan aufgestellt und die Position der einzelnen Zelte abgesteckt. Es war interessant zu sehen, wie klein das gesamte Set doch eigentlich war. In der Serie erscheint es ja alles recht weitläufig.
MASH InformationsschildNach einer ausgiebigen Besichtigung und Foto-Session machten wir uns auf den Rückweg. Auch wenn wir uns mit Malibu ja schon mehr oder weniger in Los Angeles befanden, lagen noch ca. 130km Fahrt bis Yorba Linda vor uns, wo unsere Reise vorerst bei der Verwandtschaft enden sollte. Da wird einem dann noch mal bewusst, wie groß die USA tatsächlich sind. Zuhause in Deutschland müssen wir selten mehr als 100km fahren und selbst dabei durchqueren wir dann teilweise schon mehrere Bundesländer. Hier bewegten wir uns nur innerhalb einer Stadt. Wir hatten uns dafür natürlich auch die optimale Zeit ausgesucht. Es war Freitag Nachmittag vor dem Memorial Day Wochenende und die Straßen waren mehr als voll. Zu allem Überfluss wollte uns das Navi auch noch über den Hollywood Freeway durch Downtown L.A. lotsen. Eine telefonische Rücksprache mit der Verwandtschaft ergab, dass das eine ganz schlechte Idee wäre. So blieben wir einfach die ganze Zeit auf dem Ventura Freeway, der später in den Foothill Freeway übergeht, um schließlich auf den Orange Freeway Richtung Yorba Linda abzubiegen. Nach etwas mehr als 3 Stunden, die größtenteils aus Stop and Go bestanden, waren wir dann am Ziel und genossen ein Kaltgetränk auf der schattigen Terrasse.

Da wir ihn erst mal nicht brauchen würden, gaben wir am nächsten Morgen noch schnell den Mietwagen zurück. Die verwunderte Frage, durch welche Wüste wir denn gefahren wären, war angesichts des rot eingestaubten Wagens verständlich. Sie haben ihn aber trotzdem anstandslos zurückgenommen, ohne dass ich ihn noch waschen musste.

USA Roadtrip – Tag 18 – Death Valley

Donnerstag, 23. Mai 2013

Von Las Vegas nach Ridgecrest

Unsere Zeit in Las Vegas war vorbei und ich könnte nicht sagen, dass uns der Abschied besonders schwer fiel. Wie schon im letzten Artikel geschrieben sind wir beide keine Großstadtfreunde.
Unser heutiges Tagesziel war Ridgecrest. Da gibt es nichts besonderes zu sehen, aber es lag günstig an unserer geplanten Route nach Los Angeles, um dort noch mal eine Übernachtung einzulegen. Von Las Vegas nach Los Angeles hätte man ohne Umwege natürlich problemlos an einem Tag fahren können, aber wir wollten noch einen Abstecher ins Death Valley machen. Also ging es auf der Nevada State Route 160 erstmal Richtung Westen.

