USA Roadtrip – Tag 8 – Von Flagstaff zum Grand Canyon

Montag, 13. Mai 2013

Von Flagstaff zum Grand Canyon

Mit der Fahrt von Flagstaff zum Grand Canyon lagen heute zwar nur 200km Wegstrecke vor uns, trotzdem starteten wir wieder früh. Immerhin warteten unterwegs noch zwei National Monuments auf uns.

Sunset Crater Volcano National Monument

Statt den direkten Weg zum Grand Canyon über die US 180 zu nehmen, fuhren wir auf der US 89 Richtung Norden. Ungefähr 25km nördlich von Flagstaff bogen wir auf die Loop Road ab und befanden uns nach wenigen Kilometern am Besucherzentrum des Sunset Crater Volcano National Monuments. Nach den üblichen Formalien – Jahreskarte vorzeigen und Parkbroschüre mitnehmen – fuhren wir weiter und parkten am Lava Flow Trail.
Lava Flow Trail
Dieser Rundweg führte uns 1,5km quer durch die Überreste des letzten Vulkanausbruchs. Leider waren die Infoheftchen, die am Anfang des Weges ausliegen sollten, vergriffen und so mussten wir die Runde ohne Hintergrundinformationen absolvieren. Statt Infotafeln entlang des Weges gab es hier an einigen Stellen nämlich nur einen Pfahl mit einer Nummer, die für Erläuterungen auf das entsprechende Kapitel im Infoheft verwies. Die Landschaft war aber auch ohne Zusatzinformationen faszinierend. 900 Jahre ist der Vulkanausbruch jetzt her und selbst heute hält sich der Bewuchs noch in Grenzen. Nur ganz langsam erobert sich die Pflanzenwelt das von Lava und Asche bedeckte Gebiet wieder. Im Lavafeld am Fuße des Vulkans ist schon wieder etwas mehr Vegetation zu sehen, die Flanken des 300m hohen Vulkankegels, der dem National Monument seinen Namen gab, sind aber immer noch kahl. Blickt man über das Lavafeld Richtung Westen, kann man von hier sogar noch die schneebedeckten Gipfel der San Francisco Peaks sehen. Den Namen bekamen sie übrigens schon lange vor der Stadt San Francisco, als spanische Franziskanermönche im 17. Jahrhundert eine Mission in der Nähe errichteten. Sie benannten die Berge zu Ehren ihres Schutzpatrons Franz von Assisi.
San Francisco Peaks

Wupatki National Monument

Nach der Wanderung ging es mit dem Auto weiter auf der Loop Road. Anfangs war die Landschaft noch von vulkanischen Aktivitäten gezeichnet, nach und nach ging sie aber in die Wüste des Colorado-Plateaus über. Dort befindet sich auch das Wupatki National Monument, unser nächster Halt. Wie schon am Montezuma Castle und im Walnut Canyon bekamen wir hier die Überreste alter Indianerkultur zu sehen. Im Gegensatz zu den beiden National Monuments von gestern handelte es sich hier aber nicht um in den Felsen gebaute Behausungen, sondern um Überreste von normalen Siedlungen. Aus Zeitgründen beschränkten wir uns darauf, zwei der fünf Pueblos anzuschauen.
Wukoki Pueblo
Das erste war das Wukoki Pueblo (Bild oben), ein dreistöckiger Wohnturm mit 6-7 Räumen, in welchem vermutlich 2 oder 3 Familien gelebt haben. An das Gebäude angeschlossen ist ein Platz, der von einer halbrunden Brüstungsmauer umschlossen wurde, die aber nur noch teilweise erhalten ist. Hier wurden Tonwaren getöpfert, Körbe geflochten und sonstige tägliche Arbeiten ausgeführt. Der Turm ist mit seinen 3 Stockwerken fast 6 Meter hoch und wurde dazu auf einer natürlichen Erhebung erbaut, wodurch man einen weiten Blick über das Gelände hatte. Es ist nicht bekannt, wieso gerade hier ein so hohes Gebäude errichtet wurde, es ist aber auf jeden Fall außergewöhnlich für diese Gegend.
Unser nächster Stop war das Besucherzentrum des Wupatki National Monuments, durch das wir Zugang zum größten Pueblo, dem Wupatki Pueblo (Bild unten) bekamen. Dieses Pueblo besaß wie das Wukoki Pueblo einen Turm, bot mit 100 Räumen aber deutlich mehr Einwohnern Platz. Es gab außerdem einen Gemeinschaftsraum sowie ein vermutlich zeremonielles Ballsportfeld. Im 12. Jahrhundert war das Wupatki Pueblo das größte Gebäude im Umkreis von mindestens 80km und ein kulturelles Zentrum der Region. Die einzige Möglichkeit, ins Pueblo zu gelangen, waren übrigens Leitern. Im gesamten Erdgeschoss gab es keine Fenster oder Türen.
Wupatki Pueblo
Vom Besucherzentrum aus folgten wir wieder weiter der Loop Road, die uns noch an drei weiteren Pueblos vorbeiführte. Aus Zeitgründen ließen wir diese aber aus und so brachte uns die Ringstraße einige Kilometer später wieder auf die US 89, von der wir heute morgen 20km südlich abgebogen waren. Nach weiteren 30km nordwärts bogen wir auf die US 64 ab und näherten uns jetzt von Osten dem Tagesziel Grand Canyon. Da innerhalb der National Parks im Regelfall keine physischen Geocaches versteckt werden, hielten wir kurz vor dem östlichen Eingang zum Grand Canyon National Park noch einmal an, damit ich nach den diversen Earthcaches von Sunset Crater Volcano und Wupatki National Monument auch mal wieder eine richtige Dose finden konnte.