USA Roadtrip – Tag 6 – Tucson: Arizona-Sonora Desert Museum

Samstag, 11. Mai 2013

Tucson: Arizona-Sonora Desert Museum

Arizona-Sonora Desert MuseumNachdem der gestrige Tag ganz im Zeichen der Technik stand, wollten wir uns heute mehr mit der heimischen Flora und Fauna beschäftigen. Da sich insbesondere die Tierwelt nur schwer in der freien Natur beobachten lässt, entschieden wir uns für einen Besuch im Arizona-Sonora Desert Museum auf der anderen Seite von Tucson. Das Museum ist im weitesten Sinne ein Zoo, welcher sich auf heimische Tier- und Pflanzenarten beschränkt. Dank des gestern im PIMA Air & Space Museum erstandenen Tucson Attractions Passport bekamen wir auch hier wieder die zweite Eintrittskarte geschenkt.

Rebellisch wie wir sind, ignorierten wir die im Übersichtsplan empfohlene Gehrichtung und starteten unsere Runde im Uhrzeigersinn. Der Rundgang war in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt. Im ersten Bereich drehte sich alles um die Bestäubung der Pflanzen durch Insekten, Schmetterlinge und Vögel. Besonderes Highlight in diesem Bereich war das Kolibrihaus.
Kolibri
Überall schwirrte und surrte es um uns herum. Man musste richtig aufpassen, wie man sich bewegt, denn bei einer zu hastigen Bewegung konnte es gut passieren, dass man einen der gefiederten Hubschrauber im Flug erwischte. Da die Kolibris so schnell und unruhig unterwegs waren, war auch das Fotografieren mehr ein Glücksspiel. Mit etwas Geduld gelangen mir dann aber doch ein paar halbwegs scharfe Bilder der kleinen Federkugeln.
SpinneKakteen vor Landschaft
Auf dem weiteren Weg ging es als nächstes in den Untergrund. Hier war – hinter Glas – zu sehen, was alles so unter dem Wüstenboden lebt oder auch schläft. Sehen hieß in diesem Fall eher erahnen, da es doch ziemlich dunkel war. Die Kamera zeigt hier im Nachhinein mehr, als das bloße Auge teilweise sehen konnte. Da es hier aber angenehm kühl war, ließen wir uns trotzdem etwas Zeit, bis wir uns wieder ans Tageslicht wagten. Dort warteten dann wieder Kakteen in allen Formen und Farben auf uns. Besonders häufig sieht man auch außerhalb des Museums den Saguaro-Kaktus (Carnegiea gigantea). Diese 12-15 Meter hohen Kakteen sind sozusagen die Bäume Arizonas, denn klassische Laubbäume, wie wir sie in Europa kennen, sucht man hier meistens vergebens. Durch ihren Durchmesser von 30-70cm sind sie auch ein beliebter Nistplatz für die heimischen Gilaspechte, die sich bevorzugt in den Saguaro-Kakteen ihre Bruthöhlen bauen.

Größenvergleich

Verschiedene Kakteen

Es gab außer Kakteen natürlich noch mehr zu sehen. Im Themenbereich ‚Uferzone‘ sahen wir Dickhornschafe (ein Bergbereich endete am Wasser), Biber, Otter und Nasenbären. Was wir nicht sahen, waren die Schildkröten. Denen war auch zu warm und sie hatten sich ausnahmslos unter ihre schattigen Unterstände verzogen. Zum Glück hatten nicht nur die Schildkröten Schattenspender, sondern auch wir als Besucher. In regelmäßigen Abständen gab es kleine Pavillons, sogenannte Ramadas, die die Gelegenheit boten, sich etwas im Schatten zu erholen. Auch für den Flüssigkeitshaushalt wurde dort in Form von Wasserspendern gesorgt. Wenn das Wasser frisch und kalt aus dem Spender getrunken wurde, schmeckte man das im Trinkwasser allgegenwärtige Chlor auch nicht so heraus.
Real Desert Experience
Auf dem Desert Loop Trail wurde es dann ‚gefährlich‘. Eine halbe Meile pure Wildnis, 800 Meter durch tiefste Wüste, fernab jeglicher Zivilisation – abgesehen mal von den Ramadas und Wasserspendern unterwegs. Wir nahmen das Warnschild zur Kenntnis und machten uns trotzdem auf den Weg, der uns als erstes zu einem Eidechsen-‚Gehege‘ führte. Normale Eidechsen liefen uns schon den ganzen Tag im Park über den Weg, hier im Gehege sonnten sich allerdings einige besondere Arten, unter anderem eine Chuckwalla-Echse. Die fühlte sich zum Glück nicht von uns bedroht, denn sonst hätte sie sich in eine Felsspalte zurückgezogen und sich darin aufgeblasen, damit man sie nicht herausziehen kann (Frau Kescherbande hatte vor Jahren mal die Frage, was die Chuckwalla-Echse bei Bedrohung tut, an ‚Genial daneben‘ geschickt, daher waren wir bestens informiert).
Auf dem weiteren Weg hielten wir Ausschau nach der Nabelschweinherde, auf die auf diversen Hinweisschildern immer wieder hingewiesen wurde. Den Schweinen war aber offensichtlich auch zu heiß, um in der Sonne herumzulaufen. An keinem der gekennzeichneten Beobachtungspunkte war etwas zu sehen. Erst etwas weiter auf dem Weg konnten wir ein einzelnes Schwein entdecken, dass es sich im Schatten unter einer kleinen Brücke bequem gemacht hatte. Kurz danach trottete dann noch ein Kojote parallel zum Weg – alles natürlich hinter einem Zaun.
Coyote
Nachdem wir am Ende des Wüstenrundwegs angekommen waren, warteten noch die zwei Themenbereiche Wüstengraslandschaft und Bergwälder auf uns. Dort sahen wir unter anderem Kanadareiher, Weißwedelhirsche, Schwarzbären und Präriehunde. Ein Berglöwengehege gab es auch, hier wies bei unserem Besuch aber leider nur ein Schild darauf hin, dass die beiden Berglöwen in Rente geschickt wurden und sie ihren Lebensabend in einem neuen Gehege abseits der Öffentlichkeit genießen dürfen. Sie hätten sich aufgrund des Alters in dem für Besucher zugänglichen Gehege nicht mehr wohlgefühlt. Es sei ihnen gegönnt. Damit schloss sich der Kreis und wir waren wieder am Eingang angekommen. Mittlerweile war es kurz nach eins und draußen wurde es langsam unangenehm heiß, so dass wir uns darauf freuten, gleich im Auto die Klimaanlage anwerfen zu können.

USA Roadtrip – Exkurs: Rabatte, Rabatte, Rabatte

WalgreensKundenbindung wird in den USA groß geschrieben. So hat hier fast jede Ladenkette ihre eigenen Bonussysteme. Schon bei unserem ersten Einkauf bei Walgreens, einer Drogeriekette, kam an der Kasse die unvermeidliche Frage: Haben Sie eine Kundenkarte? Hatten wir nicht. Ob wir denn eine haben wollten? Klar, wieso nicht. Ich dachte allerdings, dass man dafür eine US-Adresse angeben muss und die Karte dann zugeschickt bekommt, weshalb ich noch etwas skeptisch war. Aber die Kassiererin sagte, die Karte könnte ich sofort mitnehmen, sie bräuchte nur eine Telefonnummer und den Namen. Also wurde schnell die Nummer von unserem US-Prepaid-Handy herausgesucht und wir konnten unsere erste Kundenkarte in Empfang nehmen und alle Vorteile nutzen.
Bei unserem ersten Einkauf in einem Safeway war ich dann schon erfahren genug, direkt selbst zur Information zu gehen und nach einer Kundenkarte zu fragen. Auch hier lief es nach demselben Schema: Telefonnummer und Name gegen Karte. Mit meiner privaten Telefonnummer wäre ich nicht so freigiebig gewesen, aber da es sich in diesem Fall um eine Nummer handelt, die nach dem USA-Urlaub nie wieder benutzt wird, spielten Bedenken in Richtung Datensparsamkeit hier ausnahmsweise mal keine Rolle.