In Pahrump wurde noch einmal vollgetankt und dann bogen wir Richtung Shoshone ab, um von dort über die Jubilee Pass Road und später dann die Badwater Road von Süden in den Nationalpark zu fahren. Nicht weit hinter Pahrump war der Kamera dann mal wieder zu warm, so dass das oben eingebundene Video das einzige von der heutigen Etappe blieb. Kurz bevor wir mit Badwater Basin den tiefsten Punkt Nordamerikas erreichten, mussten wir noch einen unfreiwilligen Zwangsstop einlegen. Drei Kojoten trotteten in aller Seelenruhe über die Straße und ließen sich nicht von uns stören.
Badwater BasinWenig später waren wir dann aber 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel angekommen. Leider waren nicht nur wir hier, sondern auch Busladungen von Touristen, was uns nach dem obligatorischen Foto (oben) wiederum zu einer schnellen Weiterfahrt animierte. Der nächste Punkt an der Strecke war der Natural Bridge Canyon. Hier waren wir wieder herrlich allein, denn weder die Anfahrt zum Parkplatz auf einer extrem holprigen Straße noch die anschließende Wanderung vom Parkplatz zur Natural Bridge sind etwas für den durchschnittlichen Bustouristen. Erst als wir uns gerade wieder auf den Rückweg machten, kamen uns zwei andere Wanderer entgegen.
Natural Bridge CanyonAuf dem Weg Richtung Besucherzentrum machten wir noch einen kurzen weiteren Stopp am Devil’s Golfcourse. Hier kann man durch Wind und Wetter interessant geformte Salzformationen sehen.
Furnace Creek Visitor CenterIn Furnace Creek wartete dann eine willkommene Abkühlung auf uns. Draußen waren es ca. 35°C, drinnen im Besucherzentrum war es klimatisiert. Wir schauten uns also in Ruhe die dort ausgestellten Informationstafeln an, bevor wir unseren Weg fortsetzten.
BoraxUnser letzter Halt im Death Valley war am historischen Ort der Harmony Borax Works. Hier wurde Ende des 19. Jahrhunderts Borax – dem interessierten Leser besser bekannt als Dinatriumtetraborat-Decahydrat bekannt – abgebaut. Dieser Stoff wurde und wird in einer Vielzahl von Produkten, von Borsäure
über Seifen und Waschmitteln bis hin zum Lebensmittelzusatzstoff E285, verwendet. Schon auf dem kurzen Rundgang ließ einen die sengende Sonne wieder spüren, unter welch unwirtlichen Bedingungen hier damals gearbeitet wurde.
Death Valley NPFast schon traditionell fotografierten wir auf dem Weg aus dem Park heraus das Nationalpark-Schild. Bei der Einfahrt in den Park hatten wir es natürlich mal wieder vergessen. Nach weiteren 1,5 Stunden Fahrt durch die Wüste hatten wir dann unser Hotel erreicht. Das Hampton Inn & Suites in Ridgecrest war das letzte Hotel auf unserer Reise und hat sich definitiv einen Platz unter den Top 3 verdient. Das Zimmer war groß, hell und modern eingerichtet. Das Beste war aber das im Preis enthaltene, sehr reichhaltige Frühstücksbuffet am nächsten Morgen. So viel Auswahl hatten wir auf dieser Reise bisher nirgendwo vorgefunden und so schlemmten wir noch ausgiebig, bevor wir auscheckten und unsere letzte Etappe nach Los Angeles in Angriff nahmen.

(B)rocken-Benefiz-Sternfahrt

Ich hatte dieses Event schon Anfang des Jahres in der Terminübersicht bei Helmut auf den Fahrradseiten gesehen. Aber 200km fahren und dann zum Ende hin auch noch nur noch bergauf? Ich war mir ja nicht mal sicher, ob ich als Flachlandtiroler so einen Berg wie den Brocken ohne einen Marathon vorweg schaffe. Schließlich ist das Scharnebecker Schiffshebewerk – mit satten 20 Metern Höhenunterschied eine der höchsten Erhebungen hier in der näheren Umgebung – nicht wirklich vergleichbar. Vor der Anmeldung wollte ich also auf jeden Fall einmal den Brocken ohne Anlauf ausprobieren. Nicht ganz 2 Wochen vor der Sternfahrt ergab sich dann endlich die Gelegenheit zum Probelauf. Und der lief gut genug, dass ich die Anmeldung wagte. Es war zwar anstrengend, aber doch irgendwie zu schaffen, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle noch eine kleinere Übersetzung als 39-28 gewünscht hätte. (B)rocken-Benefiz-Sternfahrt weiterlesen

Elbauen-Göhrde-Brevet

Im Fazit zum letzten Rennrad-Artikel war ich ja noch unschlüssig, aber eigentlich war damals schon klar, dass mein erstes Brevet nicht auch mein letztes bleiben würde. Die ursprünglich geplante Frühjahrsbegegnung Mitte März musste ich dann aber krankheitsbedingt ausfallen lassen, denn pünktlich zum Termin hatte mich eine schwere Erkältung außer Gefecht gesetzt und mein Hausarzt hatte mir ausdrücklich von einer Teilnahme abgeraten. Immerhin bin ich mittlerweile vernünftig genug, solchen Anweisungen folge zu leisten.

Zusätzlich hatte es das Frühjahr wettertechnisch ja nicht besonders gut mit uns Schönwetterfahrern gemeint – zu kalt, zu feucht, zu windig – aber vorgestern passte es dann endlich mal. Angekündigt waren angenehme 23°C bei leichter Bewölkung und Wind. Ganz ohne Haken geht es dieses Jahr offenbar nicht.

