USA Roadtrip – Tag 10 – Grand Canyon South Rim – Mancos

Mittwoch, 15. Mai 2013

Grand Canyon nach Mancos

Nach der anstrengenden Wanderung von gestern stand heute hauptsächlich eine lange Autofahrt auf dem Plan. Unser nächstes Ziel war Mancos im äußersten südwestlichen Zipfel von Colorado. Mancos selbst bietet zwar nichts spektakuläres, eignet sich aufgrund seiner günstigen Lage zum Mesa Verde National Park aber sehr gut als Übernachtungsstation.
Da unser Hotel in Tusayan lag, ging es heute Morgen wieder am Südeingang in den Park, um ihn auf dem East Rim Drive noch einmal komplett bis zum östlichen Eingang zu durchfahren. Die Strecke kannten wir ja bereits von der Hinfahrt, so dass wir alle Aussichtspunkte links liegen ließen. Sicherlich wäre es morgens noch mal wieder ein ganz neues Farbenspiel gewesen, aber wir hatten knapp 700km Fahrt mit einem National Monument auf dem Weg vor uns, daher verzichteten wir darauf, um nicht erst mitten in der Nacht in Mancos anzukommen. An der Kreuzung von US64 und US89 tankten wir noch ein letztes Mal, bevor es in mehr oder weniger unbewohnte Gegenden ging.

Nach ein paar Kilometern auf der US89 und US160 ging es dann rechts ab auf die US264 ins Niemandsland. Die Autos, die uns auf den ersten 100km entgegen kamen, konnte man an einer Hand abzählen und auch in unserer Richtung war nichts los. Weder mussten wir überholen noch wurden wir überholt. Irgendwann war dann auch der Punkt erreicht, an dem die UKW-Sender aussetzten, weil wir außerhalb der Sendereichweite waren. Der einzige empfangbare Sender war ein Mittelwellensender, auf dem indianische Stammesgesänge liefen. Das war aber gar nicht so unpassend, immerhin fuhren wir gerade mitten durch Navajo-Land und es hätte mich nicht sehr gewundert, wenn plötzlich ein Indianer auf dem Pferd neben uns hergeritten wäre. Erst als wir nach knapp 200km Richtung Norden abbogen, gab es wieder nennenswert mehr Verkehr. Die US191, auf der wir jetzt die letzten 50km bis Chinle zurücklegten, ist eine der wenigen Verbindungsstraßen zwischen der I40 im Süden und der I70 im Norden.

Canyon de Chelly National Monument

Nach ungefähr 400km Fahrstrecke erreichten wir Chinle und damit auch das Canyon de Chelly National Monument. Nach der gestrigen Mammutwanderung ließen wir es heute ruhig angehen und fuhren nur die Aussichtspunkte ab. Wir starteten am Spider Rock Overlook, der am Ende des ungefähr 25km langen South Rim Drive (ja, der heißt hier genauso wie am Grand Canyon) liegt. Es bedurfte allerdings einigem guten Zureden, um Frau Kescherbande aus dem Auto auf den 150m langen Weg zum Aussichtspunkt zu bekommen, da sie von gestern noch ordentlich Muskelkater hatte. Bei mir hielten sich die Nachwirkungen zum Glück in Grenzen.
Canyon de Chelly - Spider Rock

Spider Rock – zwei etwa 240 Meter hohe Felsnadeln sind das Wahrzeichen des Canyon de Chelly. In der Mythologie der Navajo sind die Kuppen der Wohnort der Spinnenfrau (Spider Woman). Nach den Stammesmythen brachte sie den Menschen die Kunst des Webens bei und wird dafür noch heute verehrt, sie soll aber auch kleine ungehorsame Kinder verschlingen. (Die weißen Gipfel sind der Überlieferung nach die Gebeine der Kinder) Quelle: Wikipedia.