Safeway ClubIm Gegensatz zu Deutschland sind die Rabatte, die man damit erhält, meistens alles andere als Peanuts. Mit den bei uns weit verbreiteten Payback-Karten, erhält man durch das Sammeln der Punkte effektiv selten mehr als 1-2% Rabatt. Und diesen Rabatt gibt es dann nicht mal direkt, sondern nur über den Umweg von Prämien oder einer späteren Barauszahlung, sofern man genügend Punkte gesammelt hat. Bei Walgreens und Safeway hingegen erhält man die Rabatte direkt an der Kasse gutgeschrieben, weshalb die Kundenkarten auch für Touristen eine lohnende Sache sind. Bei unseren Einkäufen bei den beiden Ketten sparten wir auf der Reise so immerhin 38 Dollar. Dabei lag Safeway mit durchschnittlich 18% Rabatt deutlich vor Walgreens mit ca. 8,5%.

NPS Annula PassEine weitere Sparmöglichkeit hatte ich bereits im San Francisco-Artikel angesprochen: Die Jahreskarte für die Nationalparks. 80 Dollar scheinen auf den ersten Blick ein hoher Preis zu sein. Wenn man sich dann aber mal die Eintrittsgelder der verschiedenen Parks anschaut, sieht man schnell, dass sich die Jahreskarte auch für einen im Verhältnis eher kurzen Urlaub lohnen kann. Die National Monuments möchten meistens nur 3-5 Dollar pro Person haben, während die großen Nationalparks durchaus bis zu 25 Dollar pro Fahrzeug verlangen. Die Parks auf unserer Route nahmen die folgenden Eintrittsgelder:

– San Francisco Maritime National Historic Park: $5 pro Person
– Saguaro National Park: $10 pro Fahrzeug
– Montezuma Castle National Monument: $5 pro Person
– Grand Canyon National Park: $25 pro Fahrzeug
– Canyon de Chelly National Monument: Freier Eintritt
– Mesa Verde National Park: $10 pro Fahrzeug ($15 in der Hauptsaison)
– Natural Bridges National Monument: $3 pro Person
– Bryce Canyon National Park: $25 pro Fahrzeug
– Zion National Park: $25 pro Fahrzeug
– Death Valley National Park: $20 pro Fahrzeug

Bei den von uns besuchten Parks hätten wir zu zweit ohne die Jahreskarte also 141 Dollar bezahlt. Aber selbst wenn man nur 4 oder 5 Parks besucht (und die kommen schnell zusammen), kann es sich lohnen, das vorher mal durchzurechnen.

USA Roadtrip – Tag 5 – Tucson: Titan Missile Museum

Freitag, 10. Mai 2013

Tucson

Titan Missile Museum

Titan Missile MuseumAls die AMARG-Tour gegen 13 Uhr zu Ende war, machten wir uns auf den Weg ins nächste Museum. Unser Ziel war das Titan Missile Museum, welches sich nur etwa 40km südlich des PIMA Air & Space Museums befindet. Nach ungefähr einer halben Stunde Fahrt kamen wir auf dem Parkplatz an und suchten ohne Erfolg nach einem Schattenparkplatz. Zu unserem Glück war es aber nicht weit bis zum klimatisierten Besucherzentrum, wo wir wieder unseren Tucson Attractions Passport vorzeigten und erneut nur eine der beiden Eintrittskarten für die einstündige Tour bezahlen mussten. Mit den gesparten 9,50 Dollar waren wir so also schon am ersten Tag mit 7 Dollar in der Gewinnzone und das Bonusheft hatte sich ausgezahlt.
Das Museum bietet verschiedene Touren durch die Anlage an. Leider konnten wir nur an der kurzen Standardtour teilnehmen. Die „Beyond the blast door„-Tour (Hinter der Explosionsschutztür) findet aber nur am 1. und 3. Samstag im Monat statt – dummerweise war heute Freitag und der morgige Samstag wäre der 2. im Monat gewesen. Einer der Termine für die dritte und umfangreichste angebotene Tour „Top to bottom“ wäre sogar heute um 8:30 Uhr gewesen, nur war heute Vormittag auch die einzige Gelegenheit für uns, die AMARG-Tour mitzumachen und so hatte ich mich schon während der Planung schweren Herzens gegen die lange Tour und für AMARG entschieden. Aber vielleicht gibt es ja einen nächsten Besuch in Tucson, bei dem wir erneut hier vorbeischauen können. Auch das für heute Nachmittag und Abend vorgesehene Skynights-Event im Observatorium muss ja eigentlich irgendwann nachgeholt werden.

Titan II – Zahlen und Fakten

Titan II im SiloDie Zeit bis zum Beginn unserer Tour nutzen wir, um uns im Besucherzentrum etwas umzusehen. Hier bekamen wir schon einmal einen groben Überblick über die Anlage und den vorgesehenen Einsatzzweck der Titan II. Die 32m hohe, zweistufige Rakete konnte eine Nutzlast von 3,6 Tonnen tragen. Bei der militärischen Variante war das von 1963 bis 1987 ein W53-Atomsprengkopf mit einer Sprengkraft von 9 Megatonnen (zum Vergleich: Die im zweiten Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfene erste Atombombe hatte eine Sprengkraft von ca. 13 Kilotonnen). Als Interkontinentalrakete wäre sie im kalten Krieg gegen die am stärksten verbunkerten sowjetischen Einrichtungen eingesetzt worden. Von Beginn der Entwicklung der Titan II an hatte aber auch die NASA Interesse an der Rakete, um sie als Trägersystem für die Raumkapseln der Gemini-Reihe zu verwenden. Außerdem wurden sie in abgewandelter Form auch zum Start von unbemannten militärischen Satelliten eingesetzt. So wurden nach Außerdienststellung auch einige der Interkontinentalraketen zu Titan 23G umgebaut. Die letzte Titan brachte im Jahr 2003 einen militärischen Wettersatelliten in eine Umlaufbahn. Und im Jahr 2063 wird die Titan-Rakete aus dem Museum dann das Raumschiff Phoenix für den ersten Warp-Flug der Menschheit ins Weltall bringen. Zumindest, wenn die Geschichte aus „Star Trek – Der erste Kontakt“ Realität wird. Einige Szenen für den Film wurden hier im Museum gedreht.