Samstag früh zeigte sich dann, dass die Vorhersage nicht gelogen hatte: Schon vor dem Start um 8 Uhr war das Thermometer bei knapp 20°C, so dass ich mich zum ersten Mal in diesem Jahr oben kurz und unten kurz auf die Strecke wagte. Bei Strava sieht man schön, wie die Teilnehmer nach und nach eintrudeln, sofern sie schon mit dem Rad anreisten. Das war mir von Lüneburg aus dann doch etwas weit, ich reiste wie meistens rechtzeitig mit dem Auto an. Die Anmeldung lief gewohnt schnell und routiniert ab und so hatte ich noch etwas Zeit, die noch müden Muskeln etwas zu dehnen (Foto BS).
Komplettes Album von BSEin Blick in die Runde ließ mich mich weder mir namentlich bekannte Gesichter noch weitere Teilnehmer in HFS-Trikots entdecken, so dass ich mich nach den Hinweisen der Veranstalter auf die Gefahrenstellen einfach mal bei den ersten Startern einreihte, die die Strecke unter die Räder nahmen.

Bis Lüneburg hatten sich dann schon Grüppchen ähnlicher Geschwindigkeit gebildet. Bei der dortigen Streckenteilung entschied sich der Großteil meiner Gruppe dann gegen die Mini-Variante und bog auf die 220km-Strecke ab. Gut für mich, denn ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt entschlossen, mit der Gruppe zu fahren, egal ob kurz oder wie angemeldet lang. Schnell war klar, dass wir das Brevet zusammen zu Ende fahren würden und so spulten wir nach einem kurzen Halt beim Bäcker in Oedeme Kilometer um Kilometer mit unserer bunt gemischten Gruppe ab. Ich sollte mir wirklich mal angewöhnen, meine Mitfahrer nach ihren Namen zu fragen, dann wüsste ich jetzt nicht nur, dass ich mit Sonja von der HRG und Kati vom FC St. Pauli gefahren bin (die beiden haben sich im Ziel noch vorgestellt), sondern auch, wer die beiden Herren in unserer Gruppe waren. Bis zur Fähre in Neu Darchau bei Kilometer 117 lief alles recht rund. Das Tempo stimmte und die Führungsarbeit wechselte regelmäßig, wenn auch ein sechster Fahrer schön gewesen wäre, da es sich mit einer geraden Anzahl gleichmäßiger wechseln lässt.

Auf der anderen Elbseite traf uns auf dem Deich dann die volle Wucht des Windes. Mit jedem Kilometer zog er uns mehr die Kraft aus den Muskeln und das gefahrene Tempo ging dementsprechend runter. Da half es auch nicht, dass unsere Zugmaschine von der RG Uni vorne alles gab, von hinten wurde immer häufiger „kürzer“ gerufen. In Boizenburg war dann erstmal eine längere Pause angesagt. Das Thermometer am Tacho zeigte 29°C in der Sonne und so holten wir uns im örtlichen Konsum nicht nur Getränke und etwas zu Essen, sondern gönnten uns auch ein kleines Eis zur Erfrischung. Die im Kampf gegen den Wind verbrannten Kalorien hätten aber wahrscheinlich auch schon bis hier eher für eine ganze Eisfabrik gereicht. Irgendwann war dann aber auch die schönste Pause vorbei und es ging weiter, denn noch lagen 75km vor uns und die hatten es wieder in sich. Der Wind von vorne war weiterhin unser konstanter Begleiter. Kurz vor Horst sammelten wir noch 2 weitere Fahrer ein (laut Strava müssten das Simon und Hannes gewesen sein), die erstmal freudig „hinten in den Bus“ einstiegen und dann mitrotierten. 20 Kilometer vor dem Ziel ereilte Sonja dann auch noch ein Plattfuss, der aber mit vereinten Kräften behoben werden konnte. Über die damit verbundene zusätzliche Pause war natürlich auch niemand böse. Die Kräfte ließen jetzt doch merklich nach und so war dann nur 10 Kilometer später noch mal eine kleine Motivationspause nötig. Die Gruppe fährt entweder gemeinsam ins Ziel oder gar nicht 😉 Kurze Zeit später war es dann fast geschafft und als wir das Ortsschild passierten, waren Sonja und ich uns einig: Noch nie waren wir so froh, Wilhelmsburg zu sehen. Im Ziel wartete das Empfangskomitee der Hamburger schon auf uns und wir wurden in der Starterliste als Finisher abgehakt. Da es mittlerweile schon etwas später als geplant war, ging es für mich nicht mehr ins Schweinske, sondern nach kurzer Verabschiedung direkt nach Hause.

