USA Roadtrip – Tag 9 – Grand Canyon – Bright Angel Trail (1)

Dienstag, 14. Mai 2013

Grand Canyon – Bright Angel Trail

Bright Angel TrailheadHeute stand einer der Höhepunkte des Urlaubs auf dem Programm. Wir wollten uns früh um 6:30 Uhr auf den Weg in den Grand Canyon machen und 20km auf dem Bright Angel Trail bis zum Plateau Point und zurück wandern. Obwohl wir unser Gepäck (hauptsächlich Essen und Wasser, viel Wasser) schon am Abend vorher vorbereitet hatten, schafften wir es natürlich nicht, pünktlich zur selbst gesetzten Zeit am Startpunkt zu sein. Auf dem Weg zum Parkplatz hielten uns dann noch ein paar Wapitihirsche auf, die es anscheinend richtig toll fanden, halb auf der Straße herumzustehen. Da der normale Wanderparkplatz wegen Bauarbeiten gesperrt war, mussten wir auch noch etwas weiter entfernt parken und so starteten wir mit ungefähr 50 Minuten Verspätung in unser Tagesabenteuer.

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USA Roadtrip – Tag 8 – Grand Canyon East Rim Drive

Montag, 13. Mai 2013

Grand Canyon South Rim – East Rim Drive

Von Osten kommend hat man entlang des East Rim Drives eine Reihe von Aussichtspunkten zur Auswahl. Wir begannen gleich mit dem ersten und bogen wenige Meter nach der östlichen Eingangsstation direkt auf den großen Parkplatz des Desert View ab. Hier gibt es neben einem Souvenirshop auch einen Aussichtsturm, weshalb dieser Aussichtspunkt besonders beliebt ist. Wenige Meter Fußweg später hatten wir den Canyonrand erreicht und was wir sahen, lässt sich für mich schwer in Worte fassen. Der erste Blick in den Grand Canyon war einfach nur überwältigend. Die Weite, Tiefe und schiere Größe, die Farben, die Felsformationen. Auch ein Bild kann das alles nur begrenzt einfangen.
Grand Canyon Desert View
Nach diesem ersten Blick in den Canyon folgten wir weiter der Straße Richtung Westen. Navajo Point, den höchsten Aussichtspunkt am Südrand des Grand Canyon, Lipan Point und Moran Point ließen wir aus und hielten erst wieder am Grandview Point. Der Parkplatz hier war deutlich kleiner, aber wir hatten Glück und erwischten schon in der zweiten Umrundung eine freiwerdende Lücke. Die Fluktuation ist hier nicht so groß, da am Grandview Point auch der gleichnamige Wanderweg, der Grandview Trail, beginnt und somit viele der Autos zu Wanderern gehören, die hier für eine Tageswanderung parken. Ohne es richtig zu merken, hatten auch wir uns schon ein paar Meter auf den Weg ‚verirrt‘, als wir versuchten, uns den Touristenmassen, die sich in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes sammelten, zu entziehen. Wir hätten durchaus Lust gehabt, noch ein wenig weiter zu wandern, aber da uns am nächsten Tag der Bright Angel Trail mit knapp 2000 Höhenmeter erwartete, kehrten wir nach wenigen hundert Metern wieder um, um unsere Kräfte zu schonen.
Grand Canyon Desert View 2
Der nächste in den offiziellen Karten eingezeichnete Aussichtspunkt am East Rim Drive wäre jetzt Yaki Point gewesen. Wenn man Zeit und Lust hat etwas zu wandern und nicht gerade in der Hauptsaison unterwegs ist, kann man aber auch schon vorher noch einmal anhalten. Kurz hinter Kilometerstein (bzw. Meilenstein) 244 befindet sich rechts der Straße ein kleiner nicht asphaltierter und nicht ausgeschilderter Parkplatz versteckt im Wald. Von hier sind es noch ungefähr 1,5km ohne nennenswerte Höhenunterschiede zu Fuß durch den Wald bis zum Shoshone Point. In der Hauptsaison kann man die Örtlichkeit bei der Parkverwaltung für Hochzeiten und andere Feste mieten, wodurch der Zugang gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. In der Nebensaison ist hier aber normalerweise nichts los, so dass dies wohl einer der wenigen Orte am South Rim des Grand Canyon ist, an denen man den Touristenmassen mal entkommen kann. Wir trafen auf dem Weg und vorne am Aussichtspunkt ganze 3 andere Wanderer. Als wir wieder zurück am Auto waren, war es bereits kurz vor 17 Uhr und so fuhren wir erst mal ohne Stopps zum Hotel weiter, da wir heute Abend noch eine Verabredung hatten.
Unser Hotel war das Best Western Grand Canyon Squire Inn in Tusayan, nur wenige Kilometer außerhalb des Nationalparks. Hier bezogen wir unser gepflegtes Doppelzimmer für die nächsten zwei Nächte. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, nahmen wir dank freiem Hotel-WLAN schnell Kontakt zu meiner Nichte und ihrem Freund auf, die auf ihrer eigenen USA-Tour zufällig auch gerade hier vorbei kamen. Da sie nur 2 Hotels weiter übernachteten, trafen wir uns kurzerhand auf dem Parkplatz und fuhren dann gemeinsam zurück in den Park, um den Sonnenuntergang am Mather Point zu sehen. Hier war es erwartungsgemäß wieder deutlich voller, da sich dieser Aussichtspunkt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbesucherzentrum befindet.
Abendstimmung Mather Point
Der Versuch, später am Abend noch Nachtaufnahmen mit schönem Sternenhimmel zu machen, wurde leider durch hereinziehende Wolkenfelder vereitelt. Die einzigen Leuchtpunkte, die sich zeigen wollten, waren einige verwegene Wanderer, die mit Taschenlampen ihren Weg zur Phantom Ranch unten am Colorado River suchten. Anschließend ging es wieder zurück nach Tusayan, wo wir uns noch eine kleine Pizza zu Grand-Canyon-Preisen genehmigten, um uns für die am nächsten Morgen startende 20km-Wanderung zu stärken.

