Sonntag, 12. Mai 2013

Reisetag: Tucson nach Flagstaff

Von Tucson Richtung Norden

I17 NorthHeute endete unser Aufenthalt in Tucson schon wieder und die Reise führte uns Richtung Norden. Das Ziel am heutigen Reisetag war Flagstaff. Die Fahrtstrecke war mit ungefähr 470km moderat und so konnten wir es gemütlich angehen lassen.
Vom Hotel war es nicht weit bis zur Interstate 10, auf der wir bis Phoenix fuhren. Die Strecke kannten wir ja bereits vom Hinweg, nur dass wir in Phoenix nicht zurück zum Flughafen abbogen, sondern auf der Interstate 17 weiter Richtung Norden fuhren. Da heute Sonntag war, hielt sich der Verkehr in Grenzen und wir kamen auf der gesamten Strecke gut voran. Nach 3,5 Stunden ereignisloser Fahrt hatten wir unser erstes geplantes Zwischenziel erreicht.

Montezuma Castle National Monument

Wir hatten bereits etwas mehr als die Hälfte der Tagesstrecke hinter uns, als wir die erste größere Pause einlegten. Das National Monument liegt verkehrsgünstig nur 4km von der Interstate entfernt, weshalb es ideal für einen Abstecher auf dem Weg ist. Der Parkplatz war in der Mittagszeit gut gefüllt und auch am Eingang bildete sich eine Schlange. Wir hatten aber Glück und mussten nicht lange warten, da ein Park Ranger gerade eine zweite Kasse öffnete und erst mal alle Besucher mit Monats- und Jahreskarten zu sich bat. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und konnten so den Großteil der anderen Wartenden hinter uns lassen.
Montezuma Castle NM Überblick
Direkt hinter dem Besucherzentrum beginnt ein 500m langer Rundweg, der genau das Richtige ist, um sich nach einer längeren Autofahrt die Beine zu vertreten. Im Verlauf des Weges wird dem Besucher auf einigen Infotafeln das Leben der Indianer vor 900 Jahren nahe gebracht. Höhepunkt des Rundgangs sind die Felsenbehausungen, die hier in den Felsen über dem Weg zu sehen sind.
Auch wenn die Ruinen “Montezuma Castle” heißen, haben sie weder etwas mit Montezuma zu tun, noch waren sie ein Schloss. Als die ersten europäischen Siedler um 1860 die Behausungen entdeckten, nahmen sie fälschlicherweise an, dass die Gebäude von Montezuma errichtet wurden und es sich aufgrund der Größe (es gab ungefähr 45 Räume) um ein Schloß handelte. Montezuma CastleTatsächlich waren es aber gewöhnliche Wohngebäude der Sinagua-Indianer, welche schon ungefähr 100 Jahre vor Montezuma aufgegeben wurden. Über die Gründe ist man sich bis heute nicht einig. Möglicherweise wurden die Bewohner von rivalisierenden Indianerstämmen vertrieben oder mussten schlicht wegen anhaltender Dürreperioden umsiedeln. Die Cliff Dwellings, wie die Behausungen im Englischen genannt werden, sind nur über Leitern zu erreichen und für den Besucherverkehr nicht zugänglich.

Abseits der Interstate: US 89A

Aussichtspunkt an der SR179Auf der SR179
Nach dem Besuch des National Monument ging es zurück auf die Interstate, allerdings nur noch für ein paar Kilometer bis zur nächsten Abfahrt. Auf der Interstate wären wir zwar auch direkt und schneller nach Flagstaff gekommen, da wir aber keinerlei Zeitnot hatten, wählten wir die landschaftlich schönere Variante.

Auf der Arizona State Route 179 fuhren wir so abseits der Interstate in Richtung Sedona, wo es auf dem US Highway 89A weiterging. Im obigen Zeitraffervideo kann man recht schön sehen, dass diese Strecke deutlich interessanter und abwechslungsreicher war, als die Kilometer zuvor auf der mehr oder weniger schnurgeraden Autobahn. Die Videokamera hatte übrigens eine harte Zeit. Bei praller Sonne in der Windschutzscheibe hatte sie einen Sonnenhut genauso nötig wie wir, als wir 25km nördlich von Sedona noch mal einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt einlegten, bevor wir unseren Weg zum letzten Zwischenziel fortsetzten.
SonnenschutzAussichtspunkt an der US89A

Walnut Canyon National Monument

Der Walnut Canyon liegt nur wenige Kilometer östlich von Flagstaff. Da wir für den Check-In im Hotel sowieso noch zu früh dran waren, ließen wir die Stadt erst mal im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und kamen gegen 15 Uhr am National Monument an. Wie fast jede Einrichtung des National Park Service schließt auch der Walnut Canyon um 17 Uhr und so blieb uns noch genug Zeit, um den Island-Trail zu wandern.
Walnut Canyon National MonumentCliff Dwellings (1)
Der Zugang zu dem 1,5km langen Rundweg ist nur durch das Besucherzentrum möglich und der Trail schließt eine Stunde vor der Parkschließung, da man ungefähr eine Stunde braucht, um ihn abzugehen. Der Weg führt 60 Meter in den Canyon hinab und umrundet dort die sogenannte “Insel”, eine Felsformation, die wie eine Insel im Canyon steht. In den Wänden der Insel sind 25 Felsbehausungen erhalten und an den gegenüberliegenden Wänden des Canyons kann man noch weitere Cliff Dwellings erkennen. Wie schon in Montezuma Castle haben auch hier bis vor 750 Jahren die Sinagua-Indianer gelebt. Gerade bei den Behausungen in den Felswänden gegenüber fragt man sich aber, wie sie dort überhaupt hingekommen sind. Es sind keinerlei Wege zu erkennen, so dass die Bewohner hier wohl nur mit mehr oder weniger waghalsigen Kletteraktionen nach Hause kommen konnten.
Island TrailCliff Dwellings (2)

Hotel: Hilton Garden Inn Flagstaff

Unser Hotel lag verkehrsgünstig in der Nähe der Interstate, war andererseits aber weit genug davon entfernt, um eine ruhige Nacht verbringen zu können. Die Zimmerausstattung war landestypisch: Kühlschrank, Mikrowelle, großer Fernseher und Klimaanlage. Dazu gab es ein King-Size-Bett mit den obligatorischen fünf Lagen Decken. Im Gegensatz zum letzten Hotel in Tucson war hier allerdings kein Frühstücksbuffet im Zimmerpreis enthalten. Wir hätten es für $7,95 pro Person dazubuchen können, was uns für das bisschen, was wir zum Frühstück brauchen, aber etwas viel war. Bevor wir im Hotel die Beine hochlegen konnten, ging es aber erst noch einkaufen. Wir deckten uns hier in Flagstaff noch mal mit Lebensmitteln und Getränken ein, bevor es am nächsten Tag zum Grand Canyon weitergehen sollte, da einkaufen dort im Touristengebiet höchstwahrscheinlich teurer werden würde. Außerdem gab es hier einen Safeway, bei dem wir mit unserer Rabattkarte wieder sparen konnten. Bepackt mit Brötchen fürs Frühstück, Mikrowellenessen zum Abendbrot, mehreren Gallonen Wasser und Tonnen von Energieriegeln ging es zurück ins Hotel, wo wir Tag 7 ausklingen ließen.