Fazit: Ja, ich habe es wieder getan und es nicht bereut. Abgesehen vom Wind war es ein sehr schöner Tag auf dem Rad in einer netten und sehr gut harmonierenden Gruppe. Am Ende standen laut Fahrradcomputer (Strava ist mit den Pausenzeiten nicht so genau) 218km in 8 Stunden und 6 Minuten reiner Fahrzeit zu Buche.

USA Roadtrip – Tag 17 – Las Vegas und Hoover Damm

Mittwoch, 22. Mai 2013

Las Vegas & Hoover Damm

Ausschlafen. In letzter Zeit hatten wir das vernachlässigt, aber heute ließen wir es uns mal gutgehen – der Wecker blieb aus. Las Vegas am Tag hat nicht viel zu bieten. Es ist dann einfach eine heiße, nicht besonders hübsche Großstadt. Aus diesem Grund machten wir uns im Laufe des Vormittags auf den Weg, um etwas außerhalb der Stadt den Hoover Damm anzuschauen. Da wir gerade in der passenden Fahrtrichtung dran vorbeikamen, legten wir unterwegs noch einen kurzen Fotostopp am bekannten Las-Vegas-Schild ein.
Las Vegas Sign
Nach ungefähr einer Stunde Fahrt standen wir dann mit dem Auto in der Schlange für den Sicherheitscheck. Offenbar sahen wir aber unverdächtig genug aus, um einfach durch gewunken zu werden. Den ersten Eindruck vom Damm bekamen wir bereits auf dem Weg zum Parkplatz, denn die Straße dorthin führt direkt über die Staumauer. Die ersten kostenpflichtigen Parkplätze ließen wir links liegen, nur ein paar Meter weiter kann man nämlich auch kostenfrei parken. Die Besichtigung des Staudamms war dann eher unspektakulär. Der ganze Bau ist schon imposant. Wenn man mal einen Blick über die Brüstung wirft und sieht, wie weit die Staumauer nach unten reicht, werden einem die Dimensionen erst richtig bewusst. Viel zu sehen gibt es aber trotzdem nicht. Der Hoover Damm ist am Ende eben doch nur ein besonders großer Betonklotz, den man aber dennoch mal gesehen haben muss (wenn man schon in der Gegend ist).
Hoover Damm
Auf dem Rückweg zum Hotel machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Ethel M Schokoladenfabrik. Dort kann man auf einem zwar kostenlosen, aber auch sehr kurzen Rundgang einen Blick in die Schokoladenproduktion werfen. Leider hatten wir Pech und es wurde gerade nicht gearbeitet, als wir dort waren. Im angeschlossenen Shop kann man sich nach dem Rundgang mit allerlei süßen Leckereien eindecken. Allerdings sind die Preise trotz des Werksverkaufs gesalzen. Im Außenbereich der Schokoladenfabrik gab es abschließend noch einen kleinen Kaktusgarten zu besichtigen, der aber nach unserem Besuch im Desert Museum in Tucson nichts neues mehr für uns bereit hielt.
Zurück im Hotel beschlossen wir, den Nachmittag in unserer klimatisierten Suite zu verbringen und einfach mal die Beine hochzulegen. Draußen war es einfach zu warm. Bei 34°C fühlte sich der kräftige Wind zwischen den Hochhäusern wie ein Fön im Gesicht an.
Abends stand der für Las Vegas obligatorische Rundgang über den Las Vegas Strip an. Einen ersten Eindruck hatten wir ja bereits gestern Abend bei der Anreise bekommen, heute stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.
Blaue Stunde am Bellagio
Trotzdem überwanden wir uns und begaben uns ins Lichtermeer, denn auch hier gilt: Muss man halt mal gesehen haben. Und ein paar Fotos von Las Vegas bei Nacht sollten natürlich auch gemacht werden. Die Wasserspiele am Bellagio liefen zur schönsten blauen Stunde leider nicht, weil es zu windig war. Später bekamen wir sie dann aber doch noch zu sehen.
Bellagio mit Wasserspiel
Aber so schön und bunt auch alles war, unser Fazit bleibt: Wir werden mit Großstädten und den damit verbundenen Menschenmassen nicht wirklich warm. Die Tage vorher einsam in der Wüste waren für uns schöner. Man merkt das vielleicht auch daran, dass ich hier nicht mehr so richtig weiß, was ich noch zu dem Tag in Las Vegas schreiben soll. Oder waren wir doch in Paris? 🙂
Eifelturm Las Vegas