Uns hat der Spider Rock tatsächlich auch ein wenig an eine Spinne erinnert, denn er steht direkt an der Kreuzung mehrerer Canyons – wie die Spinne im Netz.
White House Ruins
Auf dem Rückweg vom Spider Rock hielten wir noch an einigen anderen Aussichtspunkten, unter anderem am White House Overlook. Wären wir nicht noch kaputt von gestern gewesen, hätte es hier die einzige Gelegenheit gegeben, das Innere des Canyon ohne einen Navajo-Führer zu erkunden. Der Weg zu den White House Ruins (Foto oben) und zurück ist ungefähr 5km lang und überwindet dabei ca. 180m Höhenunterschied zwischen Canyonrand und dem Canyonboden. Unten angekommen kann man die Ruinen dann noch etwas besser sehen, als es uns von oben möglich war. Im Gegensatz zum Wupatki National Monument, wo man teilweise durch die Überreste der Gebäude gehen durfte, ist hier das Betreten der Ruinen allerdings verboten. Als wir wieder zurück am Besucherzentrum waren, wechselten wir dort auf die State Route 64 Richtung Nordosten, die gleichzeitig der North Rim Drive des Canyons ist. Da es mittlerweile schon kurz vor 16 Uhr war und wir noch gut 250km zu fahren hatten, ließen wir dort aber alle Aussichtspunkte aus. Unsere Route weiter über die Indian Routes 12 und 13 war zwar die kürzeste, aber gleichzeitig nicht die schnellste Route. Sie hatte aber den für mich als Statistikcacher entscheidenden Vorteil, durch New Mexico und auch noch direkt an einem Earthcache vorbei zu führen. Am Abzweig auf die Indian Route 13 tankten wir erst noch einmal voll, bevor es weiter ins Niemandsland ging.

Die Indian Routes sind von der Klassifizierung am Ehesten mit unseren deutschen Kreisstraßen vergleichbar. Es ging in engen Serpentinen bergauf und bergab und die Strecke war insgesamt eine angenehme Abwechslung zu den sonst häufig schnurgeraden Bundesstraßen. Am Shiprock, dem Earthcache, beschränkte ich mich aufgrund des leichten Sandsturms, in dem wir uns seit der Staatsgrenze von New Mexico befanden, auf ein schnelles Beweisfoto. Es war mittlerweile kurz vor 18 Uhr, wir hatten noch ungefähr eine Stunde Fahrt vor uns und da Mancos in einer anderen Zeitzone liegt als unser Startort, wurde uns hier noch eine weitere Stunde „geklaut“, so dass wir am Ende gegen halb 9 im Motel in Mancos ankamen. Vorher hatten wir in Cortez noch einen kurzen Einkaufsstopp eingelegt, da wir dort gerade an einem Safeway vorbeigekommen waren. Die Kundenkarten zeigten Wirkung.
Nach den großen Kettenhotels der letzten Tage waren wir in Mancos zum ersten Mal in einem kleinen familiengeführten Motel. Und was soll ich sagen: Die Bewertungen bei Tripadvisor haben nicht zu viel versprochen. Das Zimmer war einfach aber praktisch eingerichtet und sehr sauber. So fielen wir dann kurze Zeit später erschöpft ins noch frisch nach Weichspüler riechende Bett.

USA Roadtrip – Tag 9 – Grand Canyon – Bright Angel Trail (2)