Die Führung

SchutztürUm 15 Uhr wurden wir in den Einsatzbesprechungsraum gerufen. Unsere beiden Führer – wieder Freiwillige, die früher in diesem bzw. einem ähnlichen Raketensilo Dienst getan haben – erklärten kurz den Ablauf der Führung und gaben ein paar Verhaltensmaßregeln bekannt. Kein Essen, nichts anfassen und Helmpflicht, die aber erst ab 1,78m Körpergröße galt. So hatte ich ganz knapp Glück und durfte ohne Helm los, worüber ich angesichts der Temperaturen nicht böse war.
Nach dieser Einführung begaben wir uns unter fachkundiger Führung auf den Weg ins Silo und erfuhren dabei schon, welche Schritte eine Crew durchzuführen hatte, um das Silo überhaupt betreten zu können. Diverse simulierte Kontroll- und Bestätigungsanrufe später standen wir auf Ebene 2 an der Schutztür im Zugangsschacht. Hinter dieser Tür beginnt der verbunkerte Silokomplex. Als die Titan noch im aktiven Dienst stand, waren die innere sowie die äußere Schutztür immer geschlossen. Beim Mannschaftswechsel wurde jeweils nur eine der beiden Türen geöffnet, so dass die Anlage immer nach außen abgeschlossen war. Der Raum zwischen innerer und äußerer Schutztür diente falls notwendig gleichzeitig zur Dekontamination. Von hier aus begaben wir uns durch einen kurzen Kabelschacht zum Kontrollzentrum (Bild unten).
Kontrollraum
Dort kam dann der Einsatzbefehl und unsere beiden Führer demonstrierten, welche Schritte die diensthabenden Offiziere bis zum Start der Rakete abzuarbeiten hatten. Alle Schritte, angefangen mit der Authentifizierung des Abschussbefehls, über die Entnahme von Abschusscodes und Raketenschlüsseln aus dem Safe (Bild rechts), der Verifikation und Eingabe der Codes in den Leitrechner sowie abschließend das synchrone Drehen der Schlüssel mussten vom Kommandanten und seinem Stellvertreter parallel durchgeführt werden. Das System war so angelegt, dass eine Person alleine nicht in der Lage war, einen Raketenstart auszulösen. Die zwei Schlüsselschalter hatten zum Beispiel einen Federmechanismus, der sie wieder auf „Aus“ stellte, wenn sie nicht in der „Aktiv“-Stellung festgehalten wurden. Außerdem waren sie so weit auseinander installiert, dass man alleine nicht beide Schlüssel drehen und festhalten konnte. Waren beide Schlüssel gedreht und der richtige Startcode eingegeben, gab es kein zurück mehr und es dauerte nur noch 58 Sekunden, bis die Steuerungscomputer die weitere Startsequenz durchlaufen und die Rakete das Silo verlassen hatte. Die Arbeit der Silobesatzung, zusätzlich zu den beiden Offizieren gab es in jeder Schicht noch zwei Techniker, war damit erledigt.
Safe mit den Startcodes
Bevor wir das Kontrollzentrum verließen, wollte ein Besucher aus unserer Gruppe noch wissen, was denn passiert wäre, wenn sich Kommandant oder Stellvertreter geweigert hätten, den Schlüssel zu drehen. Die Antwort unseres Führers war kurz und knapp: ‚Dafür hatten wir unsere Handfeuerwaffen.‘ Was das in letzter Konsequenz bedeutet, hat er nicht weiter ausgeführt, aber man kann davon ausgehen, dass es im Ernstfall nicht nur bei einer Drohung geblieben wäre.
Die letzte Station der einstündigen Führung war das Raketensilo, welches wir durch einen weiteren Kabelschacht erreichten. Bei der schon angesprochenen „Top to Bottom“-Tour wäre es möglich gewesen, alle Ebenen des Silos zu erkunden. Wir mussten uns leider mit Ebene 2 und einem Blick auf den oberen Teil der Titan II zufrieden geben. Danach ging es durch den Zugangsschacht wieder zurück ans Tageslicht. Damit war die Führung beendet und wir bekamen noch die Gelegenheit, uns auf dem Außengelände selbständig einige Exponate (unter anderem den Tankwagen zur Betankung der Rakete und ein Modell des W53-Sprengkopfes) anzuschauen.

Einkauf und Rückweg

Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir an einem großen Safeway Supermarkt vorbei. Da wir gestern Abend in Hotelnähe nur kleinere Läden finden konnten, nutzten wir die Gelegenheit, um uns großzügig mit Lebensmitteln und Getränken einzudecken. Da der Laden groß und das Sortiment für uns komplett neu und unbekannt war, dauerte es eine Weile, bis wir mit dem Einkauf fertig waren. Als wir dann endlich auf der Interstate zurück Richtung Tucson waren, sahen wir in der Entfernung, wieso das für den Nachmittag und Abend geplante Skynights-Event abgesagt wurde. Besser gesagt: Wir sahen nichts. Die gesamte Bergkette mit dem Mount Lemmon war in Wolken verschwunden und auch um uns herum war sehr viel Sand in der Luft. Bei diesen Sichtverhältnissen war an Sternenbeobachtung natürlich nicht zu denken. Nachdem wir uns im Hotel etwas frisch gemacht hatten, ging es zum Abendessen zu einem Denny’s um die Ecke. Zur Abwechslung gab es also mal nicht Burger, sondern Spaghetti mit Fleischklößchen für Frau Kescherbande und ein Truthahnsandwich für mich. Danach waren wir dann auch froh, die Beine etwas hochzulegen zu dürfen, um uns für den nächsten Tag auszuruhen.

USA Roadtrip – Tag 5 – Tucson: PIMA Air & Space und AMARG

Freitag, 10. Mai 2013

Tucson

PIMA Air & Space Museum

PIMA EinfahrtUnsere erste Station für heute war das PIMA Air & Space Museum. In diesem Flugzeugmuseum sind ungefähr 300 Flugzeuge ausgestellt, von kleinen Eigenbauflugzeugen bis zu Super Guppy und B-52 Stratofortress. Wir beschränkten uns im Hotel auf ein kurzes (aber für US-Verhältnisse sehr gutes) Frühstück, damit wir es pünktlich zur Öffnung zum Museum schaffen, um die Zeit optimal zu nutzen, da wir nach der ursprünglichen Planung spätestens um 13 Uhr Richtung Mount Lemmon aufbrechen wollten.
5 Minuten vor Öffnung hatte sich vor dem Eingang schon eine recht lange Schlange gebildet. Kurze Zeit später zeigte sich an der Kasse, dass nicht nur wir unter anderem auch deshalb so früh hier waren, um sich auch Tickets für eine der AMARG-Touren zu sichern, denn als wir endlich dran waren, war die Teilnehmerliste schon gut gefüllt.
Zusammen mit unseren Tickets kauften wir uns auch den Tucson Attractions Passport. Dieses Heftchen für 18 Dollar sollte sich jeder mal anschauen, der vor hat, einige Tage in Tucson zu verbringen. Hier im Museum bekamen wir so 2 Eintrittskarten zum Preis von einer und sparten gleich die ersten 15,50 Dollar.
Bis die Bus-Tour über das AMARG-Gelände losging, hatten wir jetzt noch ungefähr 2 Stunden Zeit, um das Museum zu erkunden. Da es bereits sehr warm war und die Temperaturen minütlich stiegen, begannen wir mit dem Außenbereich. Jedes ausgestellte Flugzeug einzeln aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, dafür sei auf die oben verlinkte Liste verwiesen.
Super Guppy
Ich möchte nur über eine ausgestellte Maschine noch etwas mehr schreiben, weil sie mir aus irgendeinem Grund besonders im Gedächtnis geblieben ist. Vielleicht, weil sie etwas abseits stand, vielleicht auch deswegen, weil wir später bei der AMARG-Tour noch den zweiten Prototypen gesehen haben und unser Tourguide etwas davon geschwärmt hat. Oder weil mir einfach die charakteristische Triebwerksanordnung im Gedächtnis blieb. Ich rede von der Boeing YC-14, ein experimentelles Transportflugzeug, welches Ende der 70er Jahre als Ersatz für die C-130 Hercules geplant wurde. Als besonders beeindruckend empfand ich die benötigte Startbahnlänge für Start und Landung. Mit reduzierter Beladung – immerhin noch 12,2 Tonnen – wurden für Start und Landung nur 305m (unbeladen sogar nur 180m) bzw. 360m benötigt.
Boeing YC-14
Trotz guter Testergebnisse in den Erprobungsflügen kam es aber nie zu einer Serienfertigung, da das Programm nach einem Regierungswechsel und damit einhergehenden Kürzungen im Militäretat 1977 eingestellt und 1979 endgültig beendet wurde.
Als Fazit der Ausstellung kann ich nur sagen: Spannend, überwältigend umfangreich, aber schon im Mai zu heiß. Wir waren froh über jeden größeren Flügel, der zwischenzeitlich etwas Schatten bot und sind die Reihen von Flugzeugen gegen Ende auch nur noch mehr oder weniger schnell abgegangen. Während unseres Rundgangs erhielt ich dann leider auch noch den Telefonanruf, der unseren Tagesablauf verändern sollte. Wir hatten für Nachmittag und Abend Tickets für das Skynights Event im Mount Lemmon Obversatorium gebucht. Aufgrund schlechten Wetters auf 2900m Höhe musste dieses aber leider abgesagt werden, wodurch wir dann spontan den Besuch im Titan Missile Museum vorgezogen haben. Dazu aber später mehr. Nachdem wir mit dem Außenbereich fertig waren, blieb uns noch etwas Zeit, um uns die Ausstellung im Hangar anzuschauen, bevor wir uns zum Treffpunkt für die AMARG-Tour begaben.

