USA Roadtrip – Tag 4 – San Francisco nach Tucson (1)

Donnerstag, 09. Mai 2013

Reisetag: San Francisco nach Tucson

San Francisco – Muni + BART

SFO BARTHeute hieß es noch einmal Koffer packen und ab zum Flughafen. Nach 2,5 Tagen San Francisco waren wir jetzt schon etwas geübter in der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Unser Flug von San Francisco nach Phoenix ging um 10:43 Uhr. Um auf der Fahrt zum Flughafen und bei den Sicherheitskontrollen keinen Zeitdruck zu haben, machten wir uns bereits gegen 7:00 Uhr auf den Weg. Da wir in den letzten 2 Tagen schon mehrfach an der Haltestelle der Linie 30 vorbeigekommen waren, hatten wir heute keine Probleme, gleich beim ersten Versuch in den richtigen Bus einzusteigen. Auf die Bitte, uns an der Station 5th/Stevenson Street Bescheid zu geben, ernteten wir einen verstörten Blick der Fahrerin. An dieser Haltestelle würde der Bus gar nicht halten, sondern nur an 5th/Market Street. Da aber genau dort die BART-Station war, an der wir auf die Metro umsteigen wollten, sollte uns das auch recht sein. An der Umsteigestation angekommen stellte sich dann heraus, dass sich die Haltestelle an der 5th Street mittig zwischen Stevenson und Market Street befindet. Die Busfahrerin kannte also ihren offiziellen Fahrplan (in dem Stevenson St. steht) nicht ganz richtig. Das ist aber durchaus verständlich, da die Market Street als Hauptstraße sicher den besseren Orientierungspunkt abgibt, während es sich bei der Stevenson Street nur um eine unbedeutende Nebenstraße handelt.
Der Umstieg ins Bay Area Rapid Transit System verlief diesmal problemlos, da wir die Feinheiten des Ticketkaufs ja bereits vom Hinweg kannten. Die Züge fahren im 15min-Takt, daher mussten wir auch nicht lange warten, bis die nächste Bahn in Richtung San Francisco International fuhr. So waren wir dann ohne Verzögerungen bereits um kurz nach 8 am Flughafen. Eigentlich viel zu früh, aber immer noch besser, als den Flug zu verpassen.

San Francisco International

Am Flughafen angekommen ging es zuerst Richtung Terminal 3, um am United-Airlines-Schalter das Gepäck loszuwerden. Den Check-In hatte ich schon am Abend zuvor online erledigt, so dass wir am Automaten nur schnell unsere Bordkarten ziehen mussten. Anscheinend gab es aber zwei Arten von Automaten: Eine für Bordkarten mit Gepäckaufgabe und eine für Bordkarten ohne Gepäck. Wir erwischten natürlich den Falschen, was wir bemerkten, als wir an einem weiteren Automaten das Gepäck aufgeben wollten. Dank einer netten Dame von United ließ sich das aber mit ein paar „Klicks“ auf dem Touchscreen korrigieren. Bei United gibt es nach Auskunft unseres Reisebüros übrigens generell kein Freigepäck auf den Inlandsflügen und so zahlten wir hier noch einmal 50 Dollar (25 Dollar pro Gepäckstück) für unsere zwei Koffer, bevor wir sie endlich los wurden.
Unser Flug sollte laut Anzeigetafeln in Terminal 1, Boarding Area B, Gate 32B boarden – also auf der gegenüberliegenden Seite des Flughafens. Wir machten uns in gemütlichem Tempo auf den Weg, genug Zeit hatten wir ja. An den Sicherheitskontrollen zur Boarding Area kamen wir dann das erste Mal mit den berühmt berüchtigten Körperscannern in Berührung. Ich bin skeptisch, ob es wirklich einen Sicherheitsgewinn dadurch gibt, aber wenn man über einen US-Flughafen fliegt, hat man sowieso kaum eine Alternative dazu. Zumindest ging es schnell und war für mich als Fluggast nicht lästiger, als die reguläre Kontrolle. Nachdem auch hier also alles schnell und reibungslos vonstatten ging, waren wir ungefähr 1,5 Stunden vor der regulären Abflugzeit im Wartebereich für unser Gate angekommen.CRJ-200 N910WS Der Blick auf die Anzeigetafeln ließ allerdings befürchten, dass wir hier nicht pünktlich wegkommen würden. So ziemlich alle anderen Inlandsflüge von United wurden schon verspätet angezeigt, teilweise mehr als eine Stunde. Auch unsere Maschine hatte am Ende ein paar Minuten Verspätung, weil sie nach ihrer Ankunft auf der gegenüberliegenden Seite des Flughafens erst mal eine Ehrenrunde zu uns drehen musste. Das Boarding der Bombardier CRJ-200 (N910WS) begann dementsprechend auch etwas später, bevor wir zu ungefähr 2 Stunden Flug nach Phoenix abhoben.