Immer noch Dienstag, 14. Mai 2013

Grand Canyon – Bright Angel Trail

12:45 Uhr – Aufstieg

Den letzten Blogbeitrag hatte ich mit der Pause in Indian Garden beendet. Aber irgendwann musste auch die schönste Pause zu Ende gehen. Die Mittagszeit ist definitiv nicht die beste Zeit, um den Rückweg zu starten, aber wir wollten trotz vorhandener Taschenlampe nicht das Risiko eingehen, nach Sonnenuntergang gegen 19:30 Uhr noch unterwegs zu sein. Die Informationstafeln am Wegesrand raten dazu, für den Aufstieg mindestens 2-3 mal so viel Zeit einzuplanen, wie für den Weg hinunter. 2 Stunden 15 Minuten hatten wir auf dem Hinweg ohne nennenswerte Pausen gebraucht, also gingen wir für den Weg zurück nach oben von ca. 5-7 Stunden aus, so dass wir es auch im schlechtesten Fall gerade noch bei Tageslicht schaffen sollten. USA Roadtrip – Tag 9 – Grand Canyon – Bright Angel Trail (2) weiterlesen

USA Roadtrip – Tag 9 – Grand Canyon – Bright Angel Trail (1)

Dienstag, 14. Mai 2013

Grand Canyon – Bright Angel Trail

Bright Angel TrailheadHeute stand einer der Höhepunkte des Urlaubs auf dem Programm. Wir wollten uns früh um 6:30 Uhr auf den Weg in den Grand Canyon machen und 20km auf dem Bright Angel Trail bis zum Plateau Point und zurück wandern. Obwohl wir unser Gepäck (hauptsächlich Essen und Wasser, viel Wasser) schon am Abend vorher vorbereitet hatten, schafften wir es natürlich nicht, pünktlich zur selbst gesetzten Zeit am Startpunkt zu sein. Auf dem Weg zum Parkplatz hielten uns dann noch ein paar Wapitihirsche auf, die es anscheinend richtig toll fanden, halb auf der Straße herumzustehen. Da der normale Wanderparkplatz wegen Bauarbeiten gesperrt war, mussten wir auch noch etwas weiter entfernt parken und so starteten wir mit ungefähr 50 Minuten Verspätung in unser Tagesabenteuer.

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USA Roadtrip – Tag 8 – Grand Canyon East Rim Drive