USA Roadtrip – Tag 16 – Vom Bryce Canyon nach Las Vegas

Dienstag, 21. Mai 2013

Vom Bryce Canyon National Park nach Las Vegas

Die heutige Etappe sollte mit ungefähr 400km verhältnismäßig kurz ausfallen. Die geplante Route führte uns direkt durch den Zion National Park. Normalerweise würde man überlegen, den Park zu umfahren, um den Parkeintritt von 25 Dollar pro Fahrzeug zu sparen, der auch bei der Durchfahrt fällig wird. Dank unserer Nationalpark-Jahreskarte fiel uns die Entscheidung für den Weg durch den Park allerdings recht leicht. Und auch wenn der Besuch nur kurz war, haben wir ihn nicht bereut.

Zion National Park

Zion - Shuttle RouteVom Bryce Canyon aus führte uns die Utah State Route 9 zum Osteingang des Parks. Kurz danach machten wir einen ersten Sightseeing-Halt an der Checkerboard Mesa. Wir hatten Glück und erwischten direkt einen freien Parkplatz. Zu unserem Pech ergoss sich allerdings genau in diesem Moment auch eine Busladung Chinesen an den Aussichtspunkt. Ich bin sogar der Meinung, es war dieselbe Busladung, die uns schon im Bryce Canyon erwischt hatte, nur dass wir heute auf keinen Wanderweg flüchten konnten. Darum beließen wir es bei ein paar Fotos und setzten unseren Weg schnell fort.
Die State Route 9, die von Ost nach West durch den Park führt, war so voll, dass teilweise sogar Stop-and-Go angesagt war. Bevor wir zum Besucherzentrum kamen, war eigentlich noch eine kurze Wanderung auf dem Canyon Overlook Path geplant. Die mussten wir aber leider ausfallen lassen, da es am Startpunkt keinen freien Parkplatz gab. Durch den starken Verkehr war es auch nicht möglich zu warten, bis jemand wegfährt, so dass wir direkt durch den Tunnel zum Besucherzentrum fuhren.

Dort ließen wir das Auto stehen und fuhren mit einem der parkeigenen Busse auf dem Zion Canyon Scenic Drive weiter. In der Hauptsaison ist der Weg in den Canyon für private Fahrzeuge gesperrt. Wir entschieden uns für einen kurzen Stopp am „Weeping Rock“, dem weinenden Fels, bevor wir mit dem Bus weiter bis zur Endstation am „Temple of Sinawava“ fuhren. Von dort wanderten wir den „Riverside Walk“ (ca 3,5km / 1,5 Stunden), der am Fluss entlang weiter in den Canyon führt. Und je weiter man in den Canyon hineingeht, desto enger wird er. Am Umkehrpunkt des Riverside Walks weiß man dann, wieso es ab hier „The Narrows“ heißt. Der asphaltierte Weg endet, denn hier ist im Canyon nur noch Platz für den Fluss. Das heißt aber nicht, dass die Wanderung hier zu Ende sein muss. Wenn man genügend Zeit und Ausdauer mitbringt, kann man im Flussbett noch weiter den Canyon hinaufwandern (15km / 8 Stunden).
Zion Narrows
Vielleicht also beim nächsten Mal, wenn Zion nicht nur ein Zwischenstopp auf der Durchreise ist. Mit dem Shuttle ging es nach der Wanderung zurück zum Besucherzentrum und von dort mit dem Auto weiter nach Springdale, direkt vor den Toren des Nationalparks. Dort folgten wir dem Restauranttipp von Foodfreak und machten Mittagspause im Flying Monkey. Und was soll ich sagen, Petra hatte nicht zu übertrieben. Die Pizza war äußerst lecker und so groß, dass wir uns die Reste einpacken ließen, um sie abends im Hotel zu essen.
Springdale - Flying Monkey

Bevor wir unseren Weg nach Las Vegas fortsetzten, machten wir noch einen letzten Abstecher auf das Kolob Plateau, welches zum Teil auch noch zum National Park gehört.

