USA Roadtrip – Tag 24 – USS Midway

Mittwoch, 29. Mai 2013

USS Midway in San Diego

Am vorletzten Tag vor der Abreise machten wir heute einen Ausflug nach San Diego, um uns dort die USS Midway anzuschauen. Als großer Fan von Flugzeugen und allem, was dazu gehört, konnte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Carpool LaneDie ungefähr zweistündige Fahrt begann direkt im morgendlichen Stau. Der dauerte für uns aber nur solange, wie wir brauchten, um uns über die fünf Spuren des Freeways bis ganz nach links zur Carpool-Lane durchzukämpfen. Danach hieß es nur noch Tempomat auf 65 Meilen pro Stunde und gemütlich nach rechts winken. Wir schienen in ganz Los Angeles mal wieder die einzigen zu sein, die zu zweit im Auto saßen.
USS Midway - EmblemDas Museum auf der Midway ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weil wir es morgens etwas ruhiger angingen ließen, waren wir aber erst um 11 Uhr da. Leider, wie ich als Fazit schon mal vorwegnehmen möchte. Wir holten uns also schnell die Erlaubnis, an Bord gehen zu dürfen (Zivilisten nennen es Eintrittskarte) und dann tauchten wir, bewaffnet mit einem Audioguide (erhältlich in diversen Sprachen), auch schon ab in die Welt der Navy.
USS Midway - Hangar DeckDer Rundgang begann für uns im Hangardeck. Hier waren verschiedene Flugzeuge, hauptsächlich aus dem zweiten Weltkrieg, ausgestellt. Per Audioguide gab es kurz und knapp Informationen zu den Flugzeugen und natürlich auch zu diesem Deck des Flugzeugträgers. Wenn man mehr als nur die kurze Erklärung haben wollte, gab es aber an fast jeder Station optional auch eine längere Erläuterung – ein Knopfdruck am Audioguide genügte.
USS Midway - WäschereiUSS Midway - Friseur So hangelten wir uns von Deck zu Deck. Es ging durch Mannschafts- und Offiziersmesse, Küche, Krankenstation, Wäscherei und Wohnquartiere. Alles war sehr schön ausstaffiert, man hätte überall denken können, die Besatzung mache nur gerade Pause und wäre jeden Moment zurück. Teilweise waren die einzelnen Szenen auch animiert, in der Wäscherei wurde tatsächlich Wäsche gemangelt und der Patient auf dem Zahnarztstuhl wackelte immer vor Angst mit den Beinen, wenn der Zahnarzt sich mit dem Bohrer über ihn beugte. An vielen Stationen gab es auf Schautafeln oder zusätzlich über den Audioguide kleine Anekdoten aus dem Schiffsleben von ehemaligen Besatzungsmitgliedern zu lesen bzw. zu hören. Alles in allem war der Rundgang sehr kurzweilig gestaltet und die Zeit verging wie im Flug. Als wir endlich wieder Tageslicht sahen, war es schon fast 15 Uhr.
USS Midway - Ready for takeoffWir mussten also schon etwas schneller gehen, um das fliegende Material aus dem Jet-Zeitalter, welches auf dem knapp 305 Meter langen Flugdeck ausgestellt war, zu besichtigen. Noch interessanter als die Flugzeuge war aber, was die Freiwilligen des Museums, fast ausnahmslos alte Navy-Veteranen, zu erzählen hatten. So verbrachten wir geraume Zeit bei den Tech-Talks der beiden Volunteers am Katapultstart und bei der Fanghakenlandung. Es war eine Freude, den beiden zuzuhören, wie sie einerseits die Technik mit den zugehörigen Arbeitsabläufen an Deck erklärten und das ganze immer wieder mit persönlichen Anekdoten aus ihrer Dienstzeit auflockerten.
USS Midway - ExpertenwissenUSS Midway - Die InselAuf dem Weg vom Bug zum Heck kommt man nicht umhin, auch einen Blick auf die „Insel“ zu werfen. Der markante Turm dient nicht nur als Kommandobrücke und Tower für die Flugoperationen, er beherbergt auch die Räumlichkeiten des kommandierenden Admirals des gesamten Flugzeugträgerverbandes. Auch hier waren wieder Freiwillige im Einsatz, die Führungen durch die Insel anboten. Unser Guide war früher selbst mal Pilot und Air Boss auf einem Flugzeugträger und hatte somit einiges zu erzählen.
USS Midway - BrückeUSS Midway - FlugdeckNach der Insel-Führung warfen wir noch einen Blick in die Einsatzbesprechungsräume der Flugzeugstaffeln, die auf der Midway stationiert waren. Leider ging uns jetzt langsam die Zeit aus, so dass wir uns hier etwas beeilen mussten. Es war schon kurz vor 17 Uhr und das Museum begann bereits, die Besucher mit Lautsprecherdurchsagen in Richtung Ausgang zu komplimentieren. Wir hatten gerade noch genug Zeit, kurz im Souvenirshop vorbeizuschauen, bevor wir von Bord mussten. Hier rächte sich jetzt, dass wir uns morgens zu viel Zeit gelassen hatten und erst eine Stunde nach Museumsöffnung hier waren. Wir hätten den Flugzeugträger auch gut noch eine Stunde oder länger erkunden können.
USS MidwayUSS Midway - Bob Hope MemorialBevor es wieder nach Los Angeles zurück ging, vertraten wir uns noch etwas die Füße, um eine Stelle zu finden, von der aus ich den ganzen Pott noch mal in voller Länge fotografieren konnte. Gar nicht so einfach bei der Größe (und dem Sonnenstand). Es klappte aber so leidlich und ganz nebenbei konnten wir auch noch einem der großen Stars der Truppenbetreuung – Bob Hope – an seinem Denkmal gegenüber der Midway unsere Aufwartung machen.
Der Weg zurück auf dem Highway war ereignislos – wenn man von der Kontrolle der Border Patrol absieht. Für mich war das nicht die erste Kontrolle dieser Art, ich erinnere mich noch, dass wir auch 1997 auf dem Rückweg von San Diego kontrolliert wurden. Die Grenzpolizei hält hier auf Grund der Nähe zur mexikanischen Grenze immer die Augen nach illegalen Einwanderern offen. Da wir aber nicht wie Mexikaner aussahen, winkte man uns auch dieses Mal einfach durch.
Border Control