USA Roadtrip – Tag 3 – San Francisco

Mittwoch, 08. Mai 2013

San Francisco zu Fuß

Hyde St PierWir starteten den Tag mit einem Spaziergang vom Hotel zur Jefferson Street Ecke Hyde Street. Dort befindet sich der San Francisco Maritime National Historic Park. Hier kauften wir uns als erstes für 80 Dollar die „America the Beautiful„-Jahreskarte, die den Eintritt für fast alle National Parks und National BalcluthaMonuments abdeckt. Sie ist jeweils für ein Auto inkl. der Passagiere oder bei Parks, die den Eintritt pro Person berechnen, für bis zu 4 Personen gültig. Bei den noch vor uns liegenden Parks hatten wir schon im Vorfeld ausgerechnet, dass wir deutlich mehr als 80 Dollar ausgeben müssten, wenn wir in jedem Park einzeln Eintritt bezahlen würden. Der Park Ranger am Kassenhäuschen gab uns zur Jahreskarte auch gleich unsere „Eintrittskarten“ für die historischen Schiffe mit und so entschieden wir, uns hier doch kurz umzusehen. Eigentlich war der Besuch gar nicht geplant, aber da uns die Schlange bei den Cable Cars um die Ecke sowieso zu lang war, nutzten wir die Gelegenheit, bevor wir uns aufmachten, Fisherman's Wharfum weiter die Stadt zu erkunden.

Fisherman’s Wharf

Nachdem wir von den Museumsschiffen genug hatten, erkundeten wir den Fisherman’s Wharf, an dessen Ende sich das Museum befindet. Von dort ging es einmal die berühmte Touristenfalle hoch und runter. Wir waren hier zwar gestern schon auf dem Weg zur Alcatraz-Fähre vorbeigekommen, heute hatten wir aber mehr Ruhe, um uns auch ein wenig umzuschauen. Zu sehen gab es hauptsächlich Souvenirladen an Restaurant an Kramsladen an Restaurant an Souvenirladen. Da es mittlerweile schon Mittag war, nutzten wir die günstige Gelegenheit und suchten uns etwas zu essen. Danach ging es zurück zur Cable Car Endstation an der Hyde Street.

Russian Hill und Lombard Street

Cable Car on Hyde StreetDie Schlange dort war uns immer noch zu lang und es war auch nicht abzusehen, dass sich das jemals ändern sollte. Also gingen wir einfach weiter zu Fuß und folgten den Cable Cars die steile Hyde Street Richtung Russian Hill hinauf. Es war zwar anstrengend, dafür wurden wir dann aber auch direkt mit einem klassischen Blick über die San Francisco Bay belohnt: Ein Cable Car im Vordergrund, Alcatraz im Hintergrund. Wir folgten der Hyde Street bis zur Kreuzung mit der Lombard Street. Diese Straße, die ca. 3,5km von West nach Ost durch San Francisco führt, wäre an sich nichts besonderes, wenn es da nicht das kurze Stückchen zwischen Hyde Street und Leavenworth Street gäbe. Auf einer Länge von nur ca. 145m befindet sich hier die (so genannte) kurvenreichste Straße der Welt. Die Serpentinen wurden 1922 angelegt, da die natürliche Steigung der Straße von keinem Fahrzeug bewältigt werden konnte. Die Zahlen in den Quellen widersprechen sich etwas, aber durch diese Maßnahme wurde die ursprüngliche Steigung von ca. 27% auf 16% reduziert. Heute schieben sich hier Unmengen von Touristen zu Fuß und im Auto die Straße hinunter – und wir mitten drin. Ich hatte mir die Straße allerdings eindrucksvoller vorgestellt. Wenn man davor steht, Lombard Streetkommen die Serpentinen gar nicht so sehr zur Geltung, da der Straßenverlauf durch die Bepflanzung an den Seiten zum großen Teil verdeckt wird. Auf unserem weiteren Weg von der Lombard Street zum Cable Car Museum kreuzten wir zwei Querstraßen weiter die Filbert Street. Die ist an dieser Stelle mit 31,5% Steigung sogar noch steiler als die Lombard Street vor dem Umbau und gehört damit laut Wikipedia zu den zwei steilsten befahrbaren Straßen der westlichen Hemisphäre.