Ab Minute 1:15 des Videos biegen wir auf die Kolob Terrace Road ab und folgen ihr 33 Kilometer bis zum Lava Point Overlook. Von dort hat man noch einmal einen Panoramablick über Zion. Und für die Geocacher gibt es einen Earthcache sowie einen Virtual 🙂
Mittlerweile war es später Nachmittag und es wurde Zeit, sich nun wirklich auf den weiteren Weg zum Tagesziel zu machen. Ungefähr 3,5 Stunden Fahrt lagen noch vor uns. Der größte Teil davon war entspanntes dahinrollen auf der Interstate 15 Richtung Süden. Erst als wir in die Außenbezirke von Las Vegas kamen, nahm der Verkehr etwas zu. Mittlerweile war die Sonne fast untergegangen und die Stadt empfing uns mit ihrem Lichtermeer. Als wir über den Strip zu unserem Hotel fuhren, war schon alles bunt erleuchtet.

Monte Carlo Hotel Resort

Das Hotel sollte eigentlich eins der besten der Reise sein. Leider gab es schon beim Check-In die erste Enttäuschung. Die gebuchte Spa-Suite mit Whirlpool am Fenster und Blick über den Strip war nicht verfügbar. Wie so etwas bei im Voraus bezahlten Buchungen passieren kann, wird mir weiterhin ein Rätsel bleiben. Stattdessen gab es ein Upgrade auf eine Diamond Suite. Größer und auch mit Whirlpool, allerdings nur im Badezimmer. Wäre es nur das gewesen, hätte man vermutlich damit leben können. Wenn man einem Gast schon ein Upgrade anbietet, sollte man auch sicherstellen, dass das neue Zimmer bzw. in diesem Fall die 80 Quadratmeter Suite mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Gäste-WC auch sauber ist. Als wir gegen halb 12 ins Bett wollten und die Tagesdecke vom Bett nahmen, sahen wir fleckige und löchrige Bettwäsche und Laken. Auch einige der Handtücher im Bad wiesen Löcher und undefinierbare Flecken auf, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Der einzige Lichtblick an diesem Abend war der Zimmerservice, der wenige Minuten nach unserem Anruf kam und die Betten neu bezog. Trotzdem darf so etwas eigentlich gar nicht erst passieren und gerade bei den Suiten hätte ich auch in einem 3000-Betten-Hotel etwas mehr Sorgfalt erwartet. Aber anscheinend hatten wir heute ausnahmsweise mal die Niete gezogen.
Las Vegas - Monte Carlo

Nur ein Ping!

Keine Angst, das Blog ist nicht tot. Es kommt nur gerade alles zusammen: Schreibfaulheit, Sommermüdigkeit und zu viele andere Dinge zu tun, die im Moment Vorrang haben. Aber versprochen: Die Reiseberichte werden noch bis zum Ende der Reise fortgesetzt. Schließlich ist das auch für mich mein persönliches Reisetagebuch. Und da dürfen Las Vegas, Death Valley oder der Besuch auf der USS Midway natürlich nicht fehlen. Also habt einfach noch etwas Geduld, spätestens wenn es wieder kühler wird und die Tage kürzer werden, komme ich sicher auch wieder zum schreiben.

USA Roadtrip – Tag 15 – Bryce Canyon National Park

Montag, 20. Mai 2013

Bryce Canyon National Park

Heute stand ein ganzer Tag im Bryce Canyon auf dem Programm. Da alle Aussichtspunkte vom Parkeingang aus gesehen links der Straße lagen, fuhren wir erst die komplette Bryce Canyon Park Road (Zeitraffer) bis zum letzten Aussichtspunkt. Von dort arbeiteten wir uns zurück und konnten so einfacher die Parkplätze anfahren, die sich nun alle rechts der Straße befanden.
Bryce Canyon Park Entrance USA Roadtrip – Tag 15 – Bryce Canyon National Park weiterlesen