USA Roadtrip – Tag 8 – Von Flagstaff zum Grand Canyon

Montag, 13. Mai 2013

Von Flagstaff zum Grand Canyon

Mit der Fahrt von Flagstaff zum Grand Canyon lagen heute zwar nur 200km Wegstrecke vor uns, trotzdem starteten wir wieder früh. Immerhin warteten unterwegs noch zwei National Monuments auf uns.

Sunset Crater Volcano National Monument

Statt den direkten Weg zum Grand Canyon über die US 180 zu nehmen, fuhren wir auf der US 89 Richtung Norden. Ungefähr 25km nördlich von Flagstaff bogen wir auf die Loop Road ab und befanden uns nach wenigen Kilometern am Besucherzentrum des Sunset Crater Volcano National Monuments. Nach den üblichen Formalien – Jahreskarte vorzeigen und Parkbroschüre mitnehmen – fuhren wir weiter und parkten am Lava Flow Trail. USA Roadtrip – Tag 8 – Von Flagstaff zum Grand Canyon weiterlesen

USA Roadtrip – Tag 7 – Tucson nach Flagstaff

Sonntag, 12. Mai 2013

Reisetag: Tucson nach Flagstaff

Von Tucson Richtung Norden

I17 NorthHeute endete unser Aufenthalt in Tucson schon wieder und die Reise führte uns Richtung Norden. Das Ziel am heutigen Reisetag war Flagstaff. Die Fahrtstrecke war mit ungefähr 470km moderat und so konnten wir es gemütlich angehen lassen.
Vom Hotel war es nicht weit bis zur Interstate 10, auf der wir bis Phoenix fuhren. Die Strecke kannten wir ja bereits vom Hinweg, nur dass wir in Phoenix nicht zurück zum Flughafen abbogen, sondern auf der Interstate 17 weiter Richtung Norden fuhren. Da heute Sonntag war, hielt sich der Verkehr in Grenzen und wir kamen auf der gesamten Strecke gut voran. Nach 3,5 Stunden ereignisloser Fahrt hatten wir unser erstes geplantes Zwischenziel erreicht.

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USA Roadtrip – Tag 6 – Tucson: Saguaro National Park

Samstag, 11. Mai 2013

Tucson: Saguaro National Park

Der Nationalpark besteht aus zwei Teilen, einer auf der westlichen Seite von Tucson, der andere auf östlicher Seite. Da wir am Vormittag das Arizona-Sonora Desert Museum besucht hatten, bot es sich an, auf dem Rückweg den Nationalpark zu besuchen, denn der Westteil liegt nur wenige Kilometer vom Desert Museum entfernt.
Saguaro National Park
Gelaufen waren wir heute schon genug, also beschränkten wir uns darauf, im klimatisierten Auto den Bajada-Loop-Drive, eine landschaftlich reizvolle Ringstraße durch den Park, mit seinen Aussichtspunkten abzufahren. Bei 34°C war das definitiv nicht die schlechteste Idee. Vorher suchten wir aber noch kurz das Besucherzentrum auf, um unsere Jahreskarte vorzuzeigen und etwas Infomaterial über den Park mitzunehmen.

Der 10km-Rundkurs ist als Einbahnstraße angelegt, war nicht asphaltiert, wellig und mit teilweise engen Kurven gespickt. Ohne die Tempolimits hätte er sicher einen schönen Rallyekurs abgegeben. Das Zeitraffervideo aus Cockpitperspektive lässt das ein wenig erahnen. Nach etwas mehr als 30min hatten wir die Runde abgefahren und waren wieder am Besucherzentrum. Da wir noch genug Zeit hatten, entschieden wir uns, auch dem östlichen Teil des Parks auf der anderen Seite der Stadt einen Besuch abzustatten. Da in den USA ja alles etwas größer und weiter ist, bedeutete „auf der anderen Seite der Stadt“ ca. 60km Fahrt quer durch Tucson, die wir in etwas über 1 Stunde hinter uns brachten. Einziges Problem dabei war das als Navigationssystem dienende iPhone, welches schon nach kurzer Zeit die Arbeit wegen Überhitzung verweigerte. Nachdem wir es wieder etwas heruntergekühlt hatten, funktionierte es aber wieder normal. Allerdings konnten wir es nicht mehr in der Frontscheibenhalterung nutzen, da es dort in der prallen Sonne schon nach wenigen Minuten wieder überhitzt abschaltete.
Saguaro NP 1
Im östlichen Teil des Parks saß ein Park Ranger in einem Schrankenhäuschen am Eingang zum Scenic Drive und kontrollierte die Tickets. Das angebotene Infomaterial lehnten wir dankend ab, da die Broschüre für beide Parkteile gilt. Der Rundkurs im Ostteil war mit 12km ein wenig länger, dafür aber durchgängig asphaltiert. Hier nutzten wir jetzt auch an einigen Stellen die Gelegenheit, den Wagen kurz abzustellen und ein paar Meter zu Fuß zu gehen. Die Landschaft ist einfach faszinierend – alleine schon dadurch, dass sie so komplett anders ist als das, was wir aus Deutschland kennen.
Saguaro NP 2
Auch vom Cactus-Forest-Loop-Drive gibt es kurze Timelapse-Videos: Teil 1, Teil 2, Teil 3

USA Roadtrip – Tag 6 – Tucson: Arizona-Sonora Desert Museum

Samstag, 11. Mai 2013

Tucson: Arizona-Sonora Desert Museum

Arizona-Sonora Desert MuseumNachdem der gestrige Tag ganz im Zeichen der Technik stand, wollten wir uns heute mehr mit der heimischen Flora und Fauna beschäftigen. Da sich insbesondere die Tierwelt nur schwer in der freien Natur beobachten lässt, entschieden wir uns für einen Besuch im Arizona-Sonora Desert Museum auf der anderen Seite von Tucson. Das Museum ist im weitesten Sinne ein Zoo, welcher sich auf heimische Tier- und Pflanzenarten beschränkt. Dank des gestern im PIMA Air & Space Museum erstandenen Tucson Attractions Passport bekamen wir auch hier wieder die zweite Eintrittskarte geschenkt.

