Ich habe es im letzten Monat geschafft, mich in den Forendiskussionen um das Positionspapier vornehm zurückzuhalten. Aber irgendwann ist es vorbei mit der Fähigkeit, einfach über jeden Mist hinwegzusehen, welcher erneut aus Kassel gesteuert mit unserem Hobby veranstaltet wird.

Nach der absolut missglückten Presseerklärung zum Umweltschutz hat man jetzt ein Fotomagazin als Partner für sich entdeckt. Für die April-Ausgabe der “Fotohits” wird ein Geocaching-Wettbewerb “in Kooperation mit Panasonic und der Deutschen Wanderjugend” angekündigt. Ziel erreicht. Wieder einmal hat es die DWJ über das Thema “Geocaching” in die Presse geschafft. Wir müssen uns noch überraschen lassen, was genau da überhaupt fotografiert werden soll. Dreckige Tupperdosen? Da tun sich wirklich Möglichkeiten für fotografische Meisterwerke auf. Alles andere, was man so auf Geocaching-Touren sieht – Landschaft, Gebäude, Natur – kann man auch ganz einfach beim Wandern sehen und ablichten. Da sollte sich die Wanderjugend doch eigentlich auskennen. Meine Einschätzung von vor einem Jahr, dass die Ziele der DWJ den Interessen des Geocachings entgegenstehen (Geocaching lebt vom Reiz der Heimlichkeit, forcierte Öffentlichkeit zerstört diese), wird hier jedenfalls erneut bestätigt. Wer immer noch nicht glauben will, dass es der DWJ nur um ihren eigenen Vorteil geht, der möge sich mal deren Jahresbericht 2006/2007 durchlesen. Auf Seite 2, rechte Spalte, werden die Ziele, die durch das Engagement für das Geocaching erreicht werden sollen, sehr konkret genannt: Mitgliedergewinnung, eigenen Bekanntheitsgrad steigern. Welche Auswirkungen dieses eigennützige Engagement auf das Hobby Geocaching hat, interessiert dabei offenbar nicht, denn Warnungen aus der Community vor den Folgen werden konsequent ignoriert.

In kaum einer Veröffentlichung darf dabei die Erwähnung fehlen, dass man die Community-Projekte Geocaching.de und Opencaching.de unterstützt und fördert. Aber wie integriert ist die “Community” eigentlich noch in beide Projekte? Es heißt zwar immer und überall, dass man sich über “helfende Hände” freut, nur wie sieht es in der Praxis aus? Rückblickend auf meine eigene Zeit im Team habe ich den Eindruck gewonnen, dass Hilfe gerne angenommen wird – sofern der Helfende mit der Meinung der Team-“Leitung” übereinstimmt oder sie zumindest nicht offen in Frage stellt. Ansonsten darf man sich nicht wundern, wie schnell plötzlich der eigene Zugang zum internen Forum gesperrt ist. Alex Schweigert von Geocaching Nordfriesland kann da ein Lied von singen. Man muss hier also durchaus kritisch hinterfragen, inwieweit dieses in sich abgeschottete Team tatsächlich die Meinungsvielfalt der deutschen Geocacher repräsentiert.

Wie kann man diese Einflussnahme der DWJ also stoppen? Die wirkungsvollste Methode wäre, ihnen den Zugriff auf die Domains Opencaching.de und Geocaching.de zu entziehen. Damit würde zwar nicht verhindert, dass sie sich weiter zu Geocaching-Themen äußern, aber zumindest würde ihr Wert als Gesprächspartner sinken, wenn sie sich nicht mehr als Betreiber von zwei Geocaching-Seiten äußern können, sondern nur noch als das was sie sind – als Wanderverband. Bei OC dürfte ein Betreiberwechsel allerdings mittlerweile so gut wie unmöglich sein, da die Wanderjugend dort als Domaininhaber und administrativer Ansprechpartner eingetragen ist. Hier bleibt als Einflussmöglichkeit wohl nur die Abstimmung mit den Füßen. Chancen für einen “Betreiberwechsel” bestünden aber möglicherweise noch bei Geocaching.de, denn hier ist weiterhin Stephan S. aus Berlin der Domaininhaber. Es besteht also vermutlich eine private Vereinbarung zwischen Stephan S. und der DWJ (bzw. Nici, die als administrativer Ansprechpartner eingetragen ist) zur Nutzung der Domain. Voraussetzung wäre hier also, Stephan zu überzeugen, dass das aktuelle Team unter Federführung der Wanderjugend nicht die optimale Lösung für den Community-basierten Ansatz ist, für den Geocaching.de nach meinem Verständnis immer stand. Wer ihn kennt, kann ihn ja mal vorsichtig darauf ansprechen ;)

Was wäre die Alternative zum jetzigen Angebot auf Geocaching.de? Da gäbe es zum Beispiel Cachewiki.de. Anfangs war ich doch recht skeptisch, was die Idee dahinter anging. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass sich das Projekt absolut positiv entwickelt hat. Hier hat die Community wirklich Einfluss auf die Inhalte, da jeder mit eigenem Account oder auch anonym Artikel schreiben und ändern kann. Und die Community nutzt diese Möglichkeit sehr intensiv, wie man an der Versionshistorie sieht. Das es durch dieses wirklich offene Wiki zu einem Missbrauch der Freiheiten gekommen wäre, ist mir nicht bekannt. Die Inhalte dort sind auf jeden Fall deutlich umfangreicher und aktueller als das, was Geocaching.de momentan zu bieten hat (und je zu bieten haben wird, wenn sich nicht grundlegend etwas am Konzept ändern sollte). Vom Informationsgehalt her spräche also nichts dagegen, von der Domain Geocaching.de einfach direkt auf das Cachewiki als neue Portalseite weiterzuleiten (nein, der Betreiber weiß noch nichts von den Ideen, die ich hier gerade fabriziere).