309th AMARG oder „The Boneyard“

Die 309. Aerospace Maintenance and Regeneration Group – kurz AMARG – ist eine Einheit des US-Militärs, die in Tucson auf der Davis-Monthan Air Force Base Flugzeuge aufarbeitet und nicht genutzte Flugzeuge lagert. Ich spare mir jetzt hier eine genauere Erläuterung, datenhamster hat das in seinem Blogbeitrag zu ihrer Boneyard-Tour schon ausführlich getan. Wer noch mehr wissen möchte, wird bei Wikipedia fündig. Bevor es aber losgehen konnte, stand die obligatorische Ausweiskontrolle an und wir mussten uns fleißig fremdschämen. Natürlich waren es andere deutsche Touristen, die sich lautstark über das Verbot von Rucksäcken und die Kontrollen an sich beschwerten. Liebe Leute, wenn euch die Bedingungen für die Tour über eine aktive Militärbasis nicht gefallen, dann nehmt doch bitte einfach nicht daran teil! Ich fand es bemerkenswert, dass so eine Tour bei der galoppierenden Terrorparanoia überhaupt noch möglich ist. Die Ausweiskontrolle beschränkte sich dann auf ein kurzes Vorzeigen mit Abhaken des Namens in der Teilnehmerliste.Volunteer Auch an der mitgeführten nicht ganz kleinen Spiegelreflexkamera gab es nichts zu meckern. Und selbst wenn: Ihr Land, ihre Regeln.
Nachdem wir im klimatisierten Bus Platz genommen hatten, begrüßte uns unser Tourguide, einer der vielen Freiwilligen, die sich hier in jedem Museum finden. Als erstes wurden wir ‚belehrt‘, dass das Personal der Militärbasis den Begriff „Boneyard“ nicht gerne hört, da es sich eben mitnichten um einen ordinären Flugzeugfriedhof, sondern um eine Einrichtung zur Einlagerung und Wiederaufarbeitung handelt. Ich ärgere mich im Nachhinein ein wenig, nicht eine komplette Audioaufzeichnung seiner Kommentare gemacht zu haben. Im weiteren Verlauf war es nicht immer einfach, gleichzeitig mit offenem Mund aus dem Fenster zu gucken, zu fotografieren und nebenbei noch alles mitzubekommen und zu behalten, was er uns erzählt hat. Ein Highlight in der „Celebrity Row“, einer Ausstellung mehr oder weniger bekannter Flugzeuge extra für die Boneyard-Tour, war definitiv der F-117A Nighthawk. Mittlerweile außer Dienst gestellt, enthält dieser Tarnkappenflieger doch immer noch so viel klassifiziertes Material, dass er nicht hier in Tucson eingemottet werden konnte, sondern gesondert auf der Tonopah Test Range in Nevada einlagert werden musste. Immerhin ein Exemplar konnte man sich aber für die Ausstellung sichern, wie man auf dem Bild sehen kann (man beachte die perfekte Tarnung). Ich wette, maximal die Hälfte der Tourteilnehmer hat den Witz verstanden.
F-117A
Auf dem weiteren Weg durch die Celebrity Row bekamen wir noch fast alles zu sehen, was in der Welt der Militärflieger mal Rang und Namen hatte: Von F-100 Super Sabre bis zu einer der wenigen verbliebenen F-14 Tomcats, von C-131 Samaritan bis EC-135C Looking Glass, dazwischen verschiedene Helikopter, eine EC-137D AWACS sowie der zweite Prototyp der Boeing YC-14 (zu sehen im ersten Video), die wir schon im Air & Space Museum gesehen hatten.
Nachdem wir die Berühmtheiten hinter uns gelassen hatten, führte uns die Tour weiter über das weitläufige Gelände. Ausrangierte Flugzeuge, soweit das Auge reichte. Momentan sind hier ungefähr 4400 Maschinen eingelagert. Kurz vor Ende der Tour kamen wir auch noch an einer Reihe C-5 Galaxy vorbei (zweites Video). Frank, unser Guide, hatte immer noch genug Geschichten zu erzählen, so zum Beispiel die von einem abgestürzten B-2 Bomber, dessen Reste unter einem der Schrotthaufen am Rand der Abstellflächen versteckt liegen soll. Nach der Rückfahrt zum Museum suchten wir uns dort im Souvenirshop noch ein paar kleine Andenken, bevor uns auf den Weg ins Titan Missile Museum machten.
AMARG Überblick
Zum Abschluss noch zwei kurze Videosclips, die aus dem Bus gefilmt wurden:
309th AMARG (1) – Anfahrt zur Celebrity Row, mit im Bild die YC-14
309th AMARG (2) – C-5 Galaxy

USA Roadtrip – Tag 4 – San Francisco nach Tucson (2)

Donnerstag, 09. Mai 2013

Reisetag: San Francisco nach Tucson

Phoenix Sky Harbor – Mietwagenübernahme

Nach der dann doch wieder pünktlichen Landung in Phoenix war die erste Ansage der Kabinencrew, bitte die Sonnenblenden an den Fenstern zu schließen und die Lüftungsdüsen komplett aufzudrehen, die Passagiere des folgenden Fluges würden es uns danken. Spätestens nach dem Aussteigen war klar, wieso diese Maßnahme nötig war: Die Wüstensonne über Arizona brannte ordentlich vom Himmel und wir kamen schon gut ins Schwitzen, da wir noch für die kühleren Temperaturen im morgendlichen San Francisco angezogen waren. Nach wenigen Minuten waren wir an der Gepäckausgabe angekommen, wo unser Flug bereits auf der Anzeigetafel stand. Unsere Koffer gehörten dann auch mit zu den ersten, die auf dem Gepäckband auftauchten. So konnten wir gleich durchstarten und direkt vor der Tür in den Shuttle Bus zum Mietwagencenter einsteigen. Nach einer Fahrt einmal rund um den Flughafen kamen wir dort an suchten uns den Schalter von Alamo.Nissan Rogue Gebucht hatten wir den Mietwagen bereits von Deutschland aus über Mietwagen-USA.de, was uns aber nicht vor der Warteschlange bewahrte. Offenbar hatten wir eine ungünstige Zeit erwischt und es dauerte ca. 20-30 Minuten, bis wir mit unserem Voucher endlich an der Reihe waren. Die üblichen Formalitäten waren dann schnell erledigt und auch die Fahrzeugauswahl ging flott: Es gab nämlich keine. In unserer gebuchten Fahrzeugklasse IFAR (Intermediate SUV, Automatik mit Klima) stand nur ein Fahrzeug zur Verfügung und so standen wir kurz darauf vor dem Nissan Rogue, der uns die nächsten 16 Tage begleiten sollte. Für einen SUV hatte der übrigens einen ziemlich kleinen Kofferraum. Wir bekamen unsere 3 Koffer (74cm, 64cm und ein kleiner Kabinentrolley) nur mit Mühe und etwas Schieben rein. Mit Rucksack, Handtasche und den Jacken auf dem Rücksitz war dann klar: Zu dritt wäre es im Wagen schon sehr eng geworden. Nachdem das Navi mit dem Hotel in Tucson programmiert war, konnte die erste richtige Roadtrip-Etappe losgehen.