Rebellisch wie wir sind, ignorierten wir die im Übersichtsplan empfohlene Gehrichtung und starteten unsere Runde im Uhrzeigersinn. Der Rundgang war in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt. Im ersten Bereich drehte sich alles um die Bestäubung der Pflanzen durch Insekten, Schmetterlinge und Vögel. Besonderes Highlight in diesem Bereich war das Kolibrihaus.
Kolibri
Überall schwirrte und surrte es um uns herum. Man musste richtig aufpassen, wie man sich bewegt, denn bei einer zu hastigen Bewegung konnte es gut passieren, dass man einen der gefiederten Hubschrauber im Flug erwischte. Da die Kolibris so schnell und unruhig unterwegs waren, war auch das Fotografieren mehr ein Glücksspiel. Mit etwas Geduld gelangen mir dann aber doch ein paar halbwegs scharfe Bilder der kleinen Federkugeln.
SpinneKakteen vor Landschaft
Auf dem weiteren Weg ging es als nächstes in den Untergrund. Hier war – hinter Glas – zu sehen, was alles so unter dem Wüstenboden lebt oder auch schläft. Sehen hieß in diesem Fall eher erahnen, da es doch ziemlich dunkel war. Die Kamera zeigt hier im Nachhinein mehr, als das bloße Auge teilweise sehen konnte. Da es hier aber angenehm kühl war, ließen wir uns trotzdem etwas Zeit, bis wir uns wieder ans Tageslicht wagten. Dort warteten dann wieder Kakteen in allen Formen und Farben auf uns. Besonders häufig sieht man auch außerhalb des Museums den Saguaro-Kaktus (Carnegiea gigantea). Diese 12-15 Meter hohen Kakteen sind sozusagen die Bäume Arizonas, denn klassische Laubbäume, wie wir sie in Europa kennen, sucht man hier meistens vergebens. Durch ihren Durchmesser von 30-70cm sind sie auch ein beliebter Nistplatz für die heimischen Gilaspechte, die sich bevorzugt in den Saguaro-Kakteen ihre Bruthöhlen bauen.

Größenvergleich

Verschiedene Kakteen

Es gab außer Kakteen natürlich noch mehr zu sehen. Im Themenbereich ‚Uferzone‘ sahen wir Dickhornschafe (ein Bergbereich endete am Wasser), Biber, Otter und Nasenbären. Was wir nicht sahen, waren die Schildkröten. Denen war auch zu warm und sie hatten sich ausnahmslos unter ihre schattigen Unterstände verzogen. Zum Glück hatten nicht nur die Schildkröten Schattenspender, sondern auch wir als Besucher. In regelmäßigen Abständen gab es kleine Pavillons, sogenannte Ramadas, die die Gelegenheit boten, sich etwas im Schatten zu erholen. Auch für den Flüssigkeitshaushalt wurde dort in Form von Wasserspendern gesorgt. Wenn das Wasser frisch und kalt aus dem Spender getrunken wurde, schmeckte man das im Trinkwasser allgegenwärtige Chlor auch nicht so heraus.
Real Desert Experience
Auf dem Desert Loop Trail wurde es dann ‚gefährlich‘. Eine halbe Meile pure Wildnis, 800 Meter durch tiefste Wüste, fernab jeglicher Zivilisation – abgesehen mal von den Ramadas und Wasserspendern unterwegs. Wir nahmen das Warnschild zur Kenntnis und machten uns trotzdem auf den Weg, der uns als erstes zu einem Eidechsen-‚Gehege‘ führte. Normale Eidechsen liefen uns schon den ganzen Tag im Park über den Weg, hier im Gehege sonnten sich allerdings einige besondere Arten, unter anderem eine Chuckwalla-Echse. Die fühlte sich zum Glück nicht von uns bedroht, denn sonst hätte sie sich in eine Felsspalte zurückgezogen und sich darin aufgeblasen, damit man sie nicht herausziehen kann (Frau Kescherbande hatte vor Jahren mal die Frage, was die Chuckwalla-Echse bei Bedrohung tut, an ‚Genial daneben‘ geschickt, daher waren wir bestens informiert).
Auf dem weiteren Weg hielten wir Ausschau nach der Nabelschweinherde, auf die auf diversen Hinweisschildern immer wieder hingewiesen wurde. Den Schweinen war aber offensichtlich auch zu heiß, um in der Sonne herumzulaufen. An keinem der gekennzeichneten Beobachtungspunkte war etwas zu sehen. Erst etwas weiter auf dem Weg konnten wir ein einzelnes Schwein entdecken, dass es sich im Schatten unter einer kleinen Brücke bequem gemacht hatte. Kurz danach trottete dann noch ein Kojote parallel zum Weg – alles natürlich hinter einem Zaun.
Coyote
Nachdem wir am Ende des Wüstenrundwegs angekommen waren, warteten noch die zwei Themenbereiche Wüstengraslandschaft und Bergwälder auf uns. Dort sahen wir unter anderem Kanadareiher, Weißwedelhirsche, Schwarzbären und Präriehunde. Ein Berglöwengehege gab es auch, hier wies bei unserem Besuch aber leider nur ein Schild darauf hin, dass die beiden Berglöwen in Rente geschickt wurden und sie ihren Lebensabend in einem neuen Gehege abseits der Öffentlichkeit genießen dürfen. Sie hätten sich aufgrund des Alters in dem für Besucher zugänglichen Gehege nicht mehr wohlgefühlt. Es sei ihnen gegönnt. Damit schloss sich der Kreis und wir waren wieder am Eingang angekommen. Mittlerweile war es kurz nach eins und draußen wurde es langsam unangenehm heiß, so dass wir uns darauf freuten, gleich im Auto die Klimaanlage anwerfen zu können.

