Tagespresse, Wochenblätter, Rundfunksendungen, TV-Reportagen. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht mindestens in einem Medium über Geocaching berichtet wird. Dazu kommen dann noch die diversen Volkshochschulen und Event-Veranstalter, die auch nicht hinten an stehen wollen. Ich frage mich seit längerem, ob das ein Zustand ist, der sich positiv auf unser Hobby auswirkt.

Als ich 2005 mit Geocaching begonnen habe, war es ein Hobby, das sich in meiner Wahrnehmung fast ausschließlich durch Mundpropaganda verbreitet hat. Vereinzelte Berichterstattung gab es zwar hier und da mal, aber bei weitem nicht in dem heutigen Ausmaß. Zum Geocaching kam man häufig durch Mundpropaganda oder bereits vorhandene ähnliche Hobbies, wodurch es schon eine gewisse Filterung der “Interessenten” gab.

Die verstärkte Berichterstattung, tatkräftig unterstützt durch die stetig steigende Verfügbarkeit von GPS-Empfängern (mittlerweile selbst in Mobiltelefonen), drückt seit einiger Zeit eine Masse an mehr oder weniger Interessierten in die Gruppe der Geocacher, die der Qualität und der Zukunft des Hobbies Geocaching meiner Ansicht nach nicht zuträglich ist. Dazu sorgen Medienpräsenz und unvernünftige Cacher auch dafür, dass andere Interessengruppen wie Jäger, Höhlenforscher oder Naturschützer vermehrt auf Geocaching aufmerksam werden, was nicht wirklich unser Ziel sein kann.

Geocaching lebt vom Verstecken. Nicht nur vom Verstecken von Dosen, sondern auch vom versteckten Agieren des Geocachers an sich. Die Heimlichkeit, das unauffällige Finden des Verstecks ist für mich immer ein essentieller Teil des Spiels gewesen (und sollte es auch weiterhin bleiben). Gerade unter den “unbedarften” Neueinsteigern scheint sich das vielfach noch nicht so recht herumgesprochen zu haben. Zu deren Ehrenrettung muss aber auch gesagt werden: Mittlerweile ist “sich unauffällig verhalten” manchmal gar nicht mehr so einfach, wenn man auf der Straße schon mit “Sie machen bestimmt auch dieses Geocaching, oder?” angesprochen wird (was wohl auf die erhöhte Medienpräsenz zurückzuführen ist). Erschwerend hinzu kommt dann noch die Mode, Caches an möglichst vermuggelten Orten oder unter Missachtung von Gesetzen zu verstecken, aber das wäre schon wieder einen eigenen Beitrag wert. Solche Cacheverstecke rücken Geocaching häufig ins Rampenlicht – aber so gut wie nie im positiven Sinne.

Leider findet so ziemlich jeder “Journalist” über kurz oder lang einen willigen, aber nur in seltenen Fällen kompetenten Interviewpartner. Gerne wird dieser auch über die Deutsche Wanderjugend, den Betreiber von Geocaching.de und Opencaching.de, vermittelt. Deren Engagement sehe ich mittlerweile allerdings eher negativ, da zwischen den Zielen der DWJ und dem, was dem Geocaching gut tut, ein klassischer Zielkonflikt besteht: Die DWJ möchte das Engagement nutzen, um den Bekanntheitsgrad zu steigern, Geocaching dagegen sollte möglichst ohne große Öffentlichkeit ablaufen. Außerdem werde ich den Eindruck nicht los, dass dieses Engagement der erste Schritt auf dem Weg zu einem Geocaching-Verein ist.

Vielleicht regt dieser Artikel ja den einen oder anderen an, sein Verhalten beim Geocaching mal auf die Außenwirkung hin zu betrachten. Bewege ich mich wirklich unauffällig? Sind meine Cacheverstecke so gewählt, dass sie auf legalem Wege zu erreichen sind und die suchenden Cacher möglichst nicht unnötig unter Beobachtung stehen? Braucht Geocaching wirklich noch einen weiteren Medienbericht oder wäre es vielleicht besser, den Journalisten unter Hinweis auf die unzählbaren bereits erschienenen Artikel/TV-Reportagen zu überzeugen, dass ein weiterer Bericht langweilig wäre ;)