Cable Car Museum

20130508-CHK50481Auch wenn wir die Fahrt mit den Cable Cars ausgelassen hatten, besuchten wir zumindest das Cable Car Museum. Hier bekommt man einen kleinen Einblick in die Geschichte und kann sich anhand einiger Ausstellungsstücke anschauen, wie die ersten Cable Cars aussahen. Im Gebäude des Museums befindet sich auch der Antrieb für alle Cable-Car-Linien. Wie wir dort erfuhren, laufen die Kabel tatsächlich 24 Stunden am Tag 7 Tage in der Woche ohne Unterbrechung. Das sorgt auf den Straßen der Linie für ein ständiges Grundrauschen, welches wir auch auf dem Weg zum Museum immer Ohr hatten. Der Eintritt ins Museum ist übrigens frei, wenn man gerade in der Gegend ist, lohnt sich also auch bei wenig Zeit ein kurzer Abstecher.

Chinatown, Financial District und die Piers

ChinatownDer weitere Weg führte uns quer durch Chinatown. Nachdem wir auf dem gesamten Weg vom Fisherman’s Wharf bis zum Cable Car Museum kaum Menschen auf der Straße gesehen hatten (von der Lombard Street mal abgesehen), wurde es hier etwas belebter. Da es mittlerweile schon etwas später am Tage war, gingen wir auf ziemlich geradem Weg Richtung Financial District und danach zum Ferry Building. Financial District von den Piers ausDort machten wir eine kurze Kaffeepause und begaben uns danach auf den Rückweg an den Piers entlang. Die 4km bis zu unserem Ausgangspunkt an der Hyde Street zogen sich nach dem langen Tag auf den Beinen ziemlich hin. Viel zu sehen gab es an den Piers unterwegs auch nicht, da die Piergebäude alle im selben Stil gebaut sind. Bevor es dann zurück ins Hotel ging, fanden wir nach etwas suchen noch einen kleinen Supermarkt am Fisherman`s Wharf, wo wir uns mit Getränken und etwas Proviant für den folgenden Reisetag eindeckten.

USA Roadtrip – Tag 2 – San Francisco: Marin Headlands

Dienstag, 07. Mai 2013

Marin Headlands

Marin HeadlandsUm zu unserem nächsten Ziel in den Marin Headlands zu kommen, mussten wir erst mal etwas suchen, um den richtigen Weg unterm Highway 101 hindurch zu finden. Aufgrund von Bauarbeiten war es rund um das Bowers-Memorial nämlich etwas unübersichtlich. Nachdem wir den Tunnel gefunden hatten, ging es ein gutes Stück den Berg hoch – für mich ein gutes Training, Frau Kescherbande zog es wieder vor zu schieben. Oben angekommen bot sich uns ein grandioser Blick von der „Battery Spencer“ herab auf die Golden Gate Bridge.20130507-IMGP9746 Mittlerweile zogen tief hängende Wolken vom Pazifik herein, so dass die Brücke teilweise im Dunst verschwand. Um den Eindruck von der Golden Gate Bridge zu komplettieren, machten wir uns nun auf den Weg zur Kirby Cove. Da diese am Ende eines ungefähr 1,5km langen unbefestigten Wanderwegs 135 Meter unter uns lag, ließen wir die Räder oben an der Battery stehen und gingen zu Fuß auf Wanderung. Unterwegs liefen wir fast durch die Wolken, die über die Brücke und an den Hängen hochzogen. Unten angekommen hatten wir vom Wasser aus wieder den Blick auf das Bauwerk, um das sich am heutigen Tag fast alles drehte. Golden Gate von Kirby Cove aus Zwischen Strand und dem Kirby Cove Campground befinden sich übrigens die Reste der 1898 gebauten „Battery Kirby„, durch die die Bucht zu ihrem Namen kam. Nachdem wir uns dort noch ein wenig umgeschaut hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zu den Fahrrädern. Um nach Sausalito zu kommen, von wo wir mit der Fähre zurück nach San Francisco fahren wollten, fuhren wir erst den Weg zurück bis zum Bowers-Memorial (dieses Mal zum Glück bergab). Dort mussten wir wieder etwas suchen, bis wir die richtige Umleitung gefunden hatten, da der normale Weg wegen Bauarbeiten gesperrt war. Es ging steil treppab, auf einem schmalen Behelfssteg unter der Golden Gate Bridge hindurch und wieder steil treppauf – und wir stellten fest, dass wir auf dem Weg zurück von der Battery Spencer direkt hier vorbeigefahren sind. Auf dem weiteren Weg nach Sausalito hielten wir noch kurz an einem kleinen Supermarkt an, um uns mit den notwendigsten Lebensmitteln einzudecken. Hier bescherte ich mir dann einen leichten Anflug von Panik, als ich den Müll aus meinen Hosentaschen in die Mülleimerbox vor dem Laden entsorgte – inklusive des Schlüssels für das Fahrradschloss. Einfach herausfischen war nicht möglich, da die Box verschlossen war. Zu meinem Glück konnten mir die netten Angestellten des Supermarktes helfen, in dem sie mit einem Schraubendreher die Verriegelung aufhebelten, so dass ich den Schlüssel wieder aus dem Müll fischen konnte.