USA Roadtrip – Exkurs: Rabatte, Rabatte, Rabatte

WalgreensKundenbindung wird in den USA groß geschrieben. So hat hier fast jede Ladenkette ihre eigenen Bonussysteme. Schon bei unserem ersten Einkauf bei Walgreens, einer Drogeriekette, kam an der Kasse die unvermeidliche Frage: Haben Sie eine Kundenkarte? Hatten wir nicht. Ob wir denn eine haben wollten? Klar, wieso nicht. Ich dachte allerdings, dass man dafür eine US-Adresse angeben muss und die Karte dann zugeschickt bekommt, weshalb ich noch etwas skeptisch war. Aber die Kassiererin sagte, die Karte könnte ich sofort mitnehmen, sie bräuchte nur eine Telefonnummer und den Namen. Also wurde schnell die Nummer von unserem US-Prepaid-Handy herausgesucht und wir konnten unsere erste Kundenkarte in Empfang nehmen und alle Vorteile nutzen.
Bei unserem ersten Einkauf in einem Safeway war ich dann schon erfahren genug, direkt selbst zur Information zu gehen und nach einer Kundenkarte zu fragen. Auch hier lief es nach demselben Schema: Telefonnummer und Name gegen Karte. Mit meiner privaten Telefonnummer wäre ich nicht so freigiebig gewesen, aber da es sich in diesem Fall um eine Nummer handelt, die nach dem USA-Urlaub nie wieder benutzt wird, spielten Bedenken in Richtung Datensparsamkeit hier ausnahmsweise mal keine Rolle.

Safeway ClubIm Gegensatz zu Deutschland sind die Rabatte, die man damit erhält, meistens alles andere als Peanuts. Mit den bei uns weit verbreiteten Payback-Karten, erhält man durch das Sammeln der Punkte effektiv selten mehr als 1-2% Rabatt. Und diesen Rabatt gibt es dann nicht mal direkt, sondern nur über den Umweg von Prämien oder einer späteren Barauszahlung, sofern man genügend Punkte gesammelt hat. Bei Walgreens und Safeway hingegen erhält man die Rabatte direkt an der Kasse gutgeschrieben, weshalb die Kundenkarten auch für Touristen eine lohnende Sache sind. Bei unseren Einkäufen bei den beiden Ketten sparten wir auf der Reise so immerhin 38 Dollar. Dabei lag Safeway mit durchschnittlich 18% Rabatt deutlich vor Walgreens mit ca. 8,5%.

NPS Annula PassEine weitere Sparmöglichkeit hatte ich bereits im San Francisco-Artikel angesprochen: Die Jahreskarte für die Nationalparks. 80 Dollar scheinen auf den ersten Blick ein hoher Preis zu sein. Wenn man sich dann aber mal die Eintrittsgelder der verschiedenen Parks anschaut, sieht man schnell, dass sich die Jahreskarte auch für einen im Verhältnis eher kurzen Urlaub lohnen kann. Die National Monuments möchten meistens nur 3-5 Dollar pro Person haben, während die großen Nationalparks durchaus bis zu 25 Dollar pro Fahrzeug verlangen. Die Parks auf unserer Route nahmen die folgenden Eintrittsgelder:

– San Francisco Maritime National Historic Park: $5 pro Person
– Saguaro National Park: $10 pro Fahrzeug
– Montezuma Castle National Monument: $5 pro Person
– Grand Canyon National Park: $25 pro Fahrzeug
– Canyon de Chelly National Monument: Freier Eintritt
– Mesa Verde National Park: $10 pro Fahrzeug ($15 in der Hauptsaison)
– Natural Bridges National Monument: $3 pro Person
– Bryce Canyon National Park: $25 pro Fahrzeug
– Zion National Park: $25 pro Fahrzeug
– Death Valley National Park: $20 pro Fahrzeug

Bei den von uns besuchten Parks hätten wir zu zweit ohne die Jahreskarte also 141 Dollar bezahlt. Aber selbst wenn man nur 4 oder 5 Parks besucht (und die kommen schnell zusammen), kann es sich lohnen, das vorher mal durchzurechnen.