Die Fahrt nach Tucson

Road to TucsonDie Fahrt nach Tucson verlief problemlos. Der Sky Harbor liegt direkt an der Interstate 10, der wir einfach nur knapp 120 Meilen (190km) bis nach Tucson folgen mussten. Auf dem Großteil der Strecke waren 75mph (ca. 120km/h) erlaubt, so dass wir gut vorankamen. Schon auf den ersten Kilometern war der Unterschied zu deutschen Autobahnen zu merken. Der Verkehr floß einfach entspannt dahin. Es gab fast kein Gedrängel, Raserei oder hektisches Lückenspringen. Da es kein generelles Rechtsfahrgebot gibt, hat man auch selbst nicht den Zwang, ständig hin- und herwechseln zu müssen. Im Großraum Phoenix hatte die Interstate teilweise noch bis zu 6 Spuren. Nachdem wir die Großstadt hinter uns ließen, reduzierte sich das aber nach und nach auf 2 Spuren. In Tucson brauchten wir dann fast nur den Wegweisern zum hiesigen Flughafen folgen, da unser Hotel sehr flughafennah gelegen war. Wir hatten anfangs auch überlegt, direkt von San Francisco nach Tucson zu fliegen, was aber an den ungünstigen Flugzeiten für Direktflüge scheiterte.

Hotel – Hyatt Place Tucson

Hyatt Place TucsonDas recht neue Hotel machte schon von außen einen guten Eindruck, der sich im Inneren fortsetzte. Wir wurden von freundlichem Personal empfangen und konnten schnell die Schlüsselkarten für unser Zimmer mit King-Size-Bett in der obersten Etage in Empfang nehmen. Das Zimmer war deutlich größer, als ich es erwartet hatte. Im Eingangsbereich gab es eine große Sitzecke, einen Schreibtisch und eine kleine Kochnische mit Kühlschrank und Mikrowelle. Der Schlafbereich mit dem ungewohnt großen Bett war mit einem Raumteiler abgegrenzt. Rechts davon befand sich der Sanitärbereich (kleine Nische mit Waschbecken und extra abgetrennt das WC mit Duschwanne) und geradezu ein großes Fenster mit Blick auf die Berge. Die Ecken des Bades hätten etwas gründlicher geputzt sein können, ansonsten gab es in Punkto Sauberkeit aber nichts zu meckern.
Blick auf die BergeNachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, ging es noch auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit, bevor wir endgültig die Beine hochlegen durften. Dank freiem WLAN konnten wir noch vom Hotel aus die Gegend erkunden und uns ein paar Zieladressen fürs Navi heraussuchen. Da das Hotel in einem Gewerbegebiet am Flughafen liegt, war die Auswahl in der näheren Umgebung nicht sehr groß. Wir versuchten unser Glück bei einem kleinen Circle K, eine anscheinend recht verbreitete Kette in der Art eines etwas erweiterten Tankstellenshops, wo wir auch fündig wurden und uns mit einer ersten Ladung an kleinen Snacks und Getränken eindeckten. Auf dem Rückweg genehmigten wir uns noch einen einen leckeren Chickenburger bei Wendy’s zum Abendbrot und anschließend durfte ich mit einem Traditional noch die Geocacher-Pflicht erfüllen, um auch Arizona Rot einzufärben.

USA Roadtrip – Tag 4 – San Francisco nach Tucson (1)

Donnerstag, 09. Mai 2013

Reisetag: San Francisco nach Tucson

San Francisco – Muni + BART

SFO BARTHeute hieß es noch einmal Koffer packen und ab zum Flughafen. Nach 2,5 Tagen San Francisco waren wir jetzt schon etwas geübter in der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Unser Flug von San Francisco nach Phoenix ging um 10:43 Uhr. Um auf der Fahrt zum Flughafen und bei den Sicherheitskontrollen keinen Zeitdruck zu haben, machten wir uns bereits gegen 7:00 Uhr auf den Weg. Da wir in den letzten 2 Tagen schon mehrfach an der Haltestelle der Linie 30 vorbeigekommen waren, hatten wir heute keine Probleme, gleich beim ersten Versuch in den richtigen Bus einzusteigen. Auf die Bitte, uns an der Station 5th/Stevenson Street Bescheid zu geben, ernteten wir einen verstörten Blick der Fahrerin. An dieser Haltestelle würde der Bus gar nicht halten, sondern nur an 5th/Market Street. Da aber genau dort die BART-Station war, an der wir auf die Metro umsteigen wollten, sollte uns das auch recht sein. An der Umsteigestation angekommen stellte sich dann heraus, dass sich die Haltestelle an der 5th Street mittig zwischen Stevenson und Market Street befindet. Die Busfahrerin kannte also ihren offiziellen Fahrplan (in dem Stevenson St. steht) nicht ganz richtig. Das ist aber durchaus verständlich, da die Market Street als Hauptstraße sicher den besseren Orientierungspunkt abgibt, während es sich bei der Stevenson Street nur um eine unbedeutende Nebenstraße handelt.
Der Umstieg ins Bay Area Rapid Transit System verlief diesmal problemlos, da wir die Feinheiten des Ticketkaufs ja bereits vom Hinweg kannten. Die Züge fahren im 15min-Takt, daher mussten wir auch nicht lange warten, bis die nächste Bahn in Richtung San Francisco International fuhr. So waren wir dann ohne Verzögerungen bereits um kurz nach 8 am Flughafen. Eigentlich viel zu früh, aber immer noch besser, als den Flug zu verpassen.

San Francisco International

Am Flughafen angekommen ging es zuerst Richtung Terminal 3, um am United-Airlines-Schalter das Gepäck loszuwerden. Den Check-In hatte ich schon am Abend zuvor online erledigt, so dass wir am Automaten nur schnell unsere Bordkarten ziehen mussten. Anscheinend gab es aber zwei Arten von Automaten: Eine für Bordkarten mit Gepäckaufgabe und eine für Bordkarten ohne Gepäck. Wir erwischten natürlich den Falschen, was wir bemerkten, als wir an einem weiteren Automaten das Gepäck aufgeben wollten. Dank einer netten Dame von United ließ sich das aber mit ein paar „Klicks“ auf dem Touchscreen korrigieren. Bei United gibt es nach Auskunft unseres Reisebüros übrigens generell kein Freigepäck auf den Inlandsflügen und so zahlten wir hier noch einmal 50 Dollar (25 Dollar pro Gepäckstück) für unsere zwei Koffer, bevor wir sie endlich los wurden.
Unser Flug sollte laut Anzeigetafeln in Terminal 1, Boarding Area B, Gate 32B boarden – also auf der gegenüberliegenden Seite des Flughafens. Wir machten uns in gemütlichem Tempo auf den Weg, genug Zeit hatten wir ja. An den Sicherheitskontrollen zur Boarding Area kamen wir dann das erste Mal mit den berühmt berüchtigten Körperscannern in Berührung. Ich bin skeptisch, ob es wirklich einen Sicherheitsgewinn dadurch gibt, aber wenn man über einen US-Flughafen fliegt, hat man sowieso kaum eine Alternative dazu. Zumindest ging es schnell und war für mich als Fluggast nicht lästiger, als die reguläre Kontrolle. Nachdem auch hier also alles schnell und reibungslos vonstatten ging, waren wir ungefähr 1,5 Stunden vor der regulären Abflugzeit im Wartebereich für unser Gate angekommen.CRJ-200 N910WS Der Blick auf die Anzeigetafeln ließ allerdings befürchten, dass wir hier nicht pünktlich wegkommen würden. So ziemlich alle anderen Inlandsflüge von United wurden schon verspätet angezeigt, teilweise mehr als eine Stunde. Auch unsere Maschine hatte am Ende ein paar Minuten Verspätung, weil sie nach ihrer Ankunft auf der gegenüberliegenden Seite des Flughafens erst mal eine Ehrenrunde zu uns drehen musste. Das Boarding der Bombardier CRJ-200 (N910WS) begann dementsprechend auch etwas später, bevor wir zu ungefähr 2 Stunden Flug nach Phoenix abhoben.