Rückfahrt und Fort Mason

MV Del NorteEigentlich wollten wir uns vor der Rückfahrt noch etwas in Sausalito umschauen, als wir aber am Fähranleger vorbeikamen, entschieden wir uns spontan um. Die Fähren zurück nach San Francisco fahren nicht besonders häufig und bereits jetzt, ca. 1 Stunde vor Abfahrt der vorletzten Fähre, hatte sich schon eine ziemlich lange Schlange von Touristen mit Fahrrädern gebildet. Da wir nicht wussten, wie viele Passagiere und Fahrräder je Tour an Bord gehen, gingen wir lieber auf Nummer sicher und stellten uns gleich mit an. Auch die Fährgesellschaft war anscheinend der Meinung, dass hier ziemlich viel los sei und so kam 10 Minuten vor der regulären Abfahrtzeit die MV Del Norte, um als Sonderfahrt schon mal einen Schwung Touristen mit Fahrrädern abzuholen, damit die reguläre Fähre nicht überfüllt ist (dort sind wohl auch die Fahrradtransportkapazitäten begrenzt).Fahrräder auf der Fähre Auf 2 Decks vollgeladen mit Fahrrädern ging es dann über die Bay zurück zu den Piers. Ich hatte gehofft, unterwegs noch ein paar Bilder von der Golden Gate Bridge, Alcatraz oder der San Francisco Skyline machen zu können, aber bei einer Sichtweite von teilweise unter 300 Metern fiel das aus. Außerdem gab der Kapitän ordentlich Gas, wodurch die Überfahrt bei gemessenen 62km/h in rauer See recht holprig war. Um ehrlich zu sein wünschte sich Frau Kescherbande ins Flugzeug zurück, da wäre es nicht so wackelig gewesen.
Da die Fähre als Sonderfahrt nicht den regulären Pier der Linie Sausalito-San Francisco nutzen konnte, wurden wir direkt am Pier 1 am Ferry Building von Bord gelassen. Zu Fuß hätte das einige Lauferei bedeutet, mit den Fahrrädern waren die 5km Rückweg aber kein Problem.Fort Mason Commanding General Quarters Auf fast allen größeren Straßen fanden sich dedizierte Radfahrstreifen, was das Fahren sehr angenehm machte. Wenn man von den Hügeln absieht, ist San Francisco nicht nur für amerikanische Verhältnisse eine doch recht fahrradfreundliche Stadt. Einzig der stramme Wind von vorn schmälerte das Vergnügen heute etwas. Unterwegs radelten wir noch durch Fort Mason, ein weiterer ehemaliger Armeestützpunkt, dessen Parks heute ein beliebtes Naherholungsziel sind. Einige der alten Offiziersunterkünfte (im Bild das Haus des kommandierenden Generals) werden auch heute noch von der U.S. Army genutzt, der Großteil der Gebäude ist aber an zivile Unternehmen undFort Mason Community Garden Einrichtungen vermietet. Auf den vielleicht schönsten Teil in Fort Mason wurde ich durch den Geocache ‚Green Thumb‘ GCEC8 aufmerksam. Der kleine Gemeinschaftsgarten ist eine wirkliche Oase der Ruhe in der großen Stadt. Hier findet man 125 kleine Parzellen mit einer Größe von jeweils nur 1,50x6m, auf denen ihre Nutzer hauptsächlich Blumen und Gemüse anpflanzen. Die Wartezeit auf eine dieser Parzellen beträgt momentan übrigens ca. 7-8 Jahre, so beliebt ist dieses Projekt.
Zurück am Hotel brachten wir schnell noch die Fahrräder zurück. Danach ging es auf die Suche nach dem Abendessen, welches wir nicht weit entfernt bei Jake’s Steaks fanden. Ein Menü aus Pizza Cheese Steak, Chicken Salad und Waffle Fries rundete den Tag ab.