Montag, 13. Mai 2013

Grand Canyon South Rim – East Rim Drive

Von Osten kommend hat man entlang des East Rim Drives eine Reihe von Aussichtspunkten zur Auswahl. Wir begannen gleich mit dem ersten und bogen wenige Meter nach der östlichen Eingangsstation direkt auf den großen Parkplatz des Desert View ab. Hier gibt es neben einem Souvenirshop auch einen Aussichtsturm, weshalb dieser Aussichtspunkt besonders beliebt ist. Wenige Meter Fußweg später hatten wir den Canyonrand erreicht und was wir sahen, lässt sich für mich schwer in Worte fassen. Der erste Blick in den Grand Canyon war einfach nur überwältigend. Die Weite, Tiefe und schiere Größe, die Farben, die Felsformationen. Auch ein Bild kann das alles nur begrenzt einfangen.
Grand Canyon Desert View
Nach diesem ersten Blick in den Canyon folgten wir weiter der Straße Richtung Westen. Navajo Point, den höchsten Aussichtspunkt am Südrand des Grand Canyon, Lipan Point und Moran Point ließen wir aus und hielten erst wieder am Grandview Point. Der Parkplatz hier war deutlich kleiner, aber wir hatten Glück und erwischten schon in der zweiten Umrundung eine freiwerdende Lücke. Die Fluktuation ist hier nicht so groß, da am Grandview Point auch der gleichnamige Wanderweg, der Grandview Trail, beginnt und somit viele der Autos zu Wanderern gehören, die hier für eine Tageswanderung parken. Ohne es richtig zu merken, hatten auch wir uns schon ein paar Meter auf den Weg ‚verirrt‘, als wir versuchten, uns den Touristenmassen, die sich in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes sammelten, zu entziehen. Wir hätten durchaus Lust gehabt, noch ein wenig weiter zu wandern, aber da uns am nächsten Tag der Bright Angel Trail mit knapp 2000 Höhenmeter erwartete, kehrten wir nach wenigen hundert Metern wieder um, um unsere Kräfte zu schonen.
Grand Canyon Desert View 2
Der nächste in den offiziellen Karten eingezeichnete Aussichtspunkt am East Rim Drive wäre jetzt Yaki Point gewesen. Wenn man Zeit und Lust hat etwas zu wandern und nicht gerade in der Hauptsaison unterwegs ist, kann man aber auch schon vorher noch einmal anhalten. Kurz hinter Kilometerstein (bzw. Meilenstein) 244 befindet sich rechts der Straße ein kleiner nicht asphaltierter und nicht ausgeschilderter Parkplatz versteckt im Wald. Von hier sind es noch ungefähr 1,5km ohne nennenswerte Höhenunterschiede zu Fuß durch den Wald bis zum Shoshone Point. In der Hauptsaison kann man die Örtlichkeit bei der Parkverwaltung für Hochzeiten und andere Feste mieten, wodurch der Zugang gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. In der Nebensaison ist hier aber normalerweise nichts los, so dass dies wohl einer der wenigen Orte am South Rim des Grand Canyon ist, an denen man den Touristenmassen mal entkommen kann. Wir trafen auf dem Weg und vorne am Aussichtspunkt ganze 3 andere Wanderer. Als wir wieder zurück am Auto waren, war es bereits kurz vor 17 Uhr und so fuhren wir erst mal ohne Stopps zum Hotel weiter, da wir heute Abend noch eine Verabredung hatten.
Unser Hotel war das Best Western Grand Canyon Squire Inn in Tusayan, nur wenige Kilometer außerhalb des Nationalparks. Hier bezogen wir unser gepflegtes Doppelzimmer für die nächsten zwei Nächte. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, nahmen wir dank freiem Hotel-WLAN schnell Kontakt zu meiner Nichte und ihrem Freund auf, die auf ihrer eigenen USA-Tour zufällig auch gerade hier vorbei kamen. Da sie nur 2 Hotels weiter übernachteten, trafen wir uns kurzerhand auf dem Parkplatz und fuhren dann gemeinsam zurück in den Park, um den Sonnenuntergang am Mather Point zu sehen. Hier war es erwartungsgemäß wieder deutlich voller, da sich dieser Aussichtspunkt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbesucherzentrum befindet.
Abendstimmung Mather Point
Der Versuch, später am Abend noch Nachtaufnahmen mit schönem Sternenhimmel zu machen, wurde leider durch hereinziehende Wolkenfelder vereitelt. Die einzigen Leuchtpunkte, die sich zeigen wollten, waren einige verwegene Wanderer, die mit Taschenlampen ihren Weg zur Phantom Ranch unten am Colorado River suchten. Anschließend ging es wieder zurück nach Tusayan, wo wir uns noch eine kleine Pizza zu Grand-Canyon-Preisen genehmigten, um uns für die am nächsten Morgen startende 20km-Wanderung zu stärken.

USA Roadtrip – Tag 8 – Von Flagstaff zum Grand Canyon

Montag, 13. Mai 2013

Von Flagstaff zum Grand Canyon

Mit der Fahrt von Flagstaff zum Grand Canyon lagen heute zwar nur 200km Wegstrecke vor uns, trotzdem starteten wir wieder früh. Immerhin warteten unterwegs noch zwei National Monuments auf uns.

Sunset Crater Volcano National Monument

Statt den direkten Weg zum Grand Canyon über die US 180 zu nehmen, fuhren wir auf der US 89 Richtung Norden. Ungefähr 25km nördlich von Flagstaff bogen wir auf die Loop Road ab und befanden uns nach wenigen Kilometern am Besucherzentrum des Sunset Crater Volcano National Monuments. Nach den üblichen Formalien – Jahreskarte vorzeigen und Parkbroschüre mitnehmen – fuhren wir weiter und parkten am Lava Flow Trail. USA Roadtrip – Tag 8 – Von Flagstaff zum Grand Canyon weiterlesen