USA Roadtrip – Tag 3 – San Francisco

Mittwoch, 08. Mai 2013

San Francisco zu Fuß

Hyde St PierWir starteten den Tag mit einem Spaziergang vom Hotel zur Jefferson Street Ecke Hyde Street. Dort befindet sich der San Francisco Maritime National Historic Park. Hier kauften wir uns als erstes für 80 Dollar die „America the Beautiful„-Jahreskarte, die den Eintritt für fast alle National Parks und National BalcluthaMonuments abdeckt. Sie ist jeweils für ein Auto inkl. der Passagiere oder bei Parks, die den Eintritt pro Person berechnen, für bis zu 4 Personen gültig. Bei den noch vor uns liegenden Parks hatten wir schon im Vorfeld ausgerechnet, dass wir deutlich mehr als 80 Dollar ausgeben müssten, wenn wir in jedem Park einzeln Eintritt bezahlen würden. Der Park Ranger am Kassenhäuschen gab uns zur Jahreskarte auch gleich unsere „Eintrittskarten“ für die historischen Schiffe mit und so entschieden wir, uns hier doch kurz umzusehen. Eigentlich war der Besuch gar nicht geplant, aber da uns die Schlange bei den Cable Cars um die Ecke sowieso zu lang war, nutzten wir die Gelegenheit, bevor wir uns aufmachten, Fisherman's Wharfum weiter die Stadt zu erkunden.

Fisherman’s Wharf

Nachdem wir von den Museumsschiffen genug hatten, erkundeten wir den Fisherman’s Wharf, an dessen Ende sich das Museum befindet. Von dort ging es einmal die berühmte Touristenfalle hoch und runter. Wir waren hier zwar gestern schon auf dem Weg zur Alcatraz-Fähre vorbeigekommen, heute hatten wir aber mehr Ruhe, um uns auch ein wenig umzuschauen. Zu sehen gab es hauptsächlich Souvenirladen an Restaurant an Kramsladen an Restaurant an Souvenirladen. Da es mittlerweile schon Mittag war, nutzten wir die günstige Gelegenheit und suchten uns etwas zu essen. Danach ging es zurück zur Cable Car Endstation an der Hyde Street.

Russian Hill und Lombard Street

Cable Car on Hyde StreetDie Schlange dort war uns immer noch zu lang und es war auch nicht abzusehen, dass sich das jemals ändern sollte. Also gingen wir einfach weiter zu Fuß und folgten den Cable Cars die steile Hyde Street Richtung Russian Hill hinauf. Es war zwar anstrengend, dafür wurden wir dann aber auch direkt mit einem klassischen Blick über die San Francisco Bay belohnt: Ein Cable Car im Vordergrund, Alcatraz im Hintergrund. Wir folgten der Hyde Street bis zur Kreuzung mit der Lombard Street. Diese Straße, die ca. 3,5km von West nach Ost durch San Francisco führt, wäre an sich nichts besonderes, wenn es da nicht das kurze Stückchen zwischen Hyde Street und Leavenworth Street gäbe. Auf einer Länge von nur ca. 145m befindet sich hier die (so genannte) kurvenreichste Straße der Welt. Die Serpentinen wurden 1922 angelegt, da die natürliche Steigung der Straße von keinem Fahrzeug bewältigt werden konnte. Die Zahlen in den Quellen widersprechen sich etwas, aber durch diese Maßnahme wurde die ursprüngliche Steigung von ca. 27% auf 16% reduziert. Heute schieben sich hier Unmengen von Touristen zu Fuß und im Auto die Straße hinunter – und wir mitten drin. Ich hatte mir die Straße allerdings eindrucksvoller vorgestellt. Wenn man davor steht, Lombard Streetkommen die Serpentinen gar nicht so sehr zur Geltung, da der Straßenverlauf durch die Bepflanzung an den Seiten zum großen Teil verdeckt wird. Auf unserem weiteren Weg von der Lombard Street zum Cable Car Museum kreuzten wir zwei Querstraßen weiter die Filbert Street. Die ist an dieser Stelle mit 31,5% Steigung sogar noch steiler als die Lombard Street vor dem Umbau und gehört damit laut Wikipedia zu den zwei steilsten befahrbaren Straßen der westlichen Hemisphäre.

Cable Car Museum

20130508-CHK50481Auch wenn wir die Fahrt mit den Cable Cars ausgelassen hatten, besuchten wir zumindest das Cable Car Museum. Hier bekommt man einen kleinen Einblick in die Geschichte und kann sich anhand einiger Ausstellungsstücke anschauen, wie die ersten Cable Cars aussahen. Im Gebäude des Museums befindet sich auch der Antrieb für alle Cable-Car-Linien. Wie wir dort erfuhren, laufen die Kabel tatsächlich 24 Stunden am Tag 7 Tage in der Woche ohne Unterbrechung. Das sorgt auf den Straßen der Linie für ein ständiges Grundrauschen, welches wir auch auf dem Weg zum Museum immer Ohr hatten. Der Eintritt ins Museum ist übrigens frei, wenn man gerade in der Gegend ist, lohnt sich also auch bei wenig Zeit ein kurzer Abstecher.

Chinatown, Financial District und die Piers

ChinatownDer weitere Weg führte uns quer durch Chinatown. Nachdem wir auf dem gesamten Weg vom Fisherman’s Wharf bis zum Cable Car Museum kaum Menschen auf der Straße gesehen hatten (von der Lombard Street mal abgesehen), wurde es hier etwas belebter. Da es mittlerweile schon etwas später am Tage war, gingen wir auf ziemlich geradem Weg Richtung Financial District und danach zum Ferry Building. Financial District von den Piers ausDort machten wir eine kurze Kaffeepause und begaben uns danach auf den Rückweg an den Piers entlang. Die 4km bis zu unserem Ausgangspunkt an der Hyde Street zogen sich nach dem langen Tag auf den Beinen ziemlich hin. Viel zu sehen gab es an den Piers unterwegs auch nicht, da die Piergebäude alle im selben Stil gebaut sind. Bevor es dann zurück ins Hotel ging, fanden wir nach etwas suchen noch einen kleinen Supermarkt am Fisherman`s Wharf, wo wir uns mit Getränken und etwas Proviant für den folgenden Reisetag eindeckten.

USA Roadtrip – Tag 2 – San Francisco: Marin Headlands

Dienstag, 07. Mai 2013

Marin Headlands

Marin HeadlandsUm zu unserem nächsten Ziel in den Marin Headlands zu kommen, mussten wir erst mal etwas suchen, um den richtigen Weg unterm Highway 101 hindurch zu finden. Aufgrund von Bauarbeiten war es rund um das Bowers-Memorial nämlich etwas unübersichtlich. Nachdem wir den Tunnel gefunden hatten, ging es ein gutes Stück den Berg hoch – für mich ein gutes Training, Frau Kescherbande zog es wieder vor zu schieben. Oben angekommen bot sich uns ein grandioser Blick von der „Battery Spencer“ herab auf die Golden Gate Bridge.20130507-IMGP9746 Mittlerweile zogen tief hängende Wolken vom Pazifik herein, so dass die Brücke teilweise im Dunst verschwand. Um den Eindruck von der Golden Gate Bridge zu komplettieren, machten wir uns nun auf den Weg zur Kirby Cove. Da diese am Ende eines ungefähr 1,5km langen unbefestigten Wanderwegs 135 Meter unter uns lag, ließen wir die Räder oben an der Battery stehen und gingen zu Fuß auf Wanderung. Unterwegs liefen wir fast durch die Wolken, die über die Brücke und an den Hängen hochzogen. Unten angekommen hatten wir vom Wasser aus wieder den Blick auf das Bauwerk, um das sich am heutigen Tag fast alles drehte. Golden Gate von Kirby Cove aus Zwischen Strand und dem Kirby Cove Campground befinden sich übrigens die Reste der 1898 gebauten „Battery Kirby„, durch die die Bucht zu ihrem Namen kam. Nachdem wir uns dort noch ein wenig umgeschaut hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zu den Fahrrädern. Um nach Sausalito zu kommen, von wo wir mit der Fähre zurück nach San Francisco fahren wollten, fuhren wir erst den Weg zurück bis zum Bowers-Memorial (dieses Mal zum Glück bergab). Dort mussten wir wieder etwas suchen, bis wir die richtige Umleitung gefunden hatten, da der normale Weg wegen Bauarbeiten gesperrt war. Es ging steil treppab, auf einem schmalen Behelfssteg unter der Golden Gate Bridge hindurch und wieder steil treppauf – und wir stellten fest, dass wir auf dem Weg zurück von der Battery Spencer direkt hier vorbeigefahren sind. Auf dem weiteren Weg nach Sausalito hielten wir noch kurz an einem kleinen Supermarkt an, um uns mit den notwendigsten Lebensmitteln einzudecken. Hier bescherte ich mir dann einen leichten Anflug von Panik, als ich den Müll aus meinen Hosentaschen in die Mülleimerbox vor dem Laden entsorgte – inklusive des Schlüssels für das Fahrradschloss. Einfach herausfischen war nicht möglich, da die Box verschlossen war. Zu meinem Glück konnten mir die netten Angestellten des Supermarktes helfen, in dem sie mit einem Schraubendreher die Verriegelung aufhebelten, so dass ich den Schlüssel wieder aus dem Müll fischen konnte.

