Sonntag, 19. Mai 2013

Kanab – Bryce Canyon City

Auch heute hatten wir wieder nur eine kurze Etappe vor uns. Die kürzeste Route zum Bryce Canyon hätte nur ungefähr 2 Stunden gedauert. Das ließ erneut genügend Freiraum, um unterwegs etwas vom Weg abzuweichen. So wollten wir uns den Color Pink Sand Dunes State Park und das Cedar Breaks National Monument auf über 3000 Meter Höhe anschauen.

Color Pink Sand Dunes State Park

Nur ein kurzes Stück von Kanab auf der US89 Richtung Norden und dann links ab liegt der Coral Pink Sand Dunes State Park. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch den Cache ‘Cache the pictographs’ (GC1RXQG) besuchen und uns die Felszeichnungen dort anschauen.

Wir bogen also von der Hancock Road, die von der US89 zum Park führt, auf die Sand Spring Road ab. Auch wenn schon in der Cachebeschreibung Allrad- bzw. Offroad-Fahrzeuge für die Anfahrt empfohlen wurden, wollten wir es wenigstens versuchen. Es sollte aber wirklich nur beim Versuch bleiben, denn die Sand Spring Road machte ihrem Namen alle Ehre. Bei 1:42min war der Sand so tief, dass wir aufgaben und schon mit etwas Mühe umdrehten.
An den Coral Pink Sand Dunes angekommen mussten wir erst mal ein paar Minuten warten, bis ein Ranger auftauchte, um 8 Dollar von uns zu kassieren. Da es sich um einen State Park handelt, galt unser Jahrespass hier nicht.
Quads auf Düne
Vom Parkplatz begaben wir uns zu einer Aussichtsplattform, von man einen schönen Überblick über das Dünenfeld hatte. Hier kann man sehr gut damit beginnen, die Informationen für den Earthcache GC2D2AJ zu sammeln. Etwas entfernt waren einige Quads zu hören, die sich durch den feinen Sand pflügten. Ich war sehr überrascht davon, aber die Dünen dürfen zumindest zum Teil tatsächlich befahren werden.
Wüstenpflanze
An der Aussichtsplattform beginnt auch der Nature Trail, ein kurzer Rundweg von knapp einem Kilometer, der uns die erstaunlich vielfältige Flora und Fauna der Dünen auf verschiedenen Infotafeln entlang des Wegs näher brachte. Auch wenn der Weg nicht wirklich lang war, war er doch verhältnismäßig anstrengend, da er fast ausschließlich direkt durch die Dünen verläuft. Das Laufen im feinen Sand unter der prallen Sonne schlaucht mehr als man denkt.
Coral Pink Sand Dunes Geocache
Bevor es weiterging, suchte ich noch kurz den Geocache “Coral Pink Sand Dunes State Park (V2)” (GC1M6Z3). Auch hier ging es wieder durch die Dünen – immer dem Pfeil auf dem GPS nach. Da der Geocache aber von der Parkverwaltung selbst versteckt worden war, hat das wohl alles seine Richtigkeit. Das Foto ist übrigens nicht gestellt. Genauso habe ich die prall mit Give-Aways der Utah State Parks gefüllte Munitionsbox dort vorgefunden.

Cedar Breaks National Monument

Wir verließen den Park auf einem anderen Weg und folgten jetzt dem County Highway 43, der uns einige Kilometer nordwestlich der Stelle, an der wir sie verlassen hatten, wieder auf die US89 Richtung Norden führte. Nach 40km bogen wir nach links auf die US14 ab, die uns weiter in die Höhe führte. Und je höher wir kamen, desto kühler wurde es. Hatten wir in den Dünen noch ordentlich geschwitzt, sank die Außentemperatur hier langsam aber sicher auf einstellige Werte. Nach weiteren 40km kamen wir an den Abzweig, der uns über die US148 zum Cedar Breaks National Monument hätte führen sollen.
Cedar Breaks Zufahrt gesperrt
Aber es kam, wie es kommen musste. Die Straße war tatsächlich noch gesperrt, wie man mich schon vorgewarnt hatte. So mussten wir hier unverrichteter Dinge kehrt machen. Bevor wir aber den Weg, den wir gekommen waren, zurückfuhren, wurde immerhin noch ein Ersatzcache gesucht. Eigentlich sollte der Cedar Breaks Earthcache der Statistikcache für die 3000 Meter Marke werden, aber ich hatte natürlich für den Fall der Straßensperrung vorgesorgt. So fuhren wir noch kurz 3km weiter, um dann, tatsächlich noch unter Restschnee begraben, eine Munitionsbox zu finden.
Geocache 3000+m mit Schnee

Bryce Canyon

Da der Weg über Cedar Breaks gesperrt war, drehten wir also um und fuhren die US14 zurück bis wir wieder an der US89 waren, der wir dann weiter Richtung Norden folgten. Unterwegs bekamen wir tatsächlich mal ein Regentropfen ab, es sollten aber die Einzigen im gesamten Urlaub bleiben. Nach 30km bogen wir Richtung Osten auf die US12 ab und waren nach weiteren 30km schon am Ruby’s Inn, unserem Hotel in Bryce Canyon City, angekommen.

Das Zimmer an sich war nicht schlecht, allerdings war die Lage in einem einstöckigen Nebentrakt eher suboptimal. Wir hatten dadurch zwar einen Parkplatz direkt vor der Tür, allerdings auch den Eingang zu Ruby’s Schnellimbiss direkt nebenan und den Anlieferbereich desselbigen gleich um die Ecke. Beides bescherte uns während der Öffnungszeiten und frühmorgens einen stetigen Geräuschpegel. Außerdem sorgten die mäßige Isolierung, die Lage des Zimmers als Eckzimmer und die auf 2500 Meter Höhe recht niedrigen Temperaturen dafür, dass wir die auch nicht besonders leise Heizung quasi im Dauerbetrieb laufen lassen mussten.
Das verbleibende Tageslicht nutzten wir, um eine kleine Runde durch Bryce Canyon City oder besser gesagt Ruby Town zu drehen. Ob Hotel, Tankstelle, Imbiss, Restaurant, Souvenirladen, Mini-Supermarkt oder Westernscheune – hier ist alles fest in der Hand der Familie Ruby. Ich hätte auch gerne noch ein paar Nachtaufnahmen mit Sternenhimmel überm Canyon gemacht, aber daran war dank der komplett geschlossenen Wolkendecke heute nicht zu denken. Da auch der schneidend kalte Wind nicht wirklich einladend war, verbrachten wir den Rest des Abends gemütlich im mittlerweile aufgewärmten Zimmer.