USA Roadtrip – Tag 5 – Tucson: Titan Missile Museum

Freitag, 10. Mai 2013

Tucson

Titan Missile Museum

Titan Missile MuseumAls die AMARG-Tour gegen 13 Uhr zu Ende war, machten wir uns auf den Weg ins nächste Museum. Unser Ziel war das Titan Missile Museum, welches sich nur etwa 40km südlich des PIMA Air & Space Museums befindet. Nach ungefähr einer halben Stunde Fahrt kamen wir auf dem Parkplatz an und suchten ohne Erfolg nach einem Schattenparkplatz. Zu unserem Glück war es aber nicht weit bis zum klimatisierten Besucherzentrum, wo wir wieder unseren Tucson Attractions Passport vorzeigten und erneut nur eine der beiden Eintrittskarten für die einstündige Tour bezahlen mussten. Mit den gesparten 9,50 Dollar waren wir so also schon am ersten Tag mit 7 Dollar in der Gewinnzone und das Bonusheft hatte sich ausgezahlt.
Das Museum bietet verschiedene Touren durch die Anlage an. Leider konnten wir nur an der kurzen Standardtour teilnehmen. Die „Beyond the blast door„-Tour (Hinter der Explosionsschutztür) findet aber nur am 1. und 3. Samstag im Monat statt – dummerweise war heute Freitag und der morgige Samstag wäre der 2. im Monat gewesen. Einer der Termine für die dritte und umfangreichste angebotene Tour „Top to bottom“ wäre sogar heute um 8:30 Uhr gewesen, nur war heute Vormittag auch die einzige Gelegenheit für uns, die AMARG-Tour mitzumachen und so hatte ich mich schon während der Planung schweren Herzens gegen die lange Tour und für AMARG entschieden. Aber vielleicht gibt es ja einen nächsten Besuch in Tucson, bei dem wir erneut hier vorbeischauen können. Auch das für heute Nachmittag und Abend vorgesehene Skynights-Event im Observatorium muss ja eigentlich irgendwann nachgeholt werden.

Titan II – Zahlen und Fakten

Titan II im SiloDie Zeit bis zum Beginn unserer Tour nutzen wir, um uns im Besucherzentrum etwas umzusehen. Hier bekamen wir schon einmal einen groben Überblick über die Anlage und den vorgesehenen Einsatzzweck der Titan II. Die 32m hohe, zweistufige Rakete konnte eine Nutzlast von 3,6 Tonnen tragen. Bei der militärischen Variante war das von 1963 bis 1987 ein W53-Atomsprengkopf mit einer Sprengkraft von 9 Megatonnen (zum Vergleich: Die im zweiten Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfene erste Atombombe hatte eine Sprengkraft von ca. 13 Kilotonnen). Als Interkontinentalrakete wäre sie im kalten Krieg gegen die am stärksten verbunkerten sowjetischen Einrichtungen eingesetzt worden. Von Beginn der Entwicklung der Titan II an hatte aber auch die NASA Interesse an der Rakete, um sie als Trägersystem für die Raumkapseln der Gemini-Reihe zu verwenden. Außerdem wurden sie in abgewandelter Form auch zum Start von unbemannten militärischen Satelliten eingesetzt. So wurden nach Außerdienststellung auch einige der Interkontinentalraketen zu Titan 23G umgebaut. Die letzte Titan brachte im Jahr 2003 einen militärischen Wettersatelliten in eine Umlaufbahn. Und im Jahr 2063 wird die Titan-Rakete aus dem Museum dann das Raumschiff Phoenix für den ersten Warp-Flug der Menschheit ins Weltall bringen. Zumindest, wenn die Geschichte aus „Star Trek – Der erste Kontakt“ Realität wird. Einige Szenen für den Film wurden hier im Museum gedreht.

Die Führung

SchutztürUm 15 Uhr wurden wir in den Einsatzbesprechungsraum gerufen. Unsere beiden Führer – wieder Freiwillige, die früher in diesem bzw. einem ähnlichen Raketensilo Dienst getan haben – erklärten kurz den Ablauf der Führung und gaben ein paar Verhaltensmaßregeln bekannt. Kein Essen, nichts anfassen und Helmpflicht, die aber erst ab 1,78m Körpergröße galt. So hatte ich ganz knapp Glück und durfte ohne Helm los, worüber ich angesichts der Temperaturen nicht böse war.
Nach dieser Einführung begaben wir uns unter fachkundiger Führung auf den Weg ins Silo und erfuhren dabei schon, welche Schritte eine Crew durchzuführen hatte, um das Silo überhaupt betreten zu können. Diverse simulierte Kontroll- und Bestätigungsanrufe später standen wir auf Ebene 2 an der Schutztür im Zugangsschacht. Hinter dieser Tür beginnt der verbunkerte Silokomplex. Als die Titan noch im aktiven Dienst stand, waren die innere sowie die äußere Schutztür immer geschlossen. Beim Mannschaftswechsel wurde jeweils nur eine der beiden Türen geöffnet, so dass die Anlage immer nach außen abgeschlossen war. Der Raum zwischen innerer und äußerer Schutztür diente falls notwendig gleichzeitig zur Dekontamination. Von hier aus begaben wir uns durch einen kurzen Kabelschacht zum Kontrollzentrum (Bild unten).
Kontrollraum
Dort kam dann der Einsatzbefehl und unsere beiden Führer demonstrierten, welche Schritte die diensthabenden Offiziere bis zum Start der Rakete abzuarbeiten hatten. Alle Schritte, angefangen mit der Authentifizierung des Abschussbefehls, über die Entnahme von Abschusscodes und Raketenschlüsseln aus dem Safe (Bild rechts), der Verifikation und Eingabe der Codes in den Leitrechner sowie abschließend das synchrone Drehen der Schlüssel mussten vom Kommandanten und seinem Stellvertreter parallel durchgeführt werden. Das System war so angelegt, dass eine Person alleine nicht in der Lage war, einen Raketenstart auszulösen. Die zwei Schlüsselschalter hatten zum Beispiel einen Federmechanismus, der sie wieder auf „Aus“ stellte, wenn sie nicht in der „Aktiv“-Stellung festgehalten wurden. Außerdem waren sie so weit auseinander installiert, dass man alleine nicht beide Schlüssel drehen und festhalten konnte. Waren beide Schlüssel gedreht und der richtige Startcode eingegeben, gab es kein zurück mehr und es dauerte nur noch 58 Sekunden, bis die Steuerungscomputer die weitere Startsequenz durchlaufen und die Rakete das Silo verlassen hatte. Die Arbeit der Silobesatzung, zusätzlich zu den beiden Offizieren gab es in jeder Schicht noch zwei Techniker, war damit erledigt.
Safe mit den Startcodes
Bevor wir das Kontrollzentrum verließen, wollte ein Besucher aus unserer Gruppe noch wissen, was denn passiert wäre, wenn sich Kommandant oder Stellvertreter geweigert hätten, den Schlüssel zu drehen. Die Antwort unseres Führers war kurz und knapp: ‚Dafür hatten wir unsere Handfeuerwaffen.‘ Was das in letzter Konsequenz bedeutet, hat er nicht weiter ausgeführt, aber man kann davon ausgehen, dass es im Ernstfall nicht nur bei einer Drohung geblieben wäre.
Die letzte Station der einstündigen Führung war das Raketensilo, welches wir durch einen weiteren Kabelschacht erreichten. Bei der schon angesprochenen „Top to Bottom“-Tour wäre es möglich gewesen, alle Ebenen des Silos zu erkunden. Wir mussten uns leider mit Ebene 2 und einem Blick auf den oberen Teil der Titan II zufrieden geben. Danach ging es durch den Zugangsschacht wieder zurück ans Tageslicht. Damit war die Führung beendet und wir bekamen noch die Gelegenheit, uns auf dem Außengelände selbständig einige Exponate (unter anderem den Tankwagen zur Betankung der Rakete und ein Modell des W53-Sprengkopfes) anzuschauen.