Rückfahrt und Fort Mason

MV Del NorteEigentlich wollten wir uns vor der Rückfahrt noch etwas in Sausalito umschauen, als wir aber am Fähranleger vorbeikamen, entschieden wir uns spontan um. Die Fähren zurück nach San Francisco fahren nicht besonders häufig und bereits jetzt, ca. 1 Stunde vor Abfahrt der vorletzten Fähre, hatte sich schon eine ziemlich lange Schlange von Touristen mit Fahrrädern gebildet. Da wir nicht wussten, wie viele Passagiere und Fahrräder je Tour an Bord gehen, gingen wir lieber auf Nummer sicher und stellten uns gleich mit an. Auch die Fährgesellschaft war anscheinend der Meinung, dass hier ziemlich viel los sei und so kam 10 Minuten vor der regulären Abfahrtzeit die MV Del Norte, um als Sonderfahrt schon mal einen Schwung Touristen mit Fahrrädern abzuholen, damit die reguläre Fähre nicht überfüllt ist (dort sind wohl auch die Fahrradtransportkapazitäten begrenzt).Fahrräder auf der Fähre Auf 2 Decks vollgeladen mit Fahrrädern ging es dann über die Bay zurück zu den Piers. Ich hatte gehofft, unterwegs noch ein paar Bilder von der Golden Gate Bridge, Alcatraz oder der San Francisco Skyline machen zu können, aber bei einer Sichtweite von teilweise unter 300 Metern fiel das aus. Außerdem gab der Kapitän ordentlich Gas, wodurch die Überfahrt bei gemessenen 62km/h in rauer See recht holprig war. Um ehrlich zu sein wünschte sich Frau Kescherbande ins Flugzeug zurück, da wäre es nicht so wackelig gewesen.
Da die Fähre als Sonderfahrt nicht den regulären Pier der Linie Sausalito-San Francisco nutzen konnte, wurden wir direkt am Pier 1 am Ferry Building von Bord gelassen. Zu Fuß hätte das einige Lauferei bedeutet, mit den Fahrrädern waren die 5km Rückweg aber kein Problem.Fort Mason Commanding General Quarters Auf fast allen größeren Straßen fanden sich dedizierte Radfahrstreifen, was das Fahren sehr angenehm machte. Wenn man von den Hügeln absieht, ist San Francisco nicht nur für amerikanische Verhältnisse eine doch recht fahrradfreundliche Stadt. Einzig der stramme Wind von vorn schmälerte das Vergnügen heute etwas. Unterwegs radelten wir noch durch Fort Mason, ein weiterer ehemaliger Armeestützpunkt, dessen Parks heute ein beliebtes Naherholungsziel sind. Einige der alten Offiziersunterkünfte (im Bild das Haus des kommandierenden Generals) werden auch heute noch von der U.S. Army genutzt, der Großteil der Gebäude ist aber an zivile Unternehmen undFort Mason Community Garden Einrichtungen vermietet. Auf den vielleicht schönsten Teil in Fort Mason wurde ich durch den Geocache ‚Green Thumb‘ GCEC8 aufmerksam. Der kleine Gemeinschaftsgarten ist eine wirkliche Oase der Ruhe in der großen Stadt. Hier findet man 125 kleine Parzellen mit einer Größe von jeweils nur 1,50x6m, auf denen ihre Nutzer hauptsächlich Blumen und Gemüse anpflanzen. Die Wartezeit auf eine dieser Parzellen beträgt momentan übrigens ca. 7-8 Jahre, so beliebt ist dieses Projekt.
Zurück am Hotel brachten wir schnell noch die Fahrräder zurück. Danach ging es auf die Suche nach dem Abendessen, welches wir nicht weit entfernt bei Jake’s Steaks fanden. Ein Menü aus Pizza Cheese Steak, Chicken Salad und Waffle Fries rundete den Tag ab.

USA Roadtrip – Tag 2 – San Francisco: Bike the Bridge

Dienstag, 07. Mai 2013

Der Fahrradverleih

Nachdem wir uns gut ausgeschlafen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Fahrradverleih, um uns die Fortbewegungsmittel für den heutigen Tag zu besorgen. Wenn man nach Fahrradverleihern in San Francisco sucht, wird man als allererstes Blazing Saddles finden, die mehrere Verleihstationen im Bereich des Fisherman’s Wharf haben. Es gibt aber auch verschiedene kleine Anbieter und wie der Zufall es wollte, fand ich einen davon direkt neben unserem Hotel, als ich mir gerade mit Google Streetview die Umgebung anschaute. New Holiday Adventure Sale & Rental hieß der kleine Laden, der von einem älteren chinesischen Ehepaar in Verbindung mit einer Reinigung betrieben wird. Für 22 Dollar pro Rad und Tag (bzw. 24h) bekamen wir hier schnell und unkompliziert unsere Räder inklusive Helm und Schloss. Nachdem ich noch schnell die Oregon-Halterung am Lenker montiert hatte, ging es los Richtung Golden Gate Bridge.

Presidio und Golden Gate

PresidioAuf dem Weg dorthin fuhren wir über das Gelände des Presidio, welches unter anderem aus dem gleichnamigen Film bekannt ist. Das Presidio ist ein ehemaliger Militärstützpunkt am Golden Gate, der seit 1994 einer zivilen Nutzung zugeführt wurde. Neben mehreren Unternehmen von George Lucas (Lucasfilm, LucasArt) haben hier jetzt diverse gemeinnützige Organisationen und Museen ein Zuhause gefunden. An die militärische Nutzung erinnern unter anderem noch die Kriegsgräberstätte „San Francisco National Cemetery“ (Bild links) und Fort Point, Golden Gate mit Fort Point welches direkt am Fuße der Golden Gate Bridge die Zufahrt zur San Francisco Bay überwachte. Der Weg vom Fort hoch zur Brücke hatte es dann in sich, wie man an den vielen geschobenen Fahrrädern sehen konnte. Von oben wird man dafür dann aber mit einem schönen Blick auf die Brücke mit dem darunterliegenden Fort belohnt (Bild rechts). Während wir langsam auf die Brücke zu radelten, konnte ich von den verschiedenen Infotafeln unterwegs noch die Lösungen für den ersten (Earth)Cache (GC3BKWC) des Urlaubs sammeln. Waren die Radwege bis jetzt schon nicht leer, so wurde es auf der Brücke richtig eng. Anfangs versuchten wir tatsächlich noch zu fahren, schließlich hieß das Tagesprogramm ja „Bike the Bridge“, aber das stellte sich recht schnell als hoffnungsloses Unterfangen heraus. Es gibt nur einen kombinierten Fuß- und Radweg für beide Richtungen auf der Brücke und der ist noch nicht mal besonders breit, dafür sind die Touristen, ob mit Rad oder zu Fuß, aber um so zahlreicher. Da auch wir alle paar Meter zum Fotografieren stehenblieben, war es somit einfacher, zu Fuß zu gehen und die Räder zu schieben. Ab Mitte der Brücke wurde es dann aber wieder leerer, da die meisten Fußtouristen hier umdrehten und zurückgingen. Ab jetzt konnte also wieder etwas gefahren werden, genug Fotos von der Brücke aus hatten wir ja mittlerweile auch. Auf der anderen Seite machten wir dann eine kurze Pause am „H. Dana Bowers Memorial“-Aussichtspunkt. Von hier hätte man einen guten BlickThe Lone Sailor über die Bay und nach San Francisco gehabt, wenn die Sicht besser gewesen wäre. Statt Ausblick gab es dann aber Infotafeln für den nächsten Earthcache und einen Virtual. Von Herrn Bowers, seines Zeichens leitender Landschaftsarchitekt bei der kalifornischen Verkehrsbehörde und Namensgeber für diesen Aussichtspunkt, findet man aber bis auf eine kleine Gedenkplakette keine Spur. Stattdessen steht in der Mitte zwischen den Parkplätzen eine Replik der Skulptur „The Lone Sailor“, dessen Original im United States Navy Memorial in Washington, D.C. steht.