USA Roadtrip – Tag 2 – San Francisco: Bike the Bridge

Dienstag, 07. Mai 2013

Der Fahrradverleih

Nachdem wir uns gut ausgeschlafen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Fahrradverleih, um uns die Fortbewegungsmittel für den heutigen Tag zu besorgen. Wenn man nach Fahrradverleihern in San Francisco sucht, wird man als allererstes Blazing Saddles finden, die mehrere Verleihstationen im Bereich des Fisherman’s Wharf haben. Es gibt aber auch verschiedene kleine Anbieter und wie der Zufall es wollte, fand ich einen davon direkt neben unserem Hotel, als ich mir gerade mit Google Streetview die Umgebung anschaute. New Holiday Adventure Sale & Rental hieß der kleine Laden, der von einem älteren chinesischen Ehepaar in Verbindung mit einer Reinigung betrieben wird. Für 22 Dollar pro Rad und Tag (bzw. 24h) bekamen wir hier schnell und unkompliziert unsere Räder inklusive Helm und Schloss. Nachdem ich noch schnell die Oregon-Halterung am Lenker montiert hatte, ging es los Richtung Golden Gate Bridge.

Presidio und Golden Gate

PresidioAuf dem Weg dorthin fuhren wir über das Gelände des Presidio, welches unter anderem aus dem gleichnamigen Film bekannt ist. Das Presidio ist ein ehemaliger Militärstützpunkt am Golden Gate, der seit 1994 einer zivilen Nutzung zugeführt wurde. Neben mehreren Unternehmen von George Lucas (Lucasfilm, LucasArt) haben hier jetzt diverse gemeinnützige Organisationen und Museen ein Zuhause gefunden. An die militärische Nutzung erinnern unter anderem noch die Kriegsgräberstätte „San Francisco National Cemetery“ (Bild links) und Fort Point, Golden Gate mit Fort Point welches direkt am Fuße der Golden Gate Bridge die Zufahrt zur San Francisco Bay überwachte. Der Weg vom Fort hoch zur Brücke hatte es dann in sich, wie man an den vielen geschobenen Fahrrädern sehen konnte. Von oben wird man dafür dann aber mit einem schönen Blick auf die Brücke mit dem darunterliegenden Fort belohnt (Bild rechts). Während wir langsam auf die Brücke zu radelten, konnte ich von den verschiedenen Infotafeln unterwegs noch die Lösungen für den ersten (Earth)Cache (GC3BKWC) des Urlaubs sammeln. Waren die Radwege bis jetzt schon nicht leer, so wurde es auf der Brücke richtig eng. Anfangs versuchten wir tatsächlich noch zu fahren, schließlich hieß das Tagesprogramm ja „Bike the Bridge“, aber das stellte sich recht schnell als hoffnungsloses Unterfangen heraus. Es gibt nur einen kombinierten Fuß- und Radweg für beide Richtungen auf der Brücke und der ist noch nicht mal besonders breit, dafür sind die Touristen, ob mit Rad oder zu Fuß, aber um so zahlreicher. Da auch wir alle paar Meter zum Fotografieren stehenblieben, war es somit einfacher, zu Fuß zu gehen und die Räder zu schieben. Ab Mitte der Brücke wurde es dann aber wieder leerer, da die meisten Fußtouristen hier umdrehten und zurückgingen. Ab jetzt konnte also wieder etwas gefahren werden, genug Fotos von der Brücke aus hatten wir ja mittlerweile auch. Auf der anderen Seite machten wir dann eine kurze Pause am „H. Dana Bowers Memorial“-Aussichtspunkt. Von hier hätte man einen guten BlickThe Lone Sailor über die Bay und nach San Francisco gehabt, wenn die Sicht besser gewesen wäre. Statt Ausblick gab es dann aber Infotafeln für den nächsten Earthcache und einen Virtual. Von Herrn Bowers, seines Zeichens leitender Landschaftsarchitekt bei der kalifornischen Verkehrsbehörde und Namensgeber für diesen Aussichtspunkt, findet man aber bis auf eine kleine Gedenkplakette keine Spur. Stattdessen steht in der Mitte zwischen den Parkplätzen eine Replik der Skulptur „The Lone Sailor“, dessen Original im United States Navy Memorial in Washington, D.C. steht.