Einkauf und Rückweg

Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir an einem großen Safeway Supermarkt vorbei. Da wir gestern Abend in Hotelnähe nur kleinere Läden finden konnten, nutzten wir die Gelegenheit, um uns großzügig mit Lebensmitteln und Getränken einzudecken. Da der Laden groß und das Sortiment für uns komplett neu und unbekannt war, dauerte es eine Weile, bis wir mit dem Einkauf fertig waren. Als wir dann endlich auf der Interstate zurück Richtung Tucson waren, sahen wir in der Entfernung, wieso das für den Nachmittag und Abend geplante Skynights-Event abgesagt wurde. Besser gesagt: Wir sahen nichts. Die gesamte Bergkette mit dem Mount Lemmon war in Wolken verschwunden und auch um uns herum war sehr viel Sand in der Luft. Bei diesen Sichtverhältnissen war an Sternenbeobachtung natürlich nicht zu denken. Nachdem wir uns im Hotel etwas frisch gemacht hatten, ging es zum Abendessen zu einem Denny’s um die Ecke. Zur Abwechslung gab es also mal nicht Burger, sondern Spaghetti mit Fleischklößchen für Frau Kescherbande und ein Truthahnsandwich für mich. Danach waren wir dann auch froh, die Beine etwas hochzulegen zu dürfen, um uns für den nächsten Tag auszuruhen.

USA Roadtrip – Tag 5 – Tucson: PIMA Air & Space und AMARG

Freitag, 10. Mai 2013

Tucson

PIMA Air & Space Museum

PIMA EinfahrtUnsere erste Station für heute war das PIMA Air & Space Museum. In diesem Flugzeugmuseum sind ungefähr 300 Flugzeuge ausgestellt, von kleinen Eigenbauflugzeugen bis zu Super Guppy und B-52 Stratofortress. Wir beschränkten uns im Hotel auf ein kurzes (aber für US-Verhältnisse sehr gutes) Frühstück, damit wir es pünktlich zur Öffnung zum Museum schaffen, um die Zeit optimal zu nutzen, da wir nach der ursprünglichen Planung spätestens um 13 Uhr Richtung Mount Lemmon aufbrechen wollten.
5 Minuten vor Öffnung hatte sich vor dem Eingang schon eine recht lange Schlange gebildet. Kurze Zeit später zeigte sich an der Kasse, dass nicht nur wir unter anderem auch deshalb so früh hier waren, um sich auch Tickets für eine der AMARG-Touren zu sichern, denn als wir endlich dran waren, war die Teilnehmerliste schon gut gefüllt.
Zusammen mit unseren Tickets kauften wir uns auch den Tucson Attractions Passport. Dieses Heftchen für 18 Dollar sollte sich jeder mal anschauen, der vor hat, einige Tage in Tucson zu verbringen. Hier im Museum bekamen wir so 2 Eintrittskarten zum Preis von einer und sparten gleich die ersten 15,50 Dollar.
Bis die Bus-Tour über das AMARG-Gelände losging, hatten wir jetzt noch ungefähr 2 Stunden Zeit, um das Museum zu erkunden. Da es bereits sehr warm war und die Temperaturen minütlich stiegen, begannen wir mit dem Außenbereich. Jedes ausgestellte Flugzeug einzeln aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, dafür sei auf die oben verlinkte Liste verwiesen.
Super Guppy
Ich möchte nur über eine ausgestellte Maschine noch etwas mehr schreiben, weil sie mir aus irgendeinem Grund besonders im Gedächtnis geblieben ist. Vielleicht, weil sie etwas abseits stand, vielleicht auch deswegen, weil wir später bei der AMARG-Tour noch den zweiten Prototypen gesehen haben und unser Tourguide etwas davon geschwärmt hat. Oder weil mir einfach die charakteristische Triebwerksanordnung im Gedächtnis blieb. Ich rede von der Boeing YC-14, ein experimentelles Transportflugzeug, welches Ende der 70er Jahre als Ersatz für die C-130 Hercules geplant wurde. Als besonders beeindruckend empfand ich die benötigte Startbahnlänge für Start und Landung. Mit reduzierter Beladung – immerhin noch 12,2 Tonnen – wurden für Start und Landung nur 305m (unbeladen sogar nur 180m) bzw. 360m benötigt.
Boeing YC-14
Trotz guter Testergebnisse in den Erprobungsflügen kam es aber nie zu einer Serienfertigung, da das Programm nach einem Regierungswechsel und damit einhergehenden Kürzungen im Militäretat 1977 eingestellt und 1979 endgültig beendet wurde.
Als Fazit der Ausstellung kann ich nur sagen: Spannend, überwältigend umfangreich, aber schon im Mai zu heiß. Wir waren froh über jeden größeren Flügel, der zwischenzeitlich etwas Schatten bot und sind die Reihen von Flugzeugen gegen Ende auch nur noch mehr oder weniger schnell abgegangen. Während unseres Rundgangs erhielt ich dann leider auch noch den Telefonanruf, der unseren Tagesablauf verändern sollte. Wir hatten für Nachmittag und Abend Tickets für das Skynights Event im Mount Lemmon Obversatorium gebucht. Aufgrund schlechten Wetters auf 2900m Höhe musste dieses aber leider abgesagt werden, wodurch wir dann spontan den Besuch im Titan Missile Museum vorgezogen haben. Dazu aber später mehr. Nachdem wir mit dem Außenbereich fertig waren, blieb uns noch etwas Zeit, um uns die Ausstellung im Hangar anzuschauen, bevor wir uns zum Treffpunkt für die AMARG-Tour begaben.