USA Roadtrip – Tag 1 – San Francisco

Montag, 06. Mai 2013

San Francisco – Der Weg zum Hotel

Um kurz vor 14 Uhr hatten wir die Einwanderungs- und Zollprozeduren hinter uns gebracht und machten uns mit unserem Gepäck auf den Weg ins Hotel. Die BART-Station zu finden, war nicht allzu schwer. Die Bedienung des Fahrkartenautomaten war dafür etwas gewöhnungsbedürftig. Man kauft kein Ticket für eine bestimmte Fahrtstrecke oder Tarifzone, sondern für einen Betrag X. Wie hoch der ist, muss man vorher einer Tabelle neben dem Automaten entnehmen. Jede Station hat ihren eigenen Fahrpreis. Nach ein paar Minuten hatten wir das dann trotz Müdigkeit begriffen und hielten ein gültiges Ticket in der Hand, mit dem wir den gerade eingefahrenen Zug bestiegen. Vom Flughafen fährt nur eine Linie in eine Richtung, so dass wir zumindest hier nicht lange überlegen mussten.
Das Umsteigen von BART in einen der Muni-Busse gestaltete sich dann aber wieder etwas unorthodox. Wir waren uns noch nicht ganz sicher, ob wir die richtige Haltestelle gefunden hatten, als plötzlich ein Bus der gesuchten Linie 22 mitten auf der Straße hielt und der Fahrer fragte, ob wir seine Linie suchten. Das taten wir, die Haltestelle wäre aber wohl schon auf der anderen Seite der Kreuzung gewesen, die wir gerade überquert hatten. Dank des netten Busfahrers saßen wir dann aber trotzdem im Bus. Um den Ausstieg nicht zu verpassen, versuchte ich unterwegs, unsere Fahrt auf dem iPhone mit City Maps 2go zu verfolgen. So stellte ich schnell fest, dass wir zwar in der richtigen Buslinie saßen, nur leider in der falschen Richtung. In der Hektik des Einsteigens hatte ich nicht mehr auf das angeschlagene Fahrtziel geachtet. Aber selbst das war kein Beinbruch, sind doch die Muni-Tickets in San Francisco 90 Minuten in alle Richtungen gültig. Wir stiegen also an der nächsten Haltestelle einfach in den Bus der Gegenrichtung um und kamen so um kurz vor 16 Uhr im Hotel an.

Das Hotel – Coventry Motor Inn

Coventry Motor InnUrsprünglich hatte ich uns eine Ferienwohnung über Wimdu.de gebucht, die Buchung dafür wurde aber ohne Angabe von Gründen wieder storniert. Zum Glück passierte das lange genug vor der Reise, um trotzdem noch halbwegs günstig eine andere Unterkunft zu finden. Von Wimdu war ich in dem Moment natürlich erst mal bedient, so dass ich die Idee mit der Ferienwohnung zu den Akten legte und auch für San Francisco ganz klassisch ein Hotel buchte. Über Tripadvisor fand ich so das Coventry Motor Inn und ich muss sagen, die Bewertungen haben nicht gelogen.
Das Hotel hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, ist aber sehr gut gepflegt. Selbiges gilt auch für die Zimmer. Mit Ausnahme des großen Flachbildfernsehers ist die Ausstattung zwar etwas altbacken, aber in einem guten Zustand. Auch an der Sauberkeit gab es nichts zu meckern, der Zimmerservice leistet hier hervorragende Arbeit. Wir hatten ein Zimmer nach hinten heraus, wodurch wir zwar keinen Ausblick hatten, dafür aber auch keinen Straßenlärm – das Hotel liegt direkt an der Lombard Street, die in diesem Bereich noch die US 101 ist. Wer mit dem Auto in San Francisco ist, für den bietet das Hotel noch einen weiteren Vorteil: Das Auto kann man kostenlos direkt im Hotel abstellen. Das Erdgeschoss und eine weitere Ebene darunter sind Parkebenen, daher auch der Name „Motor Inn“.

Alcatraz – Abendtour

Alcatraz ZellentraktViel Zeit zum Ausruhen hatten wir allerdings nicht, da ja noch das Abendprogramm in Form einer Alcatraz Night Tour auf uns wartete. Also machten wir uns nur kurz frisch und begaben uns dann auf den Weg zur Pier 33. Nach dem langen Flug waren die 3km zu Fuß am Fisherman’s Wharf und den Piers entlang eine echte Wohltat. Wir waren so schnell unterwegs, dass wir sogar noch zu früh fürs Boarding der Fähre waren. Um 18:30 Uhr ging es dann aber endlich los. Angekommen auf „The Rock“ wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die jeweils mit einem Guide den Weg hoch bis zum Zellenblock gingen. Unterwegs gab es immer wieder Hintergrundinformationen, auf die wir in unserem übermüdeten Zustand aber auch gerne verzichtet hätten. Eigentlich wollten wir uns ja nur auf eigene Faust etwas umschauen. Den Audioguide im Zellenblock haben wir dann auch nur in Empfang genommen, aber nicht wirklich genutzt. Stattdessen erkundeten wir die zugänglichen Bereiche auf eigene Faust, immer mit dem Ziel, möglichst nicht gerade in den überlaufenen Ecken zu sein – das Alcatraz - Hospitaltraktwar aber fast unmöglich. Trotzdem brachte die Nacht-Tour mit der passenden „Stimmungsbeleuchtung“ in den Zellen einen gewissen Reiz mit sich. Als Besonderheit bekommt man mit der Nacht-Tour auch teilweise Zugang zu Bereichen, die tagsüber gesperrt sind. Wir hatten so Gelegenheit, uns die Krankenstation samt OP und Röntgenraum anzuschauen. Weiterhin wurden auch diverse Vorträge und Vorführungen angeboten, unter anderem „Wie breche ich erfolgreich von Alcatraz aus?“. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber bereits seit ungefähr 26 Stunden unterwegs waren, verzichteten wir auf einen Großteil der Vorträge und nahmen schon die erste Fähre zurück zu den Piers. Da es mittlerweile etwas aufgeklart hatte, hatten wir auf der Rückfahrt noch einen schönen Blick auf die nächtliche Skyline San Franciscos.
San Francisco – Night SkylineWährend der anschließenden Busfahrt zum Hotel – dieses Mal gleich mit der richtigen Linie in die richtige Richtung – freuten wir uns dann nur noch auf unser Bett, in welches wir auch kurz darauf erschöpft fielen.