USA Roadtrip – Tag 1 – San Francisco

Montag, 06. Mai 2013

San Francisco – Der Weg zum Hotel

Um kurz vor 14 Uhr hatten wir die Einwanderungs- und Zollprozeduren hinter uns gebracht und machten uns mit unserem Gepäck auf den Weg ins Hotel. Die BART-Station zu finden, war nicht allzu schwer. Die Bedienung des Fahrkartenautomaten war dafür etwas gewöhnungsbedürftig. Man kauft kein Ticket für eine bestimmte Fahrtstrecke oder Tarifzone, sondern für einen Betrag X. Wie hoch der ist, muss man vorher einer Tabelle neben dem Automaten entnehmen. Jede Station hat ihren eigenen Fahrpreis. Nach ein paar Minuten hatten wir das dann trotz Müdigkeit begriffen und hielten ein gültiges Ticket in der Hand, mit dem wir den gerade eingefahrenen Zug bestiegen. Vom Flughafen fährt nur eine Linie in eine Richtung, so dass wir zumindest hier nicht lange überlegen mussten.
Das Umsteigen von BART in einen der Muni-Busse gestaltete sich dann aber wieder etwas unorthodox. Wir waren uns noch nicht ganz sicher, ob wir die richtige Haltestelle gefunden hatten, als plötzlich ein Bus der gesuchten Linie 22 mitten auf der Straße hielt und der Fahrer fragte, ob wir seine Linie suchten. Das taten wir, die Haltestelle wäre aber wohl schon auf der anderen Seite der Kreuzung gewesen, die wir gerade überquert hatten. Dank des netten Busfahrers saßen wir dann aber trotzdem im Bus. Um den Ausstieg nicht zu verpassen, versuchte ich unterwegs, unsere Fahrt auf dem iPhone mit City Maps 2go zu verfolgen. So stellte ich schnell fest, dass wir zwar in der richtigen Buslinie saßen, nur leider in der falschen Richtung. In der Hektik des Einsteigens hatte ich nicht mehr auf das angeschlagene Fahrtziel geachtet. Aber selbst das war kein Beinbruch, sind doch die Muni-Tickets in San Francisco 90 Minuten in alle Richtungen gültig. Wir stiegen also an der nächsten Haltestelle einfach in den Bus der Gegenrichtung um und kamen so um kurz vor 16 Uhr im Hotel an.

Das Hotel – Coventry Motor Inn

Coventry Motor InnUrsprünglich hatte ich uns eine Ferienwohnung über Wimdu.de gebucht, die Buchung dafür wurde aber ohne Angabe von Gründen wieder storniert. Zum Glück passierte das lange genug vor der Reise, um trotzdem noch halbwegs günstig eine andere Unterkunft zu finden. Von Wimdu war ich in dem Moment natürlich erst mal bedient, so dass ich die Idee mit der Ferienwohnung zu den Akten legte und auch für San Francisco ganz klassisch ein Hotel buchte. Über Tripadvisor fand ich so das Coventry Motor Inn und ich muss sagen, die Bewertungen haben nicht gelogen.
Das Hotel hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, ist aber sehr gut gepflegt. Selbiges gilt auch für die Zimmer. Mit Ausnahme des großen Flachbildfernsehers ist die Ausstattung zwar etwas altbacken, aber in einem guten Zustand. Auch an der Sauberkeit gab es nichts zu meckern, der Zimmerservice leistet hier hervorragende Arbeit. Wir hatten ein Zimmer nach hinten heraus, wodurch wir zwar keinen Ausblick hatten, dafür aber auch keinen Straßenlärm – das Hotel liegt direkt an der Lombard Street, die in diesem Bereich noch die US 101 ist. Wer mit dem Auto in San Francisco ist, für den bietet das Hotel noch einen weiteren Vorteil: Das Auto kann man kostenlos direkt im Hotel abstellen. Das Erdgeschoss und eine weitere Ebene darunter sind Parkebenen, daher auch der Name „Motor Inn“.