309th AMARG oder „The Boneyard“

Die 309. Aerospace Maintenance and Regeneration Group – kurz AMARG – ist eine Einheit des US-Militärs, die in Tucson auf der Davis-Monthan Air Force Base Flugzeuge aufarbeitet und nicht genutzte Flugzeuge lagert. Ich spare mir jetzt hier eine genauere Erläuterung, datenhamster hat das in seinem Blogbeitrag zu ihrer Boneyard-Tour schon ausführlich getan. Wer noch mehr wissen möchte, wird bei Wikipedia fündig. Bevor es aber losgehen konnte, stand die obligatorische Ausweiskontrolle an und wir mussten uns fleißig fremdschämen. Natürlich waren es andere deutsche Touristen, die sich lautstark über das Verbot von Rucksäcken und die Kontrollen an sich beschwerten. Liebe Leute, wenn euch die Bedingungen für die Tour über eine aktive Militärbasis nicht gefallen, dann nehmt doch bitte einfach nicht daran teil! Ich fand es bemerkenswert, dass so eine Tour bei der galoppierenden Terrorparanoia überhaupt noch möglich ist. Die Ausweiskontrolle beschränkte sich dann auf ein kurzes Vorzeigen mit Abhaken des Namens in der Teilnehmerliste.Volunteer Auch an der mitgeführten nicht ganz kleinen Spiegelreflexkamera gab es nichts zu meckern. Und selbst wenn: Ihr Land, ihre Regeln.
Nachdem wir im klimatisierten Bus Platz genommen hatten, begrüßte uns unser Tourguide, einer der vielen Freiwilligen, die sich hier in jedem Museum finden. Als erstes wurden wir ‚belehrt‘, dass das Personal der Militärbasis den Begriff „Boneyard“ nicht gerne hört, da es sich eben mitnichten um einen ordinären Flugzeugfriedhof, sondern um eine Einrichtung zur Einlagerung und Wiederaufarbeitung handelt. Ich ärgere mich im Nachhinein ein wenig, nicht eine komplette Audioaufzeichnung seiner Kommentare gemacht zu haben. Im weiteren Verlauf war es nicht immer einfach, gleichzeitig mit offenem Mund aus dem Fenster zu gucken, zu fotografieren und nebenbei noch alles mitzubekommen und zu behalten, was er uns erzählt hat. Ein Highlight in der „Celebrity Row“, einer Ausstellung mehr oder weniger bekannter Flugzeuge extra für die Boneyard-Tour, war definitiv der F-117A Nighthawk. Mittlerweile außer Dienst gestellt, enthält dieser Tarnkappenflieger doch immer noch so viel klassifiziertes Material, dass er nicht hier in Tucson eingemottet werden konnte, sondern gesondert auf der Tonopah Test Range in Nevada einlagert werden musste. Immerhin ein Exemplar konnte man sich aber für die Ausstellung sichern, wie man auf dem Bild sehen kann (man beachte die perfekte Tarnung). Ich wette, maximal die Hälfte der Tourteilnehmer hat den Witz verstanden.
F-117A
Auf dem weiteren Weg durch die Celebrity Row bekamen wir noch fast alles zu sehen, was in der Welt der Militärflieger mal Rang und Namen hatte: Von F-100 Super Sabre bis zu einer der wenigen verbliebenen F-14 Tomcats, von C-131 Samaritan bis EC-135C Looking Glass, dazwischen verschiedene Helikopter, eine EC-137D AWACS sowie der zweite Prototyp der Boeing YC-14 (zu sehen im ersten Video), die wir schon im Air & Space Museum gesehen hatten.
Nachdem wir die Berühmtheiten hinter uns gelassen hatten, führte uns die Tour weiter über das weitläufige Gelände. Ausrangierte Flugzeuge, soweit das Auge reichte. Momentan sind hier ungefähr 4400 Maschinen eingelagert. Kurz vor Ende der Tour kamen wir auch noch an einer Reihe C-5 Galaxy vorbei (zweites Video). Frank, unser Guide, hatte immer noch genug Geschichten zu erzählen, so zum Beispiel die von einem abgestürzten B-2 Bomber, dessen Reste unter einem der Schrotthaufen am Rand der Abstellflächen versteckt liegen soll. Nach der Rückfahrt zum Museum suchten wir uns dort im Souvenirshop noch ein paar kleine Andenken, bevor uns auf den Weg ins Titan Missile Museum machten.
AMARG Überblick
Zum Abschluss noch zwei kurze Videosclips, die aus dem Bus gefilmt wurden:
309th AMARG (1) – Anfahrt zur Celebrity Row, mit im Bild die YC-14
309th AMARG (2) – C-5 Galaxy

USA Roadtrip – Tag 4 – San Francisco nach Tucson (2)

Donnerstag, 09. Mai 2013

Reisetag: San Francisco nach Tucson

Phoenix Sky Harbor – Mietwagenübernahme

Nach der dann doch wieder pünktlichen Landung in Phoenix war die erste Ansage der Kabinencrew, bitte die Sonnenblenden an den Fenstern zu schließen und die Lüftungsdüsen komplett aufzudrehen, die Passagiere des folgenden Fluges würden es uns danken. Spätestens nach dem Aussteigen war klar, wieso diese Maßnahme nötig war: Die Wüstensonne über Arizona brannte ordentlich vom Himmel und wir kamen schon gut ins Schwitzen, da wir noch für die kühleren Temperaturen im morgendlichen San Francisco angezogen waren. Nach wenigen Minuten waren wir an der Gepäckausgabe angekommen, wo unser Flug bereits auf der Anzeigetafel stand. Unsere Koffer gehörten dann auch mit zu den ersten, die auf dem Gepäckband auftauchten. So konnten wir gleich durchstarten und direkt vor der Tür in den Shuttle Bus zum Mietwagencenter einsteigen. Nach einer Fahrt einmal rund um den Flughafen kamen wir dort an suchten uns den Schalter von Alamo.Nissan Rogue Gebucht hatten wir den Mietwagen bereits von Deutschland aus über Mietwagen-USA.de, was uns aber nicht vor der Warteschlange bewahrte. Offenbar hatten wir eine ungünstige Zeit erwischt und es dauerte ca. 20-30 Minuten, bis wir mit unserem Voucher endlich an der Reihe waren. Die üblichen Formalitäten waren dann schnell erledigt und auch die Fahrzeugauswahl ging flott: Es gab nämlich keine. In unserer gebuchten Fahrzeugklasse IFAR (Intermediate SUV, Automatik mit Klima) stand nur ein Fahrzeug zur Verfügung und so standen wir kurz darauf vor dem Nissan Rogue, der uns die nächsten 16 Tage begleiten sollte. Für einen SUV hatte der übrigens einen ziemlich kleinen Kofferraum. Wir bekamen unsere 3 Koffer (74cm, 64cm und ein kleiner Kabinentrolley) nur mit Mühe und etwas Schieben rein. Mit Rucksack, Handtasche und den Jacken auf dem Rücksitz war dann klar: Zu dritt wäre es im Wagen schon sehr eng geworden. Nachdem das Navi mit dem Hotel in Tucson programmiert war, konnte die erste richtige Roadtrip-Etappe losgehen.

Die Fahrt nach Tucson

Road to TucsonDie Fahrt nach Tucson verlief problemlos. Der Sky Harbor liegt direkt an der Interstate 10, der wir einfach nur knapp 120 Meilen (190km) bis nach Tucson folgen mussten. Auf dem Großteil der Strecke waren 75mph (ca. 120km/h) erlaubt, so dass wir gut vorankamen. Schon auf den ersten Kilometern war der Unterschied zu deutschen Autobahnen zu merken. Der Verkehr floß einfach entspannt dahin. Es gab fast kein Gedrängel, Raserei oder hektisches Lückenspringen. Da es kein generelles Rechtsfahrgebot gibt, hat man auch selbst nicht den Zwang, ständig hin- und herwechseln zu müssen. Im Großraum Phoenix hatte die Interstate teilweise noch bis zu 6 Spuren. Nachdem wir die Großstadt hinter uns ließen, reduzierte sich das aber nach und nach auf 2 Spuren. In Tucson brauchten wir dann fast nur den Wegweisern zum hiesigen Flughafen folgen, da unser Hotel sehr flughafennah gelegen war. Wir hatten anfangs auch überlegt, direkt von San Francisco nach Tucson zu fliegen, was aber an den ungünstigen Flugzeiten für Direktflüge scheiterte.

Hotel – Hyatt Place Tucson

Hyatt Place TucsonDas recht neue Hotel machte schon von außen einen guten Eindruck, der sich im Inneren fortsetzte. Wir wurden von freundlichem Personal empfangen und konnten schnell die Schlüsselkarten für unser Zimmer mit King-Size-Bett in der obersten Etage in Empfang nehmen. Das Zimmer war deutlich größer, als ich es erwartet hatte. Im Eingangsbereich gab es eine große Sitzecke, einen Schreibtisch und eine kleine Kochnische mit Kühlschrank und Mikrowelle. Der Schlafbereich mit dem ungewohnt großen Bett war mit einem Raumteiler abgegrenzt. Rechts davon befand sich der Sanitärbereich (kleine Nische mit Waschbecken und extra abgetrennt das WC mit Duschwanne) und geradezu ein großes Fenster mit Blick auf die Berge. Die Ecken des Bades hätten etwas gründlicher geputzt sein können, ansonsten gab es in Punkto Sauberkeit aber nichts zu meckern.
Blick auf die BergeNachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, ging es noch auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit, bevor wir endgültig die Beine hochlegen durften. Dank freiem WLAN konnten wir noch vom Hotel aus die Gegend erkunden und uns ein paar Zieladressen fürs Navi heraussuchen. Da das Hotel in einem Gewerbegebiet am Flughafen liegt, war die Auswahl in der näheren Umgebung nicht sehr groß. Wir versuchten unser Glück bei einem kleinen Circle K, eine anscheinend recht verbreitete Kette in der Art eines etwas erweiterten Tankstellenshops, wo wir auch fündig wurden und uns mit einer ersten Ladung an kleinen Snacks und Getränken eindeckten. Auf dem Rückweg genehmigten wir uns noch einen einen leckeren Chickenburger bei Wendy’s zum Abendbrot und anschließend durfte ich mit einem Traditional noch die Geocacher-Pflicht erfüllen, um auch Arizona Rot einzufärben.