USA Roadtrip – Tag 19 – M*A*S*H

Freitag, 24. Mai 2013

Von Ridgecrest nach Los Angeles

Heute stand die letzte Etappe des eigentlichen Roadtrips an. Das Ziel hieß Los Angeles, genauer gesagt Yorba Linda, wo wir noch ein paar Tage mit der (entfernten) Verwandtschaft verbringen wollten. Eigentlich also eine kurze Fahrt, auf direktem Weg gerade mal 2,5 Stunden. Natürlich nahmen wir nicht den direkten Weg und so ging es nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel (aufmerksame Leser erinnern sich) zuerst von Ridgecrest zum Malibu Creek State Park.

Für uns hatte das ganze eher den Charakter einer Pilgerreise, denn wir sind beide große Fans der Fernsehserie M*A*S*H. Durch Zufall war ich schon vor mehreren Jahren auf einen Geocache gestoßen, der am ehemaligen Drehort versteckt war. Und der befindet sich in ebendiesem Park. Die Fahrt selbst war recht ereignislos. Spannend wurde es erst gegen Ende, denn je mehr wir uns dem Großraum L.A. näherten, desto breiter und voller wurden die Straßen. Das waren wir nach 2 Wochen in mehr oder weniger Einöde gar nicht mehr gewohnt. Trotz des vielen Verkehrs war das Fahren aber auch hier immer noch angenehmer als in einer durchschnittlichen deutschen Großstadt.
Malibu Creek State ParkAm Park angekommen entrichteten wir beim Park Ranger unsere 10 Dollar Eintrittsgeld (State Parks sind ja nicht in der National Park Jahreskarte enthalten) und versuchten, einen möglichst schattigen Parkplatz zu finden. Danach ging es zu Fuß auf die ungefähr 4km lange Wanderung zum Drehort. Anfangs waren die Wege noch gut gepflegt, später ging es dann aber teilweise auf echten Trampelpfaden entlang ausgetrockneter Flussbetten weiter.
MASH WegweiserMan fühlte sich direkt in einige Folgen der Serie hineinversetzt, die außerhalb des Camps spielten. Jeden Moment hätte ein Nordkoreaner hinter einem Baum hervorkommen können. Dank regelmäßiger Wegweiser war das ehemalige Camp aber trotzdem leicht zu finden und wir erreichten es kurze Zeit später ohne in einen Hinterhalt geraten zu sein.
MASH AmbulanzAls wir aus dem Wald auf die Lichtung kamen, wurden wir direkt von dieser erstaunlich gut erhaltenen Ambulanz begrüsst. Sie war zwar komplett entkernt, aber von außen noch gut erhalten. Gut möglich, dass die Fans, die sich für den Erhalt des Areals einsetzen, auch hier Hand angelegt haben. Ein Stück weiter stand eine weitere Ambulanz, die aber in einem ungleich schlechteren Zustand war.
MASH Ausgebrannte AmbulanzIm Hintergrund sieht man auch den rekonstruierten Wegweiser aus dem Camp, an dem jede Figur aus der Serie einen Pfeil mit dem Namen seines Heimatorts angebracht hatte, der nach Hause zeigte. Zur besseren Orientierung für den Besucher hatte man noch ein Schild mit einem Übersichtsplan aufgestellt und die Position der einzelnen Zelte abgesteckt. Es war interessant zu sehen, wie klein das gesamte Set doch eigentlich war. In der Serie erscheint es ja alles recht weitläufig.
MASH InformationsschildNach einer ausgiebigen Besichtigung und Foto-Session machten wir uns auf den Rückweg. Auch wenn wir uns mit Malibu ja schon mehr oder weniger in Los Angeles befanden, lagen noch ca. 130km Fahrt bis Yorba Linda vor uns, wo unsere Reise vorerst bei der Verwandtschaft enden sollte. Da wird einem dann noch mal bewusst, wie groß die USA tatsächlich sind. Zuhause in Deutschland müssen wir selten mehr als 100km fahren und selbst dabei durchqueren wir dann teilweise schon mehrere Bundesländer. Hier bewegten wir uns nur innerhalb einer Stadt. Wir hatten uns dafür natürlich auch die optimale Zeit ausgesucht. Es war Freitag Nachmittag vor dem Memorial Day Wochenende und die Straßen waren mehr als voll. Zu allem Überfluss wollte uns das Navi auch noch über den Hollywood Freeway durch Downtown L.A. lotsen. Eine telefonische Rücksprache mit der Verwandtschaft ergab, dass das eine ganz schlechte Idee wäre. So blieben wir einfach die ganze Zeit auf dem Ventura Freeway, der später in den Foothill Freeway übergeht, um schließlich auf den Orange Freeway Richtung Yorba Linda abzubiegen. Nach etwas mehr als 3 Stunden, die größtenteils aus Stop and Go bestanden, waren wir dann am Ziel und genossen ein Kaltgetränk auf der schattigen Terrasse.

Da wir ihn erst mal nicht brauchen würden, gaben wir am nächsten Morgen noch schnell den Mietwagen zurück. Die verwunderte Frage, durch welche Wüste wir denn gefahren wären, war angesichts des rot eingestaubten Wagens verständlich. Sie haben ihn aber trotzdem anstandslos zurückgenommen, ohne dass ich ihn noch waschen musste.