Alcatraz – Abendtour

Alcatraz ZellentraktViel Zeit zum Ausruhen hatten wir allerdings nicht, da ja noch das Abendprogramm in Form einer Alcatraz Night Tour auf uns wartete. Also machten wir uns nur kurz frisch und begaben uns dann auf den Weg zur Pier 33. Nach dem langen Flug waren die 3km zu Fuß am Fisherman’s Wharf und den Piers entlang eine echte Wohltat. Wir waren so schnell unterwegs, dass wir sogar noch zu früh fürs Boarding der Fähre waren. Um 18:30 Uhr ging es dann aber endlich los. Angekommen auf „The Rock“ wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die jeweils mit einem Guide den Weg hoch bis zum Zellenblock gingen. Unterwegs gab es immer wieder Hintergrundinformationen, auf die wir in unserem übermüdeten Zustand aber auch gerne verzichtet hätten. Eigentlich wollten wir uns ja nur auf eigene Faust etwas umschauen. Den Audioguide im Zellenblock haben wir dann auch nur in Empfang genommen, aber nicht wirklich genutzt. Stattdessen erkundeten wir die zugänglichen Bereiche auf eigene Faust, immer mit dem Ziel, möglichst nicht gerade in den überlaufenen Ecken zu sein – das Alcatraz - Hospitaltraktwar aber fast unmöglich. Trotzdem brachte die Nacht-Tour mit der passenden „Stimmungsbeleuchtung“ in den Zellen einen gewissen Reiz mit sich. Als Besonderheit bekommt man mit der Nacht-Tour auch teilweise Zugang zu Bereichen, die tagsüber gesperrt sind. Wir hatten so Gelegenheit, uns die Krankenstation samt OP und Röntgenraum anzuschauen. Weiterhin wurden auch diverse Vorträge und Vorführungen angeboten, unter anderem „Wie breche ich erfolgreich von Alcatraz aus?“. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber bereits seit ungefähr 26 Stunden unterwegs waren, verzichteten wir auf einen Großteil der Vorträge und nahmen schon die erste Fähre zurück zu den Piers. Da es mittlerweile etwas aufgeklart hatte, hatten wir auf der Rückfahrt noch einen schönen Blick auf die nächtliche Skyline San Franciscos.
San Francisco – Night SkylineWährend der anschließenden Busfahrt zum Hotel – dieses Mal gleich mit der richtigen Linie in die richtige Richtung – freuten wir uns dann nur noch auf unser Bett, in welches wir auch kurz darauf erschöpft fielen.

USA Roadtrip – Tag 1 – Anreise

Montag, 06. Mai 2013

Hamburg

Nach langer Planung ging es heute endlich los. Um 4:30 Uhr stand unser „Taxi“ vor der Tür und brachte uns nach Hamburg zum Flughafen. Eingecheckt hatten wir bereits online, so dass wir nur noch schnell unser Gepäck aufgeben mussten. Auch wenn es heute mal eine kleine Schlange an der Sicherheitskontrolle gab, brachten wir auch diese schnell hinter uns. Bei der ganzen Technik im Handgepäck hatte ich eigentlich mal wieder eine gesonderte Kontrolle erwartet. So waren wir frühzeitig an Gate C07, an das gerade unser A321 geschoben wurde. Von Hamburg nach Paris ging es dann komplett planmäßig ohne Verspätung.

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Ein Plan entsteht (Teil 2)

Auf ein Neues. Ursprünglich hatte ich diesen Artikel schon einmal auf dem Rückflug geschrieben (der Urlaub wird also nicht mehr geplant, sondern ist bereits wieder vorbei), aber irgendwie hat mich die WordPress-App da wohl im Stich gelassen. Wieder im heimischen WLAN angekommen, war der bearbeitete Artikel wieder leer. Bad luck. Also sitze ich jetzt Zuhause und versuche erneut zusammenzufassen, wie es mit der Planung aus Teil 1 weiterging. Ein Plan entsteht (Teil